ESC 2018: Rollblog zweite Proben Russland, Moldawien, Niederlande, Australien und Georgien

Guten Morgen liebe Sorgen. Der letzte Einzelprobentag für die Halbfinalisten steht an: heute die letzten 13, die am Donnerstag an den Start gehen werden. Yulia Samoylova aus Russland, die DoReDos aus Moldawien, der Niederländer Waylon, Jessica Mauboy von Down Under und die Formation Iriao aus Georgien läuten den Tag ein.

Der Berg ruft, und alle finden sich wieder im Pressezentrum ein. Die Sonne scheint draußen, aber wir widmen uns den noch 13 ausstehenden zweiten Proben vom zweiten Halbfinale.

Russland

Den Anfang macht Yulia Samoylova aus Russland. Die Sängerin thront auf ihrem Berg, der zumeist in blau-weißen Tönen gehalten ist. Unterstützt wird sie von drei Chorsängern und zwei Tänzern.

Yulia Samoylova Russland 8

Während des Liedes verrenkt sich das Tänzerpärchen so intensiv, dass man denkt, sie tanzen zu einem anderen Song. Es ist alles sehr hektisch und unkoordiniert. Hier wollte man wohl die berühmte Tanzkunst Russlands in drei Minuten pressen. Zum Lied passt es leider nicht.

Yulia Samoylova Russland 1

Vom Licht her bleibt es zumeist bei den Blautönen. Erst beim letzten Refrain wird der Hintergrund in eine Art Goldregen getaucht.

Yulia Samoylova Russland 6

Stimmlich ist an „I Won’t Break“ nichts auszusetzen, außer dass Yulia ihren Chor auf jeden Fall braucht, um Intensität ins Lied hineinzubringen.

Yulia Samoylova Russland 3

Es ist kein Auftritt, der überzeugt. Dafür sorgen die hektischen Tänzer schon, aber um die Finalteilnahme dieses Landes braucht man sich ja keine Sorgen machen.

 

Moldawien

Die Verwechslungskomödie aus Moldawien ist als zweites dran. Ein abendfüllender Komödienabend ist dort in drei Minuten gepackt. Aber Philipp Kirkorow hat wieder mal ein gutes Händchen bewiesen und ein Lied, das vom Stil für ihn auch eher noch war, in ein amüsantes Format gepackt.

Moldawien DoReDos 2018

Die DoReDos zaubern ein wenig Harald Juhnke/Chariklia Baxevanos-Stimmung auf die Bühne. Wenn man selbst mal in einem Ensemble aufgetreten ist, dann weiß man, wie schwer eine synkrone Darbietung sein kann. Da muss jeder Schritt zu jedem Ton stimmen.

Moldawien DoReDos 2018 12

Auch wenn das Lied stimmlich nicht zu sehr fordert, wird der Zuschauer auf jeden Fall mitgenommen und sich daran erinnern. Show ist bei der Eurovision zumeist alles.

Moldawien DoReDos 2018 13

Die weiße Wand mit ihren drei Türen wirkt zunächst sehr steril, aber als Kontrast zu den bunten Kostümen der Gruppe und ihrer drei Backings ist sie ideal gewählt.

Moldawien DoReDos 2018 11

Bei der Choreographie passt alles ganz perfekt. Nur die Passage, wo der blaue Chorsänger die Tür hoch läuft, erklärt sich mir bis heute nicht.

Moldawien DoReDos 2018 2

Eine Finalteilnahme sehe ich als sicher.

 

Niederlande

Der zukünftige Vater Waylon aus den Niederlanden ist als nächstes dran. Während bei den Moldawiern der Auftritt total stimmig ist, hat sich Waylon keinen Gefallen mit seinen Tänzern zu seinem „Outlaw In `Em“ getan.

Niederlande Waylon 2018 9

Er steht in der Mitte auf einem Podium, um ihn herum vier Instrumentalisten, die später ihre Gitarren gegen Tanzpassagen austauschen.

Niederlande Waylon 2018

Niederlande Waylon 2018 4

Im Tigerlook und schwarzem Hut schafft es Waylon nicht, den Rocker auf die Bühne zu bringen. Gut, ein bisschen Südstaatenflair mag aufkommen, und seine Begleiter bringen etwas Outlaw-Feeling rüber.

Niederlande Waylon 2018 1

Aber was sollen die ganzen zuckenden Bewegungen der gitarrenspielenden Tänzer? Selbst für diesen schnellen Song sind die Bewegungen zu hektisch. Mit einer richtigen Band hätte das sicher authentischer ausgesehen.

Niederlande Waylon 2018 6

Wenn zum Schluss die Tänzer auch noch Salti und andere Verrenkungen auf der Bühne machen, ist das Image des Rockers längst zerstört.

Niederlande Waylon 2018 8

Tritt Waylon in die Fußstapfen von Joan Franka und Trijntje Oosterhuis?

 

Australien

Jessica Mauboy muss nun auch auf das Podium, und es ist wohl noch zu früh für sie. Stimmlich hat sie grad echt zu kämpfen. Hat sie vielleicht zu viel gefeiert?

Australien Jessica Mauboy 2018 2

Am Auftritt im Vergleich zur ersten Probe hat sich nichts geändert. Der Neonwäscheständer steht wieder auf der Bühne und erstrahlt im Rhythmus des Liedes. Solche Art Neonröhren scheinen dieses Jahr im Trend zu sein, denn auch die Briten und die Schweden bedienen sich der Technik.

Australien Jessica Mauboy 2018 10

Australien Jessica Mauboy 2018

Jessica Mauboy bildet das Zentrum, so dass ein Schmetterlingseindruck entsteht. An ihrer Robe hat sie nichts mehr verändert. Ob das kurze Glitzerkleid ihr so gut steht, ist die Frage. Die Extrastoffbahn an ihrem Bein macht wenigstens das Kostumdisaster etwas erträglicher.

Australien Jessica Mauboy 2018 8

Australien Jessica Mauboy 2018 9

Der größte Knackpunkt ist heute ihre Stimme. Sie kippt an vielen Stellen, und Töne landen falsch in Auditorium. Sie sollte sich schonen, denn eigentlich ist „We Got Love“ ein sicherer Kandidat fürs Finale.

 

Georgien

Nach all den hektischen Tanzauftritten ist es eine Wohltat, Georgiens Iriao zu sehen. Die Truppe steht klassisch in Reihe auf der Bühnen und lassen stimmlich den Song wachsen.

Georgien Iriao 2018 5

Georgien Iriao 2018

Außer ein paar Platzwechsel ist der Auftritt eher ruhig gehalten. Eingerahmt werdem drei der Sänger von einem Keyboard und einer Gitarre, wobei ich die Instrumente weggelassen hätte.

Georgien Iriao 2018 2

Der beherrschende Farbton ist rot, wobei das Intro in blau gehalten ist.

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Durch die ruhige Umgebung konzentriert man sich auf die Stimmen der Künstler, die gut miteinander arbeiten. An der Aussteuerung muss zum Teil noch geschraubt werden, aber das liegt in den Händen der Technik.

Damit schließt sich der erste Block für heute. Nachher geht es mit Polen, Malta, Ungarn und Lettland weiter.