ESC 2019 in Israel: Jerusalem, Tel Aviv, Haifa oder Eilat?

Hurra, der ESC 2019 findet in Israel statt! Dann können wir uns jetzt endlich wieder den wichtigen Fragen zuwenden: Wo findet eigentlich der ESC 2019 statt? Zunächst sah es so aus, als wäre Jerusalem als Gastgeberstadt gesetzt. Mittlerweile ist das Rennen wieder offen und gleich vier Städte liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wir haben für euch alle Kandidaten unter die Lupe genommen und wollen natürlich auch eure Meinung wissen.

Kurzer Rückblick: Sowohl ESC-Siegerin Netta als auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben sich bereits kurz nach dem Finale in Lissabon für Jerusalem als Gastgeberstadt für den Eurovision Song Contest 2019 ausgesprochen. Gleichzeitig hat Bürgermeister Ron Huldai eine Bewerbung „seiner“ Stadt Tel Aviv ausgeschlossen. Damit schien das Rennen bereits gelaufen.

Im Laufe der vergangenen Woche wurden aber alle Uhren auf Anfang gestellt. Ganz offiziell will sich die israelische Regierung nun nicht mehr in den Bewerbungsprozess um den Austragungsort des ESC 2019 einmischen und stattdessen alle Macht in die Hände der EBU legen.

Vier Städte haben nun angekündigt, ihren Hut in den Ring werfen zu wollen, und damit wird der ESC-Tross im kommenden Jahr wohl an einem dieser Orte Halt machen:

JERUSALEM

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Jerusalem ist mit ca. 865.000 die größte und wohl auch die bekannteste israelische Stadt. Die Stadt spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte aller drei abrahamitischen Religionen und hat gerade auch deshalb kulturell viel zu bieten. Gleichzeitig ist der Status Jerusalems immer noch Teil des Nahost-Konfliktes und die Stadt wird sowohl von Israel als auch (zumindest Ost-Jerusalem) von den Palästinensern als ihre Hauptstadt betrachtet.

Es besteht wohl kaum ein Zweifel daran, dass Jerusalem über eine ausreichend ausgebaute Infrastruktur und entsprechend viele Hotelzimmer verfügt, um die ESC-Community beherbergen zu können. Außerdem hat die Stadt bereits die ESCs 1979 und 1999 ausgetragen.

Zwei mögliche Locations stehen in Jerusalem zur Auswahl: Da ist zum einen die Pais Arena, die 15.000 Plätze bietet und damit (noch) etwas kleiner ist als die Altice Arena in Lissabon. Zum anderen gibt es das Teddy-Stadion (benannte nach einem ehemaligen Bürgermeister von Jerusalem), das bei Fußballspielen Platz für 32.000 Zuschauer bietet. Damit ist es für eine ESC-Arena sehr groß, zumal dem Stadion bislang noch ein Dach fehlt. Praktisch, dass dieses Jahr sowieso Arbeiten am Stadiondach stattfinden sollen, vielleicht kann man die Komplettüberdachung dann einfach nebenbei miterledigen.

TEL AVIV

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Tel Aviv-Jaffa (so der offizielle Name) ist ein beliebtes Reiseziel der LSBTIQ*-Community und galt unter den Fans in Lissabon entsprechend als favorisierter Austragungsort für den ESC 2019. Die Stadt hat knapp 440.000 Einwohner und damit auch die nötige Infrastruktur, um einen Eurovision Song Contest zu veranstalten. Tel Aviv ist Universitätsstadt, ist Standort der israelischen Börse und liegt am Mittelmeer. Ob die Stadt allerdings jetzt auch offiziell wieder im Rennen ist und den Context überhaupt austragen möchte, ist bislang eher unklar.

In Sachen Austragungsorte wird Jerusalem von Tel Aviv noch überflügelt, denn die Stadt hat gleich drei mögliche Locations zur Auswahl: Das Bloomfield Stadion wird gerade umgebaut und fasst ab Ende des Jahres 24.000 bei Fußballspielen. Aber: Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, fehlt noch immer Dach. Die Menora Mivtachim Arena ist nach der Jerusalemer Pais Arena die zweitgrößte Halle in Israel und fast etwas über 10.000 Menschen bei Sportereignissen. Das wäre dann aber wirklich noch ein weiteres Mal Downsizing im Vergleich zu Lissabon. Last but not least: Die Tel Aviver Messer (Tel Aviv Convention Center) verfügt über zehn Hallen unterschiedliche Größe und hat auch schon Konzerte von Lady Gaga und Tokio Hotel beherbergt.

HAIFA

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Haifa liegt ebenfalls am Mittelmeer, allerdings nördlicher als Tel Aviv, hat knapp 280.000 Einwohner und ist damit die drittgrößte Stadt in Israel. Besonders charakteristisch für Haifa sind die Gärten der Bahai mit ihrem Wahrzeichen, dem Schrein des Bab. Dieser zählt auch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Israel.

Das Sammy-Ofer-Stadion hat eine Kapazität von fast 31.000 Zuschauern – bei Fußballspielen. Auch das also auch vergleichsweise groß (wobei man Hallen durch den Bühnenaufbau natürlich eher verkleinern als vergrößern kann) und ebenfalls ohne Dach. Der Bürgermeister von Haifa hat aber bereits seinen festen Willen geäußert, dass Geld für die Überdachung in die Hand zu nehmen.

EILAT

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Eilat hat nur 50.000 Einwohner, liegt direkt am Roten Meer und ist auch deshalb ein echter Touristenmagnet. Beliebt sind vor allem der Red Canyon, das Coral Beach Nature Reserve und das Dolphin Reef, in dem man mit Delfinen tauchen kann. Im Mai ist es bis zu 35°C heiß. Eilat behauptet von sich, dem Contest auch infrastrukturell gewachsen zu sein.

Interessant ist auch die „Berliner Lösung“, wie ich sie in Anlehnung an die Berliner Bewerbung für den ESC 2011 nenne. Eine passende Halle gibt es in Eilat nämlich nicht, deshalb spricht der Bürgermeister davon, ein Zelt aufbauen zu wollen, das über 10.000 Menschen fassen und die modernste Technik aufweisen soll.

Das sind die vier Bewerbungen um den Austragungsort für den ESC 2019 in Israel. Jetzt ist eure Meinung gefragt!

 

By the way: Offen ist übrigens auch nach wie vor die Frage nach dem Datum für den ESC 2019.