ESC-Kaleidoskop Kopenhagen (17): Leben unter Bloggern

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Unsere Kaleidoskop-Serie schließen wir ab mit dem Blick auf unsere Blogger-WG, in der ein reges Kommen und Gehen herrschte. Die meisten Blogger wohnten dort zusammen, die anderen kamen vorbei. Wir hatten aber auch eine Woche lang einen blog-externen Gast: Susanne hat für uns netterweise ihre persönlichen Eindrücke vom ESC in Kopenhagen im Allgemeinen und der Blogger-WG im Besonderen zusammengefasst.

Als mich mein Bruder, der seit Jahren für den Prinz-Blog bloggt fragte, ob ich nicht mal Lust hätte, live beim Eurovision Song Contest dabei zu sein, sagte ich spontan ja. Ich verfolge den ESC ja schon lange, bin (eher passives) Mitglied im Fanclub und war im vergangenen Jahr erstmals bei einer deutsche Vorentscheidung im Publikum und auf der After-Show-Party für Fans in Hannover. Das hat riesigen Spaß gemacht.

Nun also Kopenhagen, eine Stadt, die ich immer schon mal besuchen wollte. Eigentlich hatte ich an ein schönes Hotel gedacht, aber als mir ein Platz in der Blogger-WG angeboten wurde, habe ich nicht gezögert und das nicht nur wegen dem um die Hälfte günstigeren Preis. Die meisten Blogger kannte ich bereits vom Sehen von früheren Besuchen in Hamburg und so machte mir auch die Ansage „es gibt nur ein Bad für 8 Personen“ keine allzu großen Sorgen.

Am Montag Abend, einen Tag vor dem ersten Semifinale landete ich in Kopenhagen und wurde von OLiver abgeholt. „Wir haben nicht viel Zeit, heute Abend findet das große Blogger-Essen in einem Top-Fischlokal statt“, wurde ich informiert. Daher wurde rasch das Gepäck in der erstaunlich großzügigen und herrschaftlichen Altbauwohnung (150 Quadratmeter) mit schönem Esszimmer mit Blick auf den Park abgeworfen.

blogger wg wohnzimmerblogger wg susannes zimmerIn der Blogger-WG Kopenhagen

Ich bekam ein eigenes Zimmer mit selbstgemalten Bildern an der Wand, in dem sonst ein kleiner Junge namens Anton lebt. Und dann war ich als einzige Frau schon mittendrin in der PrinzBlogger-Welt.

Das Restaurant lag eine 10-minütige Taxifahrt entfernt. Dort gab es leckere Fischgerichte und einen besonders süffigen „Agurk“-Drink mit Gurke und Wodka. Ich saß neben Marc, einem Blogger, den ich noch nicht kannte und der als echter Schwabe tatsächlich in meiner Region wohnt. Ein sehr entspannter Start in die ESC-Woche.

Gurkencocktails Kopenhagen

Die Blogger waren fassungslos, dass ich tatsächlich außer dem deutschen Song noch kein einziges Lied kannte („Was denn, sowas gibt’s noch?“). Aber ich wollte mir eben die Überraschung und den ersten Eindruck aufsparen, daher hatte ich mich vorab nicht weiter informiert.

Als wir das Restaurant verließen, plötzlich ein Aufschrei: „Wir müssen mit Susanne unbedingt noch das Trio-Bild machen!“. Welches Trio denn, fragte ich mich. Anscheinend konnte ich durch meine Anwesenheit zu einem Revival einer legendären Schweizer Band beitragen.

Peter, Sue und MarcPeter, Sue und Marc 2014 – zum Singen war aber keine Zeit.

Ich hatte wie die meisten Blogger auch ein ESC-Fankartenpaket über den Club bestellt. Für das Rahmenprogramm hatte mein Bruder ein paar Aktivitäten zusammengestellt. Am Montag das Bloggeressen, am Dienstag stand das erste Semi auf dem Programm, am Mittwoch wurde ich zum deutschen Empfang mitgenommen, abends konnte ich dank einem von den Bloggern für mich besorgten „Bändchen“ auch ohne Akkreditierung in den Euroclub zur deutschen Party mit Auftritten mehrerer Künstler. Am Donnerstag schaute ich mir das zweite Semi an, am Freitag ging es nach dem Juryfinale erneut in den Euroclub und danach mithilfe meiner OGAE-Clubkarte auch noch ins (für meinen Geschmack viel zu volle und stickige) Eurocafé und am Samstag stand dann endlich das große ESC-Finale an.

Zwischendurch, wenn die Blogger beschäftigt waren, habe ich mir mit Stadtplan und Reiseführer auf eigene Faust die Stadt angeschaut, etwa das Grab von Hans Christian Andersen (als ich es gefunden hatte, stand ich leider mitten in einem schlimmen Wolkenbruch).

