ESC-Songcheck (17): „Nobody but you“ von Cesár Sampson

Österreich hat wie bereits im Vorjahr seinen Teilnehmer intern nominiert. Seit 2014 waren die Österreicher immer im ESC-Finale vertreten. 2016 war Zoë allerdings überwiegend im Televoting erfolgreich, während 2017 Nathan Trent ausschließlich im Jury-Voting seine Finalpunkte sammelte. Diesmal möchte Cesár Samspson mit seinem Song „Nobody but you“ beide Wertungsgruppen gleichermaßen ansprechen. Wie dafür die Chancen stehen, prüfen wir in unserem Songcheck.

 

Der Interpret

Cesár Sampson wurde am 18. August 1983 geboren und stammt aus einer sehr musikalischen Familie (mehr dazu im Interview). Bereits im Alter von 17 Jahren tourte er als Leadsänger mit einigen renommierten Acts wie Kruder & Dorfmeister, Sofa Surfers und Louie Austen. Danach wechselte hinter die Kulissen und arbeitet nun in der Musikbranche als Songwriter, Texter und Vocal Coach. Darüber hinaus ist er als Personal Trainer aktiv, er modelt gelegentlich und arbeitet als Artistic Director an der Wiener Urania (mehr dazu im Interview).

Cesár Sampson und der Eurovision Song Contest haben sich bereits zweimal als Erfolgsgeschichte erwiesen. Als Mitglied von Symphonix International gehört er zum in Wien ansässigen Produzenten-Kollektiv, das Bulgarien 2016 und 2017 zu den historischen Plätzen vier und zwei beim ESC führte. Im Dezember 2017 gab der ORF in einer internen Nominierung bekannt, dass Cesár Sampson Österreich beim ESC 2018 vertreten wird. Am 9.3.2018 folgte dann die Radio- und Videopremiere.

 

Der Song

Komponiert und getextet wurde „Nobody but you“ von Symphonix International: Cesár Sampson, Sebastian Arman, Joacim Persson, Johan Alkenäs und Borislav Milanov. Neben zahlreiche ESC-Beiträgen („Bones“, „Beautiful Mess“, „If Love was a Crime“ uvm.) haben die Symphonix-Mitglieder z.T. auch einzeln schon mit vielen bekannten Musikgrößen zusammen gearbeitet wie z.B. Kelly Clarkson, John Legend, Lady Gaga, Jonas Brothers, Mary J. Blige, Selena Gomez, Armin Van Buren oder Alexandra Stan.

Die Idee und das erste Demo für „Nobody But You“ kamen von Cesár Sampson und Sebastian Arman. Cesár beschreibt die Entstehung des Songs wie folgt: „Die ersten 4 bis 5 Zeilen sind uns zuerst eingefallen. Danach erforderte es von mir, mich als Künstler wieder zu öffnen und meine persönliche Message mit einfließen zulassen. Dann kamen die anderen drei Mitglieder von Symphonix hinzu – Joacim Persson, Borislav Milanov und Johan Alkenäs – und trugen genau das bei, was sie am besten können.“ Das Ergebnis: „Ein Lied, das auf der einen Seite meine Seele widerspiegelt und meine Geschichte erzählt.“

Musikalisch ist „Nobody but you“ ein sehr sauber produzierter Song, der sich Soul-, RnB- und Gospel-Elementen bedient. Der Sound ist radiotauglich, hat einen eingängigen Refrain und spricht eine breite Zielgruppe an. Vom Stil her fischt Cesár damit in ähnlichen Gewässen wie Rag’n’Bone Man, Hozier oder Marlon Roudette. Von daher sollte es für „Nobody but you“ diesmal auch Punkte sowohl vom Televoting als auch von Jury geben.

Österreich 2018: Cesár Sampson – Nobody but you


Die Präsentation

Damit es auch heuer mit der Finalqualifikation etwas wird, würde ich für die Inszenierung ein durchgängiges Konzept empfehlen. Anbieten würde es sich auf die Farbkombination schwarz/weiß zu setzen. Das funktioniert auch schon in seinem Official Video gut. Die Farbe schwarz steht Cesár sowieso super und mit auf die Bühne gehört bei diesem Song auf jeden Fall einen Gospel-Chor. Gerade beim Thema „Nobody but you“ ist natürlich von zentraler Bedeutung, dass Cesár es schafft Emotionen zu transportieren.

Die Buchmacher sehen „Nobody but you“ bei den Siegchancen aktuell auf einem guten 14. Platz bei insgesamt 43 Teilnehmern. Da Cesár im schwierigen ersten Halbfinale zusammen mit vielen Topfavoriten antreten muss, lohnt auch ein Blick auf die Wette „To Qualify“. Hier liegt „Nobody but you“ bei den Wettbüros derzeit auf Platz 8. Die Prognosen stehen also nicht schlecht. Momentan ist Cesár auf großer Promo-Tour durch Europa. Am Donnerstag stand er in London auf der Bühne, am heutigen Dienstag tritt er beim Israel Calling-Konzert in Tel Aviv auf und am Samstag wird er in Amsterdam erwartet.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

BennyBenny: Gefällt mir sehr gut und ich finde den Song sogar einen Tick stärker als den aus Bulgarien. Wenn Cesár das gut auf die Bühne bringt, kann er ganz weit vorne landen.

Douze Points: Kraftvolle Gospel-Pop-Ballade für den breitest denkbaren Publikumsgeschmack. Hervorragende zeitgenössische Radio-Musikware. Mit der richtigen Inszenierung durchaus ein Anwärter für die Top 10.

Marc: Toller souliger Sound angereichert mit feinen Gospelelementen. Hat viel Potenzial für eine interessante Inszenierung.

Matthias: Zwei Songs zum Preis von einem: Was als coole Blues-Soul-Nummer im Rag’n’Bone Man-Stil beginnt, wird nach 30 Sekunden leider eine 08/15-Popnummer. Schade, dass man sich nicht traut, das Konzept durchzuhalten. Die Strophen sind viel besser als der Refrain.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:


Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Österreich hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 69 Prozent und landet damit auf Platz 7 in Semifinale 1. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das erste Semifinale.

 

Social Media

Wer mehr von Cesár hören und sehen möchte wird im Netz fündig: bei Facebook, Twitter und Instagram.

 

[poll id=“813″]

 

Vorschau: Wir bleiben in der Alpen-Region. Bereits heute Nachmittag beschäftigt sich DJ Ohrmeister mit dem Beitrag der Eidgenossen.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai
(8) Litauen: „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė
(9) Tschechien: „Lie to Me“ von Mikolas Josef
(10) Weißrussland: „Forever“ von Alekseev
(11) Armenien: Qami von Sevak Khanagyan
(12) Finnland: „Monsters“ von Saara Aalto
(13) Griechenland: „Oneiro Mou“ von Yianna Terzi
(14) Irland: „Together“ von Ryan O’Shaughnessy
(15) Kroatien: „Crazy“ von Franka
(16) Mazedonien: „Lost and found“ von Eye Cue