ESC Songcheck (15): „De la capăt (All over again)“ von Voltaj

Voltaj 1

Einen Song mit Botschaft, das hat Rumänien 2015 mit der Band Voltaj im Gepäck. Die sozial engagierte Band möchte den ESC nutzen, um auf ihre Kampagne delacapat.ro aufmerksam zu machen und das Schicksal von zurück gelassenen Kindern in den Mittelpunkt zu rücken, deren Eltern als Gastarbeiter ihr Geld im Ausland verdienen.

Voltaj ist ein rumänisches RockPop-Band-Urgestein und existiert bereits seit 1982. Die Band hat sich nach der Stromspannung benannt und wechselte schon mehrfach die Formation. Heute besteht besteht Voltaj aus Sänger Călin Goia, dem E-Gitarristen Gabriel Constantin, Keyboarder Adrian Cristescu, Bassist Valeriu Ionescu und Schlagzeuger Oliver Sterian. Meilensteine in der Karriere waren das erste Album 1996 sowie 2005 der Gewinn des MTV European Music Award als bester rumänischer Act. Die erfolgreichsten Singles sind Lumea E A Mea (Die Welt gehört mir), Da Vina Pe Voltaj (Gib Voltaj die Schuld) und der Song „20″. Die Band tourt gerne durch Europa und gibt im Schnitt über 100 Konzerte pro Jahr.

Diese Bühnenerfahrung und Routine merkte man der Band auch beim rumänischen Vorentscheid Selectia Nationala 2015 an. „De la capăt“ war bereits ein veritabler Radiohit in Rumänien und gewann in der rumänischen Version sowohl das Televoting als auch das Juryvoting gegen die ebenfalls hoch gewettete ESC Veteranin Luminita Anghel letztlich sehr souverän (hier unser Live-Blog).

Voltaj 2

 

Der Song

Text und Musik stammen von Gabriel Constantin, Călin Gavril Goia, Adrian Cristescu, Victor-Răzvan Alstani und Silviu-Marian Păduraru. „De la capăt“ ist ein schnörkelloser eingängiger Mainstream-Radiopop-Song, der vom Stil etwas an Coldplay erinnert. ESC Songs mit einer Botschaft hatten wir schon einige im Laufe der Zeit. Dieser Song hat mehr noch ein richtiges Anliegen: rund 3 Millionen Rumänen verdienen angeblich ihr Geld im Ausland und entsprechend viele Schicksale verlassener Gastarbeiterkinder gibt es.

Voltaj haben sich deshalb auch schwer getan, sich auf eine Sprache festzulegen. Auf rumänisch klingt der Song nämlich klasse, aber Voltaj möchten ja möglichst viele Menschen erreichen und daher war kurz in der Diskussion, ganz auf Englisch umzuschwenken. Nun hat man sich für den Kompromiss entschieden.

Rumänien: Voltaj – De la capăt (All over again)

 

Die Präsentation

Ziel sollte es natürlich sein, die Botschaft des Gastarbeiterkinder-Schicksals gelungen und authentisch zu transportieren. Das bietet Chancen, aber auch Risiken für Voltaj und kann polarisieren. Bei der Selectia Nationala entschied man sich für einen emotionalen Beginn, als sich eine Mutter von ihrem im Bett liegenden Kind verabschiedet. Dazu gab es auf der ganzen Bühne verstreut Koffer sowie Sequenzen aus dem offiziellen Videoclip. Der Soundteppich von „De la Capăt“ spiegelt zumindest in Kombination mit dem Video die Weite bzw Distanz zu den Eltern schön wieder. Da die Bühne in Wien spektakulär werden soll und die Rumänen gerne aufwändige Bühnenshows inszenieren, werden wir wahrscheinlich drei unterhaltsame Minuten mit Voltaj erleben.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

BennyBenny: Tut nicht weh, aber ist auch kein bisschen zwingend. Gähn. 4/10 Punkte.

Douze Points: Mit und ohne Video erreicht mich der Titel und bleibt hängen. Traurig und schön gleichermaßen. 8/10 Punkte.

Jan: Dieser solide Radiopopsong lässt mich vergleichsweise kalt. Punktabzug für den Sprachtausch, das Englisch könnte gruseliger fast nicht sein. 3/10 Punkte.

OLiver: Ein wertvoller Song mit einem starken Motiv, das universell verständlich werden sollte. Klug, das Rumänische weitgehend zu erhalten. Ein anspruchsvoller und sehr authentischer Beitrag. 8/10 P.

Peter: Anständiger Text, die Botschaft ist nicht so aufdringlich wie etwa bei Ungarn. Musikalisch aber komplett unauffällig, doesn’t do it 4 me. 3/10 Punkte.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von 5 Prinz-Bloggern nach ihren persönlichen Gusto bewertet. Im Durchschnitt erhält Rumänien hier einen Wert von 5,2/10 Punkten. Dies ist in der Blogger-Wunschliste bisher Rang 7 im ersten Semifinale.

Unser Ranking: 1. Estland 7,8, 2. Serbien 7,2, 3. Belgien 6,6, 4. Niederlande 6,4, 5. Russland 6,0, 6. Mazedonien 5,6, 7. Rumänien 5,2, 8. Dänemark & Albanien 4,8, 10. Weißrussland 4,4. 11. Ungarn 4,2, 12. Griechenland 4,0, 13. Moldawien 3,4, 14. Armenien 3,2, 15. Finnland 3,0.

Voltaj 3

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Rumänien hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 66,4 Prozent und landet damit auf dem 7. Platz in Semifinale 1. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

Social Media

Im WorldWideWeb sind Voltaj mit eigener Webpage und eigenem YouTube Channel vertreten. Außerdem sind sie auf Facebook zu findern und twittern.

 

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Vorschau: Morgen schließen wir den Songcheck für das erste Semifinale ab. OLiver widmet sich der Kriegerin aus Georgien.

Bereits erschienen:

(1) Moldawien: „I want your love“ von Eduard Romanyuta
(2) Armenien: „Face the Shadow“ von Genealogy
(3) Belgien: „Rhythm inside“ von Loïc Nottet
(4) Niederlande: „Walk along“ von Trijntje Oosterhuis
(5) Finnland: „Aina mun pitää“ von Pertti Kurikan Nimipäivät
(6) Griechenland: „One last breath“ von Maria-Elena Kyriakou
(7) Estland: „Goodbye to yesterday“ von Elina Born & Stig Rästa
(8) Mazedonien: „Autumn leaves“ von Daniel Kajmakoski
(9) Serbien: „Beauty never lies“ von Bojana Stamenov
(10) Ungarn: „Wars for nothing“ von Boggie
(11) Weißrussland: „Time“ von Uzari & Maimuna
(12) Russland: „A Million Voices“ von Polina Gagarina
dazu: der polemische Songcheck zu Russland
(13) Dänemark: „The way you are“ von Anti Social Media
(14) Albanien: „I’m alive“ von Elhaida Dani