Am Dienstag hatte mein Bruder frei und wir besuchten den Rundetårn (runden Turm), schlenderten entlang der Fanmeile bis hin zur kleinen Meerjungfrau und sahen auf dem Rückweg auch noch zufällig Ralph Siegel aus einem Hotel kommen (ich war etwas schockiert, wie alt er geworden ist). Im runden Turm, den man dank der Rampe im Inneren auch mit dem Pferd hätte erklimmen können, hatten wir viel Spaß mit einer Hutaustellung zum Mitmachen.

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Oben angekommen genoss ich die Aussicht bis fast nach Schweden (es war leider wie in der ganzen Woche bedeckt), während OLiver aus der Halle angerufen wurde („Ich kann jetzt die Startnummer nicht online stellen, ich stehe auf einem Turm“). Er hat dann in der Blogger-WG angerufen und Jan erledigte, was auch immer erledigt werden musste. Danach liefen wir durch die Innenstadt bis zum malerischen Nyhavn mit den bunten Häuschen, wo wir uns auf meinen Wunsch bei einem kleinen landestypischen Imbiss erfrischten. Dazu erhielt ich den praktischen Rat: „Fang bloß nicht an die Preise hier umzurechnen, dann schmeckt’s nicht mehr.“

Kopenhagen_Handypics_39Leckere Zwischenmahlzeit mit Hering und Getränken für schlappe 33 Euro (war ja auch direkt an der Tourifalle Nyhavn)

Auf dem Rückweg haben wir für die Blogger, die in der WG geblieben waren, um zu relaxen (so wie ich es verstanden hatte, waren an diesem Tag diejenigen im Dienst, die erst später nach Kopenhagen gekommen waren) Kuchen gekauft. „Es muss Käsekuchen sein“, meinte mein Bruder (wegen irgendeinem Lied, das ich noch nicht kannte), ich wollte aber Erdbeere, am Ende haben wir einfach beide Kuchen mitgenommen.

Kopenhagen_Handypics_49 Jan CheesecakeKopenhagen_Handypics_50

In der WG habe ich mich sehr wohl gefühlt, neben den ständigen Bewohnern Jan, Tjabe, Peter, OLiver, Volli, WM und DJ Ohrmeister waren auch immer wieder Gäste da, Armen und Matthias haben auch zeitweise dort übernachtet. Es war wie ein Basis-Camp mit ständigem Kommen und Gehen. Zeitweise waren die Blogger etwas angespannt und sehr konzentriert, alles in allem empfand ich die Stimmung aber als sehr positiv. Abends nach dem Ausgehen oder nach den Shows wurde auch immer mal wieder mit Karacho der Kühlschrank geplündert.

Apropos, ich war schwer beeindruckt von der Haushaltsorganisation, der Kühlschrank war immer voll, dank Peter gab es sogar Champagner und ausgezeichnete Konfiserie-Schokolade, die Mülltrennung war vorbildlich und aus irgendeinem Grund waren stets Unmengen von Klopapier vorhanden – bei 8 bis 10 Männern und nur einem Bad mag manche Leserin apokalyptische Szenen vor Augen haben, aber alles war tip-top.

Eine Sache war allerdings tragisch: Niemand hatte bemerkt, dass es in der Wohnung reichlich Pflanzen gab, also hatte auch keiner gegossen. Ich kam gerade noch rechtzeitig (sie waren ja schon eine Woche da), um das Schlimmste zu verhindern. DJ Ohrmeister und OLiver waren von den Socken, als ich ihnen den völlig zusammengefallenen Blumenstock auf ihrer Fensterbank zeigte („Wo kommt denn der plötzlich her?“).

Als Fan mit Tickets benötigt man aus meiner Sicht nicht unbedingt auch noch eine Fan-Akkreditierung, mir haben meine beiden Abende im Euroclub (am Mittwoch auf der deutschen Party war zunächst recht wenig los) vollauf zum Stimmung tanken gereicht. Die Blogger hatten sich jedoch an jenem Tag Sorgen gemacht, ob ich ohne Akkreditierung zum deutschen Empfang am Nachmittag eingelassen würde.

Als wir zu acht nur ein Taxi fanden, musste DJ Ohrmeister wieder aussteigen, damit ich mit Peter und der zur Sicherheit ausgedruckten Einladung gleich mitfahren konnte, während die anderen weiter nach einer Transportmöglichkeit suchen mussten (das tut mir immer noch leid!). Peter hatte auch schon einen Plan B für den Einlass („This is my wife“), aber das war gar nicht nötig. So hörte ich zu Brezeln und Gemüse-Knabbersticks Elaiza und den dänischen Song zum ersten Mal live. Nach dem Empfang bekam ich von einer aufmerksamen Garderobiere eine CD und eine Infobroschüre zu Elaiza ausgehändigt. Toll!

