ESC-Songcheck (14): „Together“ von Ryan O’Shaughnessy

Seit 2013 konnte sich Irland nicht mehr für das Finale des ESC qualifizieren und selbst damals wurde Ryan Dolan am Ende nur Letzter. Glaubt man den Prognosen, könnte es auch für Ryan O’Shaughnessy und seinen Song „Together“ in diesem Jahr düster aussehen. Hat der irische Sender RTÉ keine Lust mehr auf den ESC?

 

Der Interpret

Ryan O’Shaughnessy ist 25 Jahre alt und kommt aus Skerries in Irland. Er spielte neun Jahre lang in der Serie „Fair City“ mit, bevor er sich auf seine musikalische Karriere konzentrierte. 2012 nahm er an „The Voice of Ireland“ teil, ging parallel aber trotzdem auch zu den Castings für „Britain’s Got Talent“. Während er bei „The Voice“ lediglich in die Liveshows kam, schaffte er es bei „Britain’s Got Talent“ ins Finale und wurde letztendlich Fünfter. Seine Debüt-EP konnte sich in den irischen Charts auf Platz 1 setzen.

Danach kam Ryans Karriere aber ins Stocken und seit 2013 wartet er nun auf einen weiteren kommerziellen Erfolg. Nun bekommt er also eine zweite Chance, seine Karriere anzukurbeln, denn Ende Januar wurde Ryan als direktnominierter Vertreter Irland für den ESC 2018 in Lissabon bekanntgegeben.

Ryan ist übrigens der Neffe von Gary O’Shaughnessy, der Irland 2001 mit „Without Your Love“ in Kopenhagen vertrat.

 

Der Song

Ryans Song für Lissabon heißt „Together“ und ist eine sehr ruhige Ballade. Sie beginnt zunächst gar nicht schlecht, weil Ryan die erste Strophe sehr gefühlvoll singt und zum Refrain dann eine Background-Sängerin einsetzt. Die zweistimmigen Passagen klingen sehr harmonisch und bieten etwas Abwechslung. Das Problem des Songs ist aber, dass ab dann nicht mehr viel passiert und vor allem der Refrain nicht wirklich einprägsam ist. Selbst die Bridge ist gänzlich unaufgeregt und das nicht im besten Sinne. Da hilft dann auch der Chor nichts mehr, der Ryan am Ende des Songs stimmlich unterstützt.

Auch dieses Jahr scheint die Motivation beim irischen Sender RTÉ nicht wirklich groß zu sein, stattdessen rennt man lieber wieder gegen dieselbe Wand wie im vergangenen Jahr und nominiert eine unscheinbare Ballade von einem unscheinbaren Sänger. In diesem Sinne hatten wir auch schon die Song-Veröffentlichung kommentiert. „Together“ werden die meisten Zuschauer schon wieder vergessen haben, bevor es überhaupt vorbei ist.

 Irland 2018: Ryan O’Shaughnessy – Together

 

Die Präsentation

„Together“ könnte sich höchstens noch durch eine atemberaubend gute Darbietung ins Finale retten. Doch nach den irischen Inszenierungen der vergangenen Jahre habe ich in dieser Hinsicht wirklich erhebliche Zweifel. Es bräuchte schon etwas vom Kaliber eines „Calm After the Storm“ und selbst dann müsste Ryan immer noch um den Finaleinzug zittern. Irland sollte jedenfalls einen entsprechenden Fachmann beauftragen, um sich zumindest noch eine klitzekleine Chance auf das Finale zu bewahren.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

BennyBenny: Ups, kurz eingeschlafen. Was komponiert sich Irland da eigentlich jedes Jahr zusammen? Tut ganz bestimmt nicht weh, aber das war’s dann eben leider auch schon.

Douze Points: Herrlich veraltet-kitschige Boyband-Schmachtballade, die aus einem Notenstapel nicht-realisierter Kompositionen aus den 90er Jahren herausgefallen sein könnte. Tut überhaupt nicht weh und ist schön gesungen. Nur leider bleibt davon überhaupt nichts hängen – nur die gay-freundliche Videoinszenierung.

Salman: Ryan hat eine tolle Stimme und viel Ausstrahlung. Er könnte daher positiv überraschen und als Außenseiter den Einzug ins Finale schaffen. Sehr schönes Video, ich bin auf die Bühnenperformance gespannt.

Tjabe: Und wieder einmal Jammergesang von der Insel. Man fragt sich heute, wie Irland in den Neunzigern so häufig siegen konnte. Waren die anderen so schlecht oder lag es nur an der Sprache? Eigentlich hat RTE nicht aus den Misserfolgen der letzten Jahre gelernt. Schade um den nächsten Sänger, der verheizt wird.

 

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Irland hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 16 Prozent und landet damit auf Platz 19 in Semifinale 1 und bildet damit das Schlusslicht. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das erste Semifinale.

 

Social Media

Ryan ist auf Facebook zu finden, ebenso auf Twitter und Instagram.

 

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Vorschau: Bereits heute Nachmittag stellt Tjabe an dieser Stelle „Crazy“ von Franka aus Kroatien vor.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai
(8) Litauen: „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė
(9) Tschechien: „Lie to Me“ von Mikolas Josef
(10) Weißrussland: „Forever“ von Alekseev
(11) Armenien: Qami von Sevak Khanagyan
(12) Finnland: „Monsters“ von Saara Aalto
(13) Griechenland: „Oneiro Mou“ von Yianna Terzi