ESC 2019: Interne Auswahl in der Schweiz

Seit 2011 sucht die Schweiz ihren alljährlichen Beitrag zum Eurovision Song Contest in einer Fernsehvorentscheidung mit dem Titel „Die grosse Entscheidungsshow“ – mal mit mehr, aber viel öfter ohne großen Erfolg. Lediglich zwei Mal konnten die Eidgenossen in diesem Zeitraum das Finale des ESC erreichen. Nun wird die Reissleine gezogen – im kommenden Jahr wird der Schweizer Beitrag intern ausgewählt.

2011 landete Anna Rossinelli in Düsseldorf auf dem letzten Finalplatz, Sebalter konnte drei Jahre später in Kopenhagen zumindest einen Achtungserfolg mit einem 13. Platz landen. Ansonsten Fehlanzeige und eine Pleite nach der anderen.

Letzter Schweizer Finalist: Sebalter 2014 in Kopenhagen

Im kommenden Jahr soll nun alles besser werden mit einer internen Auswahl des Schweizer Songs. Nicht ganz freiwillig greifen die Fernsehstationen unserer Nachbarn zu diesem Mittel, denn insbesondere durch Umstrukturierungen und damit verbundene Budgetkürzungen in allen Bereichen verzichtet man auf die Produktion einer TV-Auswahl und schließt das Fernsehpublikum von der Auswahl aus. Und Dauermoderator Sven Epiney kann sich über ein weiteres freies Wochenende im kommenden Frühjahr „freuen“.

Um diesen Verlust an breiter Meinungsbildung halbwegs abzupuffern, wird man sich das deutsche System aus diesem Jahr zumindest zum Teil ausborgen. Ein Panel mit 100 Interessierten, die das Schweizer Fernsehen gemeinsam mit der deutschen Firma Digame aussuchen wird sowie eine 20-köpfige Fachjury, bestehend aus internationalen ESC-Jury-Mitgliedern der letzten Jahre, wird gemeinsam den Song für Israel aussuchen. Beide Gruppen haben in der Abstimmung ein Gewicht von 50%.

 

Ob diese eher aus der Not geborene Maßnahme für ein besseres Ergebnis sorgen wird, bleibt ungewiss. Aber aus einer Not kann ja unter Umständen auch eine Tugend werden, wenn es gut läuft. Es gibt ja ohnehin nicht DAS erfolgversprechende Auswahlverfahren, das haben die vergangenen Jahre in allen Ländern hinreichend gezeigt. Bereits zwischen 2005 und 2010 hatte die Schweiz zuletzt intern ausgewählt. Mit ebenso mäßigem Erfolg wie zuletzt.

Möchte man sich auch ohne TV-Publikum zur Wahl stellen, kann man ab dem 1. September einen Song beim Schweizer Fernsehen einreichen.

Wer sich bereits heute der Nostalgie hingeben möchte, kann nachfolgend noch einmal die gesamte Schweizer Entscheidungsshow 2018 verfolgen: