ESC Songcheck (13): „The way you are“ von Anti Social Media

Anti Social Media Dänemark 2015

Der dänische Vorentscheid Dansk Melodi Grand Prix hat in den letzten Jahren eine Reihe erfolgreicher ESC-Titel hervorgebracht, die auch im eigenen Land häufig zu Hits wurden. „The Way You Are“ hingegen war charttechnisch in Dänemark ein Flop. Ist das ein schlechtes Omen für Wien?

Der dänische Vorentscheid hatte eine spannende Abstimmung: Während die Jurys dem Fan-Favoriten „Suitcase“ sechs bis maximal zehn Punkte zusprachen, erhielten Anti Social Media von vier der fünf Jurys die Höchsnote. Das Publikum, das am liebsten Anne Gadegaard mit ihrem „Suitcase“ nach Wien geschickt hätte, konnte das Ruder mit seinen Punkten nicht mehr rumreißen. Am Ende lag „The Way You Are“ knapp vorn.

Die Gruppe Anti Social Media wurde extra für den dänischen Vorentscheid gegründet. Der 19-jährige Sänger Philip Thornhill wurde als erster von den Produzenten Remee und Lars Pedersen entdeckt und für den Vorentscheid rekrutiert. Anschließend kamen David Vang (25), Emil Vissing (24) und Nikolaj Tøth (19) dazu.

Ihren Bandnamen fanden die vier bei einem Brainstroming. Dabei hatten sie alle ihre Telefone am Wickel, was eher anti-sozial war. Und schon war der Name geboren.

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Der Song

„The Way You Are“ ist ein Brit Pop-Rock-Song mit Anleihen in den 60er Jahren. Geschrieben wurde er von Remee und Chief 1 (Lars Pedersen). Beide haben bereits ESC-Erfahrung: Soluna Samay schrieben sie „Should have known better“, das 2012 in Baku auf dem 23. Platz landete. Zuvor hatten sie für die No Angels „Disappear“ verfasst, das 2008 in Belgrad auf einem geteilten letzten Platz landete. Noch so ein schlechtes Omen…

Inhaltlich geht es – wie der Titel bereits signalisiert – um die Großartigkeit einer/s Angebeteten. Der Aufbau des Liedes ist dabei ungewöhnlich: Nach der ersten Strophe, dem ersten Refrain und der zweiten Strophe kommt ein textlich leicht abgewandelter Refrain, der übergeht in eine verhältnismäßig lange Brücke. Anschließend wird der erste Teil des Refrains zweimal unterschiedlich transponiert, bevor nach einer weiteren Brücke ein weiteres Mal der Refrain erklingt.

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Das hört sich nicht nur nach einer Menge an, das ist es auch. Man fragt sich, ob der Song wirklich nur drei Minuten lang ist. Und wer nach diesen drei Minuten nicht weiß, dass der dänische Song „The Way Your Aaaaaaare“ heißt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Oder er ist einfach so genervt, dass er versucht, den Titel schnell zu vergessen.

Denn in der Tat: Das ständige Wiederholen der Hookline geht spätetens beim zweiten Hören des Songs erheblich auf die Nerven. Da Philips Stimme weder besonders gut, noch besonders auffällig und er auch vergleichsweise uncharismatisch ist, bleibt nicht viel, womit der Beitrag fesselt. Lediglich Philips drei Mitstreiter sorgen – auch in ihrer Interaktion – zumindest visuell für ein bisschen Futter.

Dänemark 2015: Anti Social Media – The Way You Are

 

Die Präsentation

Beim dänischen Vorentscheid präsentierten sich Anti Social Media als klassische Pop-Band in 60er-Jahre-Optik. Viel Schwarz, Weiß und Grau. Einziger Farbtupfer: Die beiden Backgroundsängerinnen in feschen Etui-Kleidern und mit kleiner Hand-Choreographie. Die Bandmitglieder imitieren Konzertstimmung und schaffen es, einen Funken Spaß zu verbreiten.

Es kann davon ausgegangen werden, dass uns etwas ähnliches auch in Wien erwarten wird. Eine Band ist nun einmal eine Band und keine Boygroup, die eine einstudierte Choreo vortanzen würde. Es würde auch gar nicht zum Musikstil passen. Was bleibt: Als Band gut interagieren, Spaß verbreiten – und für Philip: besser singen als beim Vorentscheid. Die Backgroundsängerinen, die etwas an die Serbin Nina 2011 erinnern, sind ein Must-Have. Vielleicht lässt sich die Nummer noch mit etwas Pyro pimpen.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

Armen: Fröhlicher Skandinavien-Schlager – der niemandem weh tut. Aber auch ein wenig belanglos. 6/10 Punkte (auch nur im Rahmen der vielen Balladen, sonst wären es wohl weniger Punkte).

BennyBenny: Bislang vollkommen unterbewertet und mindestens unter meinen Top 5 dieses ESC-Jahres. 8/10 Punkte.

DJ Ohrmeister: Ziemlicher Anti-Climax im Chorus bei dieser Mitklatschnummer, die nicht mal durch besondere Bandoptik punkten kann. 3/10 P.

Marc: Extra für den ESC zusammen konstruierte Band mit leicht verdauchlicher ESC Kost, die keinem weh tut, aber auch nicht richtig begeistert. 5/10 Punkte.

Matthias: Vier farblose Jungs liefern ein steriles Beatles-Revival, dessen Mitklatsch-Einladung auch in die Carmen-Nebel-Show passen würde. Öde. 2/10 Punkte.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von 5 Prinz-Bloggern nach ihren persönlichen Gusto bewertet. Im Durchschnitt erhält Dänemark hier einen Wert von 4,8/10 Punkten. Dies ist in der Blogger-Wunschliste bisher Rang 7 im ersten Semifinale.

Unser Ranking: 1. Estland 7,8, 2. Serbien 7,2, 3. Belgien 6,6, 4. Niederlande 6,4, 5. Russland 6,0, 6. Mazedonien 5,6, 7. Dänemark 4,8, 8. Weißrussland 4,4. 9. Ungarn 4,2, 10. Griechenland 4,0, 11. Moldawien 3,4, 12. Armenien 3,2, 13. Finnland 3,0.

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Dänemark hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 57,3 Prozent und landet damit auf dem 10. Platz in Semifinale 1. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

 

Social Media

Anti Social Media sind entgegen ihrem Bandname sehr Social Media und auch nur auf entsprechenden Plattformen im Netz zu finden, so bei Facebook und Istagram.

 

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Vorschau: Morgen kümmert sich Jan um den albanischen Beitrg von Elhaida Dani.

Bereits erschienen:

Bereits erschienen im ESC Songcheck:

(1) Moldawien: „I want your love“ von Eduard Romanyuta
(2) Armenien: „Face the Shadow“ von Genealogy
(3) Belgien: „Rhythm inside“ von Loïc Nottet
(4) Niederlande: „Walk along“ von Trijntje Oosterhuis
(5) Finnland: „Aina mun pitää“ von Pertti Kurikan Nimipäivät
(6) Griechenland: „One last breath“ von Maria-Elena Kyriakou
(7) Estland: „Goodbye to yesterday“ von Elina Born & Stig Rästa
(8) Mazedonien: „Autumn leaves“ von Daniel Kajmakoski
(9) Serbien: „Beauty never lies“ von Bojana Stamenov
(10) Ungarn: „Wars for nothing“ von Boggie
(11) Weißrussland: „Time“ von Uzari & Maimuna
(12) Russland: „A Million Voices“ von Polina Gagarina
dazu: der polemische Songcheck zu Russland