ESC-Songcheck (12): „La la love“ von Ivi Adamou

Grade mal 18 Jahre jung ist Ivi Adamou aus Zypern, und kann dennoch bereits auf beachtliche Erfolge in ihrer Heimat, in Griechenland und – man glaubt es kaum – in Portugal zurückblicken. Bisheriger Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere wird sicherlich der Auftritt beim ESC in Baku mit „La la love“ werden, dem Ohrwurm, der mit einer Menge Vorschußlorbeeren im Mai im Land des Feuers an den Start gehen wird.

Vor drei Jahren wurde Ivi bekannt durch ihre Teilnahme an der zweiten „X Factor“-Staffel in Griechenland, wo sie unter der Obhut von Giorgos Theofanous (in ESC-Kreisen bekannt für seine Songs für Evridiki und One) immerhin Sechste wurde und sich mit Tracks von Lady Gaga, Pink oder Madonna in die Herzen der Zuschauer sang.

2010 erschien ihr Debütalbum „Kalokairi stin kardia“ (zu deutsch „Sommer im Herzen“), aus dem ihre ersten Single-Erfolge „A*G*A*P*I“ (in der englischen Fassung hieß das „Crashing down“) und „Sose me“ ausgekoppelt wurden. Die Platte erreichte Platin-Status, ein beachtlicher Erfolg für die damals 16-jährige. Ihre Weihnachts-EP „Christmas with Ivi Adamou“ wurde außer auf dem griechischsprachigen Markt auch in Finnland und Portugal veröffentlicht, und erreichte im Land des Fado unglaublichen Dreifach-Platin-Status.

Mit 17 schon ein Star in Portugal: Ivi sang 2010 vier Weihnachtssongs auf einer EP

Interessant sind zudem die Zusammenarbeiten mit anderen Bands, die Ivi zu der Zeit zu großen Erfolg verhalfen. Der Song „San erthei i mera“ („Wenn der Tag kommt“) mit der Hiphop-Band Stavento wurde zum meistgedownloadeten Track des Jahres 2010 in Griechenland. Sie sang mit der Gruppe Otherview („Last kiss“) und der trendigen Band Melisses („Krata ta matia sou kleista“) und ging mit ihnen auf Tour.

Ihr drittes Album „San ena oneiro“ („Wie ein Traum“) aus dem letzten Sommer wird jetzt mit der Zugabe der drei ESC-Songs wiederaufgelegt als „Euro Edition“. Mit drauf ist logischerweise der am 25. Januar ausgewählte Floorfiller „La la love“, der aus der schwedischen Hitfabrik stammt (von Alex Papaconstantinou, Bjorn Djupström, Alexandra Zakka und Viktor Svensson).

Es ist ein simpler, tanzbarer Song im Stile vieler aktueller Chartsongs, bißchen billig vielleicht, ziemlich repetitiv, einige sagen: nervig. Er war der klare Favorit in der fast zweistündigen Show des zypriotischen Fernsehens (hier der Live-Blog dazu), die etwas zäh und mit teilweise recht albernen Interviews eigentlich nur unnötiges Beiwerk war zur Auswahl von „La la love“. Wobei mir damals die starke Ballade „You don’t belong here“ super gefiel. Aber der Song hatte, genau wie der zweite Dance-Track, „Call the police“, keine Chance gegen das eingängige „La la love“. Die merkwürdigen Ruderbewegungen aus dem ersten Promo-Clip (siehe unten) und dem VE-Auftritt hat sich Ivi übrigens mittlerweile abgewöhnt und bei der griechischen Vorentscheidung schonmal einen Einblick in die zu erwartende choreographierte Version gegeben. Das schaute meilenweit besser aus als noch das Gehampel im Januar.

In Fankreisen wird der Song aktuell sehr hoch gevotet, die Chancen beim ESC sehen viele aber eher gemischt, oder sagen wir: realistisch. Konservenware wie diese hat es auf der ESC-Bühne eher schwer, auch wenn es sich um einen Fanfavoriten handelt, wie unser Blogger-Kollege DJ Douze Points bereits bei der Bekanntgabe der Songs feststellte (siehe Charlotte Perrelli 2008 oder Kati Wolf anno 2011).

Hier der eben erwähnte Promo-Clip, der vor der Vorentscheidung rauskam:

 

Und so schaut nun der offizielle Videoclip aus, recht düster und mit seiner Märchenoptik m.E. irgendwie nicht so wirklich passend zur Sommerhit-Atmo des Songs:

 

> zur Facebook-Seite von Ivi Adamou

> zur Website von Ivi Adamou

 

PRINZ-Blog-Urteil

Songqualität: 7/10
Interpretation: im Januar noch 3/10, mittlerweile 6/10
Chancen auf Finaleinzug: 68% (und damit nach Ansicht der Blogger Sechste im ersten Semi)