ESC-Songcheck (1): „I want your love“ von Eduard Romanyuta

Eduard Romanyuta Moldawien 2015 3

„Wij gaan beginnen“ das werden an dieser Stelle die niederländischen Kommentatoren wohl am 19. Mai sagen. Wie schon im Lena-Jahr eröffnet Moldawien den Eurovision Song Contest. Nachdem man zuletzt desaströs auf dem letzten Platz im Halbfinale landete, auch wenn man sich spektakulär künstlicher Haarteile entledigte, setzt man diesmal auf einen blonden jungen Mann namens Eduard Romanyuta, dessen lange Mähne natürlich gewachsen ist.

Nach einer Live-Audition und zwei Halbfinals gewann Eduard Romanyuta am 28. Februar den „O Melodie Pentru Europa 2015“ gegen 15 Mitstreiter. Die Entscheidung wurde durch eine Jury und durch Televoting zu je 50 % ermittelt. Die Jury sah Eduard noch auf dem zweiten Platz, aber die Zuschauer hatten ihn ins Herz geschlossen und setzten ihn mit 13.500 Anrufen auf Platz 1. Der Live-Blog zum Finale ist hier nachzulesen.

Geboren am 23. Oktober 1992 in Ternopil in der Ukraine, die 2015 nicht beim Eurovision Song Contest mitmacht, sammelte Eduard Eduardovich Romanyuta schon als Kind viele erste Preise. Mit 12 Jahren überreichte ihm der Ministerpräsident der Ukraine ein Diplom und eine Medaille für Eduards Beitrag zur Entwicklung der ukrainischen Musikkultur. Auch international wurde man auf ihn aufmerksam und ein schwedisches Produzententeam nahm ihn unter die Fittiche.

Eduard Romanyuta Moldawien 2015

Eduard Romanyuta hat bereits drei Anläufe zum ESC in der Ukraine zu Buche stehen (Vorentscheid Platz 7 in 2011, Platz 5 in 2012 und Platz 3 in 2013) und auch schon mit dem russischen Duo t.A.T.u. gearbeitet. Aber Eduard verläßt sich nicht allein auf die Musik, sondern studiert auch noch und beschäftigt sich momentan mit dem Steuersystem und den Steuervorschriften der Ukraine in Bezug auf die Einführung des Euro.

Der Song

„I Want Your Love“ ist ein modern amerikanisch angehauchter Song. Im Video kommt dieses auch richtig in der krimiartigen Darstellung des Liedes gut zur Geltung. Live wirkte das Ganze beim nationalen Contest nicht so überzeugend. Eduard singt sehr nasal, so dass der Song etwas an Drive verliert. Geschrieben wurde das Lied durch Erik Lewander, Hayley Aitken und Tom Andrews. Erik Lewander hat seine Wurzeln im schwedischen Musikbusiness und arbeitete unter anderem mit Sarah Connor und Magnus Carlsson zusammen. Hayley Aitken kommt gebürtig aus Australien und arbeitet dort als Singer/Songwriterin.

Eduard Romanyuta – I Want Your Love

 

Die Präsentation

Das Video von Eduard Romanyuta glänzt durch seinen spektakulären Aufbau. Live beim nationalen Contest überzeugte der Künstler durch viel Rumlauferei und einige Tanzschritte. Zudem war er sehr fixiert auf seinen weiblichen Gegenpart. Für Moldawien wäre es toll, wenn sie bühnentechnisch die Krimiatmosphäre des Videos umsetzen könnten, so dass sich Eduard mehr auf die Interpretation in Richtung Publikum konzentrieren könnte. Eine Art Autorennen durch Häuserschluchten einer Grossstadt im Hintergrund und ein wenig Pyro, wenn sich das das Land überhaupt leisten kann. Das wäre dann ein richtiger Knaller zu Beginn. Zudem sollte die Kamera den Sänger mehr verfolgen und ihn sozusagen jagen.

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

2015 soll der Autor nicht allein seine Meinung zum jeweiligen Beitrag kund tun und so kommen fünf Bloggerkollegen zu Wort und geben als zusätzliche Jury Punkte ab.

BennyBenny: Typisch osteuropäischer ESC-Billigpop. Aber immerhin was für den Euroclub, 4/10 Punkte.

Douze Points: Durchaus zeitgemäßer Sound, mir (und das will was heißen!) allerdings etwas zu billig. 5/10 Punkte.

Marc: 90ies Trash-Pop von der leider billigeren Sorte. Hebt sich im Balladen-Überangebot zumindest ab. 4/10 Punkte.

OLiver: Schlimm, ein billiger Null-Acht-Fünfzehn-Danceklopper, der in einem ukrainischen Finale völlig chancenlos wäre. In Moldawien reicht es leider, die örtliche Popprominenz von der Bühne zu fegen. 2/10 Punkte.

WM: Ein Bube aus Chișinău träumt von Justin B. und Justin T. Aber nicht umsonst liegt er im Video in Ketten: Mission not accomplished – I want your love von Chic war viel besser. 2/10 Punkte.

Die Einschätzung basiert auf den persönlichen Gusto eines jeden Bloggers. Moldawien erhält hier einen durchschnittlichen Wert von 3,4/10 Punkten und führt damit momentan in der Blogger-Wunschliste im ersten Semifinale. Logisch, wir stehen ja noch ganz am Anfang.

Eduard Romanyuta Moldawien 2015 4

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Moldawien hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 39,1 Prozent und landet damit auf Platz 15 im Semifinale 1. Nur Mazedonien wird noch weniger Erfolg zugetraut. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

Social Media

Natürlich kann man einen so erfolgreichen Sänger wie Eduard Romanyuta auch in den sozialen Netzwerken wiederfinden. Seine eigene Homepage, von der auch die Fotos stammen, lockt mit einer verführerischen Werbung für sein Album „Conspiracy“. Auf Facebook, wo er noch ein paar mehr Likes benötigt (momentan sind es 6.000) als auch auf Twitter ist er zu finden und einen eigenen Youtube Kanal besitzt er auch.

 

[poll id=“332″]

Vorschau: Morgen geht es mit Armen nach Armenien, für das übrigens Moldawien 2014 im Halbfinale keinen Punkt übrig hatte. Also dranbleiben.