ESC Songcheck (14): „I’m alive“ von Elhaida Dani

Elhaida Dani Albanien 2015

Niemand außer der albanischen Delegation weiß momentan wohl wirklich, aus welchem Grund Elhaida Dani in Wien nicht den Song präsentieren wird, mit dem sie das Ticket nach Wien überhaupt erst gewonnen hat. Aber nun ist es so, wie es ist – und wir beschäftigen uns  deshalb zumindest heute auch nicht mehr mit den ollen Kamellen, sondern richten unseren Fokus ganz auf den neuen Titel „I´m alive“.

Elhaida ist 22 Jahre alt und beim diesjährigen ESC gibt es wohl kaum jemanden, der castingshowgestählter ist als diese junge Dame aus Shkodra. Nicht nur, dass sie 2009 die albanische Staffel der „Star Academy“ gewann. Sie nahm auch an diversen Festivals im In- und Ausland statt, bevor sie 2013 den Schritt über das Meer wagte und sich bei „The Voice of Italy“ anmeldete. Natürlich gewann sie auch dort und ist spätestens seit diesem Triumph ein großer Star in ihrer Heimat.

Dass sie eines Tages ihr Land bei einem ESC vertreten würde, war spätestens klar, als sie 2013 als frischgebackene Stimme Italiens beim Finale des Festivali i Kenges in der Pause auftrat. Das Publikum lag ihr bereits dort zu Füßen und hätte wohl am liebsten sie statt Hersi nach Kopenhagen geschickt. Und nur ein Jahr später war es dann soweit. Mit dem deutlich italo-geprägten Machwerk „Diell“ sang Elhaida im vergangenen Dezember in Tirana alles an die Wand und wurde zur Siegerin des Festivals gekürt (HIER geht es zum damaligen Live-Blog). Nur wenige Wochen später zog der Komponist des Liedes seinen Song aus dem Wettbewerb zurück – angeblich aus persönlichen Gründen. Vielleicht wird das Geheimnis um diese Entscheidung ja in Wien noch einmal gelüftet.

Das albanische TV schickte dann aber glücklicherweise nicht die zweitplatzierte Bojken Lako Band nach Wien, sondern ließ Elhaida ihren Titel. Flugs begab sie sich ins Studio und nahm „I´m alive“ an nur einem Wochenende auf.

Elhaida Dani Albanien 2015 3

Der Song

Das ungewöhnliche am albanischen Song ist, dass die einzige zu vernehmende Hook weder im Refrain noch im Vers zu finden ist. Vielmehr gibt es diesen „Ayayay-Teil“, der das komplette Lied einrahmt – man kann auch sagen umklammert – und die Verbindung zwischen den einzelnen Songteilen herstellt. Er ist eigentlich auch das Einzige, an das man sich im Nachhinein erinnert. Die Melodie dazwischen klingt nach einer ausgesprochen unauffälligen Midtempo-Ballade auf Balkan-Rhythmus.

Der Song plätschert weitestgehend vor sich hin – bis ca. 30 Sekunden vor Schluss. Man möchte fast sagen, es gibt „keine besonderen Vorkommnisse“. Dann aber dreht Elhaida insbesondere stimmlich noch einmal am großen Rad und versucht, das Letzte aus der wenig packenden Melodie heraus zu holen. Mit dem beruhigenden „Ayayay“ holt sie den Song dann aber wieder auf Normalmaß zurück und er hört genau so auf, wie er begonnen hat.

 

Die Präsentation

Im Internet kursiert seit wenigen Tagen ein Video von einem Auftritt im albanischen Fernsehen. Dieser Auftritt zeigt sie eingerahmt von vier Musikern am Keyboard, an den Bässen sowie an den Drums. Das könnte auch für Wien das Mittel der Wahl sein. Zum Ende hin stellt Elhaida den Mikrofonständer an die Seite und gibt alles. Dabei wird sie versuchen müssen, den Song nicht „überzuperformen“. Bei aller Liebe zu Manierismen im weiblichen Ausdrucksgesang – an der Stelle kann die Stimmung auch kippen und Elhaida kreischt sich dann um Kopf und Kragen, weil sie dann von einer Sängerin zur Nervensäge mutiert!

