ESC-Krimi-Lesung voller Insider-Anekdoten – Fortsetzung am Samstag

Die Premiere von „Anders ermittelt: Mord beim ESC“ des ESC-Experten Thomas Mohr in Berlin war weiter mehr als eine Buchvorstellung. Dank der amüsanten Anekdoten von Torsten Amarell (Ex-HoD) und Daniel Cremer (BILD-Zeitung) wurde daraus ein kurzweiliger Talk, der erstaunliche Blicke hinter die Kulissen der deutschen Delegation in den letzten Jahren ermöglichte. Die Fortsetzung der Veranstaltung mit neuer Besetzung folgt am Samstag, den 28. April in Hamburg – einschließlich ESC-Party im Rahmen der Pink Inc.

Zur Buchpremiere seines Krimis „Anders ermittelt: Mord beim ESC“ hatte Thomas Mohr in den Berliner Szeneclub „Musik und Frieden“ geladen. Die Buchvorstellung war als Talkrunde konzipiert, an der neben dem Autor auch Torsten Amarell (MDR-Unterhaltungschef, HoD 2011 bis 2015) und Daniel Cremer (Leiter Unterhaltungsredaktion BILD-Zeitung) teilnahmen. Moderiert wurde die Runde von Magnus Vortmeyer (PR-Chef Tobis, DJ, Partyveranstalter), der sich bei Veranstaltung auch outete, seit 28 Jahren der Partner von Thomas Mohr zu sein.

Der Roman „Anders ermittelt: Mord beim ESC“ spielt in Hamburg und beginnt mit der Welcome Reception vor dem Hamburger Rathaus. Er endet mit einem Showdown am Samstagabend in den Messehallen, bei dem weltweit 200 Millionen Fernsehzuschauer live dabei sind. Der Talk lehnte sich an diese Chronologie an. Inhaltlich ging es aber mehr um Anekdoten rund um den ESC, als um den Krimi selbst.

Nach den Worten von Torsten Amarell reist die deutsche Delegation stets voller Euphorie an. Nach den ersten Proben ist der Willkommensempfang immer die erste Bewährungsprobe vor der Öffentlichkeit. Schon bei der Busfahrt zum Empfang bekommt man zu hören, wie hoch der eigene Marktwert ist. Bei dem einen Bus johlen die Fans lauter als bei dem anderen. Das wird auch von den Künstlern durchaus wahrgenommen. Genauso die Situation auf dem Roten Teppich. Sofort hat auch Torsten Amarell immer abgeckeckt, bei welchen Künstlern sich Menschentrauben bilden, mit welchen Künstlern sich die Fans fotografieren lassen wollen, mit welchen nicht.

Daniel Cremer kritisierte in diesem Zusammenhang die Bevorzugung der Big Five. Für seine Redaktion sei es sehr schwierig, über den ESC zu berichten, wenn die Deutschen erst am Finalsamstag in den Wettbewerb einstiegen. Für den Spannungsbogen wäre es seiner Meinung nach spannender, wenn sich auch der deutsche Künstler einer ersten Herausforderung im Semifinale stellen müsste. Er vermutete, dass Deutschland auch deswegen immer scheinbar sichere Nummern schickt, wobei Mut doch eigentlich immer belohnt wird. Daraufhin erzählte Cremer nicht ohne stolz über den Anteil der BILD-Zeitung an der Nominierung Guildo Horns vor 20 Jahren, die er selbst aber nur als Praktikant erlebte.

Am eindrucksvollsten konnte Torsten Amarell über die Belastung erzählen, die der ESC insbesondere auf junge Künstler ausübt. Mit Lena, Roman Lob, Elaiza und Ann-Sophie hatte er es mit Anfängern zu tun. Nur Cascada war etwas routinierter. Diese zehn Tage vor Ort hielten die unterschiedlichsten Überraschungen und Dramen parat: Ann-Sophie erkältete sich auf dem Hoteldach, Roman Lob wollte nichts mehr Essen und auch das Hotel nicht mehr verlassen. Die Frauen von Elaiza brachen in Tränen aus, weil sie ihrer Show nicht mehr vertrauten. Meist traten diese Krisen donnerstags auf: eine Mischung aus Anspannung, Nervosität und Lagerkoller – die Donnerstagsdepression könnten wir also in unseren Sprachgebrauch übernehmen.

Thomas Mohr las auch eine Textstelle über eine vollkommen vermurkste Party vor, bei der so gut wie gar nichts klappte. Konfrontiert mit dieser Geschichte konnte sich Torsten Amarell nicht an die Vorlage erinnern. Dabei hatte sich Thomas Mohr von der deutschen Party in Kopenhagen inspirieren lassen. Der Auftritt von Elaiza wurde damals von Sanna Nielsen gecrasht. Als sie erschien, wendeten sich alle Kameras von der deutschen Gruppe ab. Hunderte mit „Elaiza“ bedruckte Ballons fielen unbemerkt zu Boden.

Einen interessanten Aspekt brachte noch der Moderator Magnus Vortmeyer in die Diskussion. Im Roman spielen die Fans, Blogger und Fanjournalisten eine große Rolle, die ja allesamt Jahr für Jahr um ihre Akkreditierung zittern müssen, weil sie irgendwie dazu gehören, aber doch nicht richtig ernst genommen werden. Eigentlich sei der ESC auch in dieser gesellschaftlichen Entwicklung Vorreiter, meinte Vortmeyer. Heute würde man diese Multiplikatoren „Influencer“ nennen. Insofern sollten die Veranstalter doch stolz diese Form des Graswurzel-Journalismus unterstützen. Auch die Marktanalyse im Vorfeld der deutschen Vorentscheidung habe die hohe Bedeutung der Fan-Meinungen doch wissenschaftlich belegt.

 

Buchpremiere in Hamburg „Anders ermittelt – Mord beim ESC“ von Thomas Mohr

Das Buch „Anders ermittelt: Mord beim ESC“ feiert am Samstag, den 28. April auch in Hamburg Premiere. Als Gäste sind Jürgen Meier-Reese (besser bekannt als Jürgen Meier-Beer), der von 1995 bis 2005 Leiter der deutschen ESC-Delegation war, sowie Journalist und Autor Jan Feddersen eingeladen. Die Moderation übernimmt Alina Stiegler. Anschließend folgt eine Neuauflage der legendären Eurovision Dance Night mit DJ Douze Points. Da das Event Bestandteil der PINK INC.-Party ist, haben die Besucher natürlich auch Zugang zu den anderen Dancefloors.

21:00 Uhr bis 23:00 Uhr Lesung, Talk und Diskussion
23:00 Uhr bis ca. 2:00 Uhr: Eurovision Dance Night @ PINK INC.
Ort: Bar Alte Liebe im Klubhaus St. Pauli (Spielbudenplatz 22, 20359 Hamburg)
Eintritt: 12 Euro (inkl. PINK INC.-Party; ein ermäßigter Eintritt nur für die Buchpremiere ist nicht vorgesehen)

Anm. der Redaktion: Der Autor dieses Beitrags war nicht bei der Veranstaltung in Berlin zugegen. Die Inhalte wurden von Thomas Mohr zugeliefert.