ESC-Songcheck (10): „Time“ von Izabo

In Israel ging es in Sachen Vorentscheid 2012 etwas Drunter und Drüber. Erst sollte es einen großen Vorentscheid geben, dann kursierten Gerüchte um Maya Buskila, Vladi Bleiberg und Tzvika Pick und heraus kam am Ende die Direktnominierung der Indie-Band Izabo.

Für den israelischen Vorentscheid Kdam 2012 gab es zunächst eine öffentliche Ausschreibung: Produzent Haim Slutzky mit seiner Produktionsfirma gewannen zwar die öffentliche Ausschreibung der IBA, jedoch erklärte Slutzky dann im Januar: „Der Mangel an Fähigkeiten bei der IBA macht uns die Zusammenarbeit mit ihnen unmöglich.“ Das waren harte Worte gegenüber der IBA! Aufgrund der daraus entstandenen Zeitknappheit hatte IBA daraufhin entschieden, den Künstler intern auszuwählen.

In den folgenden Wochen brodelte die Gerüchteküche. Am 7. Februar 2012 gab IBA letzten Endes bekannt, dass sich das Senderkomitee für die Indie-Band Izabo entschieden hat (Präsentation Israel zum Nachlesen).

Die Band Izabo besteht bereits ins wechselnden Besetzungen seit 1989. Am bekanntesten ist der Lead-Sänger, Musiker und Produzent Ran Shem-Tov, der bereits mit Yehudit Ravitz und Dika zusammengearbeitet hat. Shiri Hadar ist die Keyboarderin, Jonathan Levy der Bassist und Nir Mantzur spielt das Schlagzeug.

Musikexperten beschreiben Izabos Musik als eine faszinierende Kombination aus Psychadelic Rock, Indie, Punk und Disco, gewürzt mit arabischen Klängen und hohen Vocals.

Die Band lebt von ihren Live-Auftritten und ist damit gut gerüstet für Baku und den ESC. Kurios: in den 23 Jahren hat Izabo erst zwei Alben veröffentlicht. „The Fun Makers“ (2003) und „Super Light“ (2008). Einige Izabo-Singles wurden Radio-Hits in Israel: z.B. „Morning Hero„, „Cook me“ oder „Slow Disco„.

Israel 2012: Izabo – Time

Der Song „Time“ wurde komponiert und getextet von Ran Shem-Tov und Shiri Hadar. In Baku wird der Song auf Hebräisch und Englisch vorgetragen. Hier ein Auszug aus den Lyrics:

Time, time, don’t let me down,
You’re the man in my playground.
What you say, I will obey Night and day.
Feel free to turn me on,
Feel free to change my song,
I will start and you’ll go on Sing my song.
I say…

Chorus:
Zman-man
Ten li rak siman-man
Ten li et hazman
Lama lokhets alay Tishan

You don’t know what you talk about

Chorus:
Zman man

Lama lo tishan-shan
Tagid li kama zman
Lama lihiyot shakhor, lavan
Time, time, don’t you be mine

Seit Einführung der Semifinals schaffte es Israel 4 mal ins Finale (zuletzt 2010 mit Harel Skaat). 3 mal scheiterte man in Halbfinale (2011 mit Dana International und „Ding-Dong“, da half auch kein grünes Krokodil-vom-Nil Bastkleid mehr).

Izabo kommen mit ihrem Indie-Retro-Song überraschend frisch und wohltuend anders daher. 2012 wird Israel damit sicher in Baku positiv auffallen zwischen all dem Mainstream-Pop/Rock und den vielen Balladen.

Beim Hören war ich nach einer Minute spontan begeistert, nach zwei Minuten fand ich „Time“ immer noch gut und interessant, aber danach kippt es und plätschert mir dann zu sehr dahin. Israel dürfte im 1. Halbfinale ein Wackelkandidat sein. Die Buchmacher sehen den Song im hinteren Drittel, während die Prinz-Blogger „Time“ ganz knapp im Finale sehen.

Gespannt darf man auf die Chroreografie in Baku sein. Ich hoffe nur nicht, dass es wie im offiziellen Video eine Zirkus-Nummer wird. Das kam zwar 1980 (Katja Ebstein, Theater) noch gut an, aber 2010 wurde es nach hinten durchgereicht (Daniel Diges, Spanien)

Seit 30. März strahlt IBA übrigens jeden Freitag 21.15 Uhr (20.15 Uhr CET) das Magazin „Good night Europe – the Countdown“ aus. Hier werden die Vorbereitungen von Izabo auf Baku begleitet sowie Aktuelles & Interessantes rund um den ESC gesendet.

 

PRINZ-Blog-Urteil

Songqualität: 6/10
Interpretation: 5/10
Chancen auf Finaleinzug: 58% (Platz 10 im 1. Semifinale nach Ansicht der Prinz-Blogger und knapp im Finale vor Belgien/Platz 11 und 41%)