Optisch hätte ich noch eine Anmerkung: Ich finde, diese glatten schulterlangen Haare gehen gar nicht und wirken irgendwie gnadenlos billig. `Ne flotte Föhndauerwelle (siehe Fotos) macht da deutlich mehr her!

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

Armen: Ich finde absolut keinen Zugang zu diesem Lied. Aber das Make-Up ist sicher das Beste in 2015! 5/10 Punkte.

DJ Ohrmeister: Bisschen breiiger Ethno-Pop, der über weite Strecken ziemlich anstrengend (und gleichzeitig kurioserweise auch langweilig) ist. 4/10 P.

Douze Points: Nettes, aber weitgehend belangloses Liedchen. Klassisches CD-Füllmaterial. Aber: Tolle Stimme! 4/10 Punkte.

OLiver: Ein Song fürs zweite und dritte Hören ist keine gute Idee für den ESC. Elhaida wirkt charismatisch und sehr zielstrebig, leider kommt der Titel erst spät in Fahrt. 6/10 Punkte.

Peter: Unter all den easy Balladen überdurchschnittlich, aber mitreißend ist ‚was anderes. Elhaida sieht süß aus. 5/10 Punkte.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von 5 Prinz-Bloggern nach ihren persönlichen Gusto bewertet. Im Durchschnitt erhält Albanien hier einen Wert von 4,8/10 Punkten. Dies ist in der Blogger-Wunschliste bisher Rang 7 im ersten Semifinale – gemeinsam mit Dänemark. Ranking: 1. Estland 7,8, 2. Serbien 7,2, 3. Belgien 6,6, 4. Niederlande 6,4, 5. Russland 6,0, 6. Mazedonien 5,6, 7. Dänemark 4,8, 7. Albanien 4,8, 9. Weißrussland 4,4. 10. Ungarn 4,2, 11. Griechenland 4,0, 12. Moldawien 3,8, 13. Armenien 3,2, 14. Finnland 3,0.

Mit meinen Blogger-Kollegen liege ich da ungefähr auf einer Wellenlänge. Im Bereich zwischen 3 und 5 Punkten hätte ich auch die Noten gezogen – allerdings vermutlich eher 3 als 5…

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Die Prognose der PRINZ-Blogger

Albanien hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 51,8 Prozent und landet damit auf dem 11. Platz in Semifinale 1. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

 

Social Media

Elhaida hat natürlich eine eigene Facebook-Seite. Als moderne, junge, albanische Frau twittert sie selbstverständlich auch. Über die Facebook-Seite gelangt man auch zu Elhaidas Instagram-Profil. Fast schon erstaunlich, das sie keine eigene Homepage hat. Aber bei diesen ganzen sozialen Medien ist das ja eigentlich auch gar nicht mehr notwendig!

 

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Vorschau: Morgen ist Marc dran – er wird einen Blick auf den Beitrag aus Rumänien werfen.

Bereits erschienen im ESC Songcheck:

(1) Moldawien: „I want your love“ von Eduard Romanyuta
(2) Armenien: „Face the Shadow“ von Genealogy
(3) Belgien: „Rhythm inside“ von Loïc Nottet
(4) Niederlande: „Walk along“ von Trijntje Oosterhuis
(5) Finnland: „Aina mun pitää“ von Pertti Kurikan Nimipäivät
(6) Griechenland: „One last breath“ von Maria-Elena Kyriakou
(7) Estland: „Goodbye to yesterday“ von Elina Born & Stig Rästa
(8) Mazedonien: „Autumn leaves“ von Daniel Kajmakoski
(9) Serbien: „Beauty never lies“ von Bojana Stamenov
(10) Ungarn: „Wars for nothing“ von Boggie
(11) Weißrussland: „Time“ von Uzari & Maimuna
(12) Russland: „A Million Voices“ von Polina Gagarina
dazu: der polemische Songcheck zu Russland
(13) Dänemark: „The way you are“ von Anti Social Media