ESC-Songcheck (11): „Time“ von Uzari & Maimuna

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Was ist mit den Weißrussen los? Zum zweiten Mal in Folge wählte das Land einen Beitrag, ohne im Nachhinein Lied oder Interpret auszutauschen. Vielleicht trug der Erfolg von Teos Käsekuchen 2014 dazu bei, dass die Verantwortlichen wieder an die nationale Entscheidung glauben. Mit Geige und wandlungsfähiger Stimme interpretieren Uzari & Maimuna „Time“.

Am zweiten Weihnachtstag 2014 ermittelte das weißrussische Fernsehen seinen zwölften Teilnehmer für den Eurovision Song Contest. Bisher gelang jedoch nur viermal der Einzug ins Finale, davon 2013 und 2014 zweimal in Folge. Dabei tauschten die Weißrussen oftmals den nationalen Siegersong aus. 2015 blieb man aber der Vorentscheidung treu und schickt mit Uzari & Maimuna das Duo, das den Sieg am 26. Dezember mit 76 Punkten davon trug. Hier der LiveBlog.

Uzari, geboren am 11. Mai 1991 als Yuri Navrotsky, trat schon mehrfach national an. 2012 kam er mit dem bezeichnenden Song „The Winner“ auf Platz 5 und ein Jahr später mit „Secret“ auf Platz 8. Zudem verfasste er den weißrussischen Song zum Junior Eurovision Song Contest 2014. Erste Contestluft schnupperte Uzari als Chorsänger in Düsseldorf 2011.

Uzari und Maimuna Weißrussland 2015 1

Maimuna konnte mit ihren 35 Jahren schon mehr Erfahrungen sammeln. Geboren als Maimuna Mamadu Murasjko in St. Petersburg, belegte sie schon sehr früh bei vielen Wettbewerben vordere Plätze und nahm als sogenannte erste Geige des Landes schon zwei Alben auf. Eigentlich hätte sie als Tochter einer Weißrussin und eines Maliers in Mali aufwachsen sollen, aber sie vertrug das Klima nicht. Uzari und Maimuna lernten sich durch ihre Liebe zu „Herr der Ringe“ kennen.

 
Der Song

Da ist sie wieder, die unvermeidliche Geige. Schon Bloggerkollege WM sprach 2010 von der Geige und ihrer Bedeutung in der Eurovision. In „Time“ bildet sie jedoch ein passendes Gegenstück zu der Stimme von Uzari, die den Charakter einer eher zwielichtigen schmierigen Gestalt aufweist. Das ist aber nicht negativ gemeint, sondern lässt den Song besonders gut rüberkommen. Halt wie der böse Kobold, der an der Uhr dreht. Stimme und Instrument machen aus dem eher normalen Lied etwas besonderes. Zusammen mit Svetlana Geraskova verfasste Uzari den Song „Time“. Svetlana schrieb übrigens auch mit am Beitrag von Düsseldorf „I Love Belarus“ von Anastasiya Vinnikova. (Gruß an Bloggerkollege Peter).

Weißrussland 2015: Uzari & Maimuna – Time

 
Die Präsentation

Im Gegensatz zu vielen anderen Songs, die national dieses Jahr gewannen, fand ich die Darbietung bei der Vorentscheidung im Dezember schon sehr stimmig. Der Hintergrund zeigte mit seinen Uhrwerken, Zeigern und stilisierten Sanduhren sehr deutlich, worum es geht. Leider hopste Maimuna etwas zu eifrig durch die Szenerie, was der Atmosphäre ein wenig die Spannung nahm.

Wenn die Weißrussen die Hintergrunddarstellung in Wien auf größerer Bühne umsetzen können und die Kameraführung in einem Wechselspiel zwischen den zwei Hauptakteuren agiert, dürfte der Auftritt bei den Zuschauern Eindruck hinterlassen. Ich persönlich bin gespannt auf „Time“.

Und nun dürfen auch noch meine Bloggerkollegen zu Wort kommen.

 
Was PRINZ-Blogger darüber denken:

BennyBenny: Hatte mit der Nummer nicht schon Dima Bilan gewonnen? Nur damals ohne Genuschel, Geschrei und billige Produktion? 3/10 Punkte.

DJ Ohrmeister: Hübscher, völlig unbelarussischer Pop in gut verständlichem Englisch. Schade, dass der Text etwas dämlich ist, und dazu ein wenig repetitiv. 6/10 P.

Matthias: ‚Time’ besticht durch einen eingängigen Chorus, der gegen Ende allerdings zunehmend nervt. Zumindest gefällt mir Maimunas Geigenspiel. 5/10 Punkte.

OLiver: Positiv: „Time“ ist kurzweilig, Uptempo, energetisch und die Interpreten haben sichtlich Spaß. Negativ: kaum Innvation plus ein gewisses Nervpotenzial durch zu viele Wiederholungen. 5/10 P.

WM: Trümmerhymne? Powerpop? Man weiß es nicht so recht. Der Song hat eine musikalische Ausrichtung, die mir eigentlich schon beim ersten Hören auf die Nerven geht. Aber Geige ist immer gut! 3/10 Punkte.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von 5 Prinz-Bloggern nach ihren persönlichen Gusto bewertet. Im Durchschnitt erhält Weißrussland hier einen Wert von 4,4/10 Punkten. Dies ist in der Blogger-Wunschliste bisher Rang 6 im ersten Semifinale.

Unser Ranking: 1. Estland 7,8, 2. Serbien 7,2, 3. Belgien 6,6, 4. Niederlande 6,4, 5. Mazedonien 5,6, 6. Weißrussland 4,4. 7. Ungarn 4,2, 8. Griechenland 4,0, 9. Moldawien 3,4, 10. Armenien 3,2, 11. Finnland 3,0.

 
Die Prognose der PRINZ-Blogger

Weißrussland hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 49,1 Prozent und landet damit auf dem 14. Platz in Semifinale 1. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

 
Social Media

Eine Homepage lässt sich nicht ausmachen, aber auf Facebook und Twitter kann man die beiden finden. Auf Facebook freuen sich die beiden über noch mehr Likes, auch wenn sie mit Alexandros Panayi (Zypern 1995 und 2000) einen großen Verehrer haben. Das Bild unten stammt auch von dort.

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Vorschau: Morgen wagt sich Douze Points an den russischen Beitrag heran. Hoffentlich wird er die richtigen Worte zu diesem Beitrag finden.

Bereits erschienen im ESC Songcheck:

(1) Moldawien: „I want your love“ von Eduard Romanyuta
(2) Armenien: „Face the Shadow“ von Genealogy
(3) Belgien: „Rhythm inside“ von Loïc Nottet
(4) Niederlande: „Walk along“ von Trijntje Oosterhuis
(5) Finnland: „Aina mun pitää“ von Pertti Kurikan Nimipäivät
(6) Griechenland: „One last breath“ von Maria-Elena Kyriakou
(7) Estland: „Goodbye to yesterday“ von Elina Born & Stig Rästa
(8) Mazedonien: „Autumn leaves“ von Daniel Kajmakoski
(9) Serbien: „Beauty never lies“ von Bojana Stamenov
(10) Ungarn: „Wars for nothing“ von Boggie