ESC-Songcheck (15): „Crazy“ von Franka

Im letzten Jahr holten sie mit Jacques Houdek und seinen zwei Stimmen das Finale. Eine ganz verrückte Darbietung. 2018 besingen sie „Crazy“, aber kehren damit in gewohntere Fahrwasser zurück. Ob Franka mit ihrem Song das internationale Publikum überzeugen kann?

 

Die Interpretin

Franka Batelić, geboren am 7. Juni 1992, wurde durch ihren Sieg bei der Casting-Show „Showtime“ 2007 bekannt. Einer der Juroren war ihr Vorgänger beim Eurovision Song Contest, nämlich Jacques Houdek. Sie konnte danach einige erfolgreiche Singles veröffentlichen und wurde über die Landesgrenzen bekannt.

2009 trat sie bei der nationalen Vorentscheidung „DORA“ mit „Pjesma za kraj“ teil, wurde aber nur Siebte mit 18 Punkten und im Jahr darauf wiederholte sie das Ergebnis mit „Na tvojim rukama“ und 21 Punkten. Besser schnitt sie da beim kroatischen „Let’s Dance“-Finale ab. Das gewann sie mit ihrem Partner Ištvan Varga. Sie tritt in die Fußstapfen der polnischen Sängerin Kasia Moś aus 2017, denn sie engagiert sich auch im Tierschutz.

Am 13. Februar gab das kroatische Fernsehen bekannt, dass Franka mit dem Titel „Crazy“ nach Lissabon fahren darf, nachdem man die Idee, eine Vorentscheidung abzuhalten, gekippt hatte. Hier und hier haben wir berichtet.

 

Der Song

„Crazy“ ist ein langsamer, betont gesungener Song. Während die Strophen eher im Popmodus fließen, kommt im Refrain immer mehr das Blues-Element zum Tragen. Die Stakkato-Schlusspassagen im Refrain geben dem eher schleppenden Tempo des Liedes eine gute Zäsur und legen eine gute Basis für den neuen Vers. Da stört auch der kurze Sprechteil nicht. Markant und für den Song sehr bedeutend ist die eher tiefe kräftige Stimme von Franka, welche dem Lied seine besondere Färbung gibt.

Geschrieben wurde das Lied von Franka selbst und die Musik lieferte Branimir Mihaljević. Franka hatte noch drei weitere potentielle Songs zur Auswahl, aber empfand „Crazy“ als den einzig geeigneten Beitrag für die Eurovision. In Kroatien hat sich das Lied schon bis auf Platz 1 der Charts hochgearbeitet.

Kroatien 2018: Franka – Crazy

 

Die Präsentation

Beim Vortrag von „Crazy“ sollte sich Franka an ihrem Video orientieren. Mit fünf Tänzern, die vielleicht auch noch chortechnisch singen können, wäre eine Modern-Dance-Performance mit langsamen ausholenden Bewegungen sicherlich passend zum Lied. Man sollte bei der Farbgebung nicht unbedingt die klaren Grundfarben nutzen, sondern eher die sandigen wärmenden Nuancen aussuchen.

Auch das Outfit, das Franka im Video nutzt, passt sicher gut zur Bühnenperformance. Wallende, zerfetzte Stoffelemente an den Kleidern lassen sich gut für eine solche Darbietung nutzen.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

Jan: Man muss hoffen, dass die ausgesprochen hübsche Franka die Zuschauer mit ihrer Laszivität überzeugt – ihr Midtempo-Song tut es nämlich nicht wirklich. Geht bei mir links rein und rechts wieder hinaus.

Marc: Die mehrfache Dora-Teilnehmerin Franka Batelic offeriert uns hier eine Fusion verschiedener Soundelemente. Jeder Part für sich klingt ganz nett, aber zusammen wirkt es etwas konstruiert und man weiß nicht so recht, wo der Song denn nun eigentlich hin will.

Matthias: Gut, dass man beim ESC jedes Lied nur einmal hört. „Crazy“ nervt nämlich schnell. Dabei ist das Lied an sich interessant aufgebaut, und Franka Batelic wird das mit ihrer Erfahrung gut performen. Aber „Crazy“ hat etwas Anstrengendes.

Tjabe: Mir persönlich gefällt das Lied. Normalerweise ist diese Art von Song nicht ganz mein Stil, aber die dunkle Stimme macht das Lied schon gehaltvoll. Aber „Crazy“ ist halt nicht so verrückt wie der Beitrag von Jacques Houdek in 2017, daher kann es am Ende auch heißen: Ich habe leider keinen Umschlag für Dich.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Kroatien hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 36 Prozent und landet damit auf Platz 13 in Semifinale 1. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das erste Semifinale.

 

Social Media

Franka findet man hier bei Facebook mit Bildern wie unten aus Lissabon. Bei Twitter gibt es sie auch, aber seit 2014 passiert hier nix. Hier ist dann auch noch ihr Instagram-Profil.

 

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Vorschau: Morgen geht es für mich auf dem Balkan gleich weiter in ein Land, dem wir dieses Jahr fast keinen Songcheck hätten schenken können, nämlich nach Mazedonien.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai
(8) Litauen: „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė
(9) Tschechien: „Lie to Me“ von Mikolas Josef
(10) Weißrussland: „Forever“ von Alekseev
(11) Armenien: Qami von Sevak Khanagyan
(12) Finnland: „Monsters“ von Saara Aalto
(13) Griechenland: „Oneiro Mou“ von Yianna Terzi
(14) Irland: „Together“ von Ryan O’Shaughnessy