Tagsüber in Kopenhagen habe ich meist Sightseeing gemacht oder geshoppt. Ins Tivoli, von dem mir die Blogger erzählt hatten, schaute ich auch mal rein und kaufte eine Fahne (Österreich war ausverkauft, statt Deutschland wollte mir die Souvenirverkäuferin Belgien andrehen).

Susanne mit BlumenkleidernFlorales Top Susanne

Ein großes Hallo in der Blogger-WG gab es, als ich meine Einkäufe zeigte, offenbar war Peter am selben Tag auch in einer Boutique in der Fußgängerzone gewesen und hatte ganz ähnliche Kleider mit Blumenmuster für den Blog fotografiert. Meine Ausbeute erwies sich später leider als nicht sonderlich geschickt (das Blumentop ist zwar aus Baumwolle und toll, aber die langen Blumenkleider taugen nichts, zu viel Kunststoff, frau schwitzt wie ein Schwein darin).

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Die Shows waren wirklich fantastisch. Zwar war das zeitweise regnerische Wetter doof, aber schon die kurze Anfahrt mit dem Boot war stimmungsvoll, all die vielen verkleideten Fans und bunten Fahnen in ausgelassener Stimmung machten das lange Anstehen vor den Einlasskontrollen erträglich.

Kopenhagen_Handypics_62Bis ich trinken konnte, war aus dem Wein ein Schorle geworden

Ich war sehr beeindruckt von der schieren Größe und der tollen Technik der Veranstaltung. Wir hatten gute Plätze an der Seite der Bühne. Am besten gefielen mir (wie gesagt, hörte ich die Songs zum ersten Mal) Malta, die Niederlande, Ungarn und vor allem die Schweiz. Auch Conchita fand ich mitreißend und sehr authentisch.

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Im Juryfinale am Freitag sorgte ich für große Heiterkeit in der ganzen Reihe, weil ich den genuschelten Songtitel der Franzosen nicht verstanden hatte und nachfragte: „Singen die wirklich über Senf?“ Aufgrund der Menschenmassen in der Halle blieben wir nach Ende der Semifinals lange sitzen und so konnte ich fasziniert das Abseilen der Bühnenarbeiter beobachten und fotografieren.

Kopenhagen_Handypics_56Alles in allem war die ESC-Woche in Kopenhagen für mich ein großartiges Erlebnis. Im Nachgang habe ich mir die ESC-CD besorgt, die ich auch jetzt noch gern im Auto rauf und runter höre (mir wurde erzählt, die meisten Blogger hören nach dem ESC abrupt auf, die Songs zu hören, weil sie so lange Zeit mit ihnen verbracht haben). Der pfiffige Schweizer Song „Hunter of stars“ ist längst so etwas wie mein Gute-Laune-Magnet für diesen Sommer geworden.

 

Vielen Dank, liebe Blogger, dass ihr mich als Gast aufgenommen habt und mir einen tollen Einblick hinter die ESC-Kulissen gewährt habt. Ich würde das jederzeit wiederholen, insbesondere, wenn der ESC erneut in einer attraktiven und spannenden Stadt stattfindet, zum Beispiel in Wien…

PrinzBlogger Kopenhagen mit Susanne

 

Damit endet unsere Kaleidoskop-Serie zu den vielen persönlichen Aspekten der Blogger zum ESC 2014 in Kopenhagen. Hier nochmals alle Folgen in der Übersicht:

(1) Warten auf Elaiza (OLiver)
(2) Undankbares DJ Set im Eurovision Village (Douze Points)
(3) How I met Pernille (DJ Ohrmeister)
(4) Peeing in the rain, the rain, the rain (Douze Points)
(5) “Kommen Sie auch zur Fütterung?” (OLiver)
(6) Mit Ralph Siegel auf dem Klo (Armen)
(7) Wiedersehen mit Chiara (Marc)
(8) Durch die Hintertür ins Rathaus (DJ Ohrmeister)
(9) Atemlos mit Sanna (Douze Points)
(10) Rendez-vous mit Curryboy (WM)
(11) Fataler Riss im Euroclub (OLiver)
(12) Der Star und ich (DJ Ohrmeister)
(13) Krank in der Bubble (Matthias)
(14) Ostfriesen unter sich (Tjabe)
(15) Der Foto-Fight am Red Carpet (Peter)
(16) Oma Ella und die ESC-Stars (Marc)
(17) Leben unter Bloggern (Susanne)