ESC-Songcheck (20): „We got love“ von Jessica Mauboy

Beim ESC 2014 in Kopenhagen stand sie schon als Interval Act auf der großen ESC-Bühne. Vier Jahre später darf Jessica Mauboy Australien als Teilnehmer beim Wettbewerb vertreten. Mit dem Popsong „We got love“ zählt sie zum erweiterten Favoritenkreis für den Sieg in Lissabon.

 

Die Interpretin

Jessica Mauboy wurde am 4. August 1989 in Darwin geboren. Ihr Vater kommt aus dem indonesischen Teil Westtimors, ihre Mutter stammt von australischen Ureinwohnern ab. Schon früh fing Jessica an zu singen und nahm an diversen Musikwettbewerben teil. Das erste Mal national bekannt wurde sie im Jahr 2006 durch ihre Teilnahme an der vierten Staffel von Australian Idol. Dort überzeugte sie im Alter von 16 Jahren schon in der ersten Audition die Jury und schaffte es bis auf den zweiten Platz.

 

Nach ihrer Teilnahme bei Australian Idol veröffentlichte Jessica zwei Soloalben und belegte 2009 mit ihrer Single „Burn“ den ersten Platz der australischen Charts. Mit dem Erfolg im Rücken wurde sie sogar von Beyoncé für das Vorprogramm ihrer „I am…“-Tour verpfichtet.

Neben ihrer musikalischen Karriere schaffte sie sich mit der Schauspielerei ein zweites Standbein. So ist sie 2010 als Hauptrolle im Film „Bran Nue Dae“ und 2012 in der Musicalverfilmung „The Sapphires“ zu sehen gewesen.

Ihre Hauptleidenschaft bleibt aber der Gesang. Sie wurde 2009, 2011 und 2012 für die in Australien sehr renommierten ARIA Awards nominiert und 2013 als beste weibliche Künstlerin des Jahres ausgezeichnet.

Als eine der erfolgreichsten Künstler Australiens wurde Jessica Mauboy als Interval Act zum ESC 2014 in Kopenhagen eingeladen. Dort trat sie mit dem Song „Sea of Flags“ auf und ebnete damit Australiens Weg als Teilnehmer beim ESC.

 

Der Song

We got love“ ist von Jessica selbst und DNA (David Musumeci und Anthony Egizii) geschrieben. DNA waren auch beteiligt an den Beiträgen von Dami Im und Isaiah und bringen somit jede Menge ESC-Erfahrungen mit.

„We Got Love“ ist zwar ein sehr einfach gestrickter Midtempo-Popsong, aber er verbreitet sofort gute Laune und geht sehr leicht ins Ohr. Inhaltlich geht es darum, auch in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben und immer daran zu glauben, dass man mit Liebe alles erreichen kann.  Laut Jessica haben beim Schreiben des Songs auch die derzeitig weltpolitischen Krisen, Kriege und Katastrophen eine große Rolle gespielt.

Der Song wird durchgängig von einem „Eurobeat“ begleitet. Zudem kommt die Textpassage „We got love“ sehr häufig vor. Am Schluss gibt es einen sehr langgezogenen Ton, bei dem Jessica ihre gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellen kann. Wenn es dieses Jahr einen Song gibt, den man als „typisch ESC“ bezeichnen kann, dann ist es „We got love“. Im Euroclub werden die ESC-Fans ihn lieben und dazu lauthals mitsingen. Dennoch ist er „Mainstream“ genug, um auch bei der breiten Masse anzukommen und daher hat er tatsächlich das Potential in Lissabon eine sehr gute Platzierung zu erreichen.

 Australien 2018: Jessica Mauboy – We Got Love

 

Die Präsentation

In den letzten Jahren hat Australien immer durch tolle Bühneninszenierungen überzeugt. Deshalb kann man auch bei „We got love“ gespannt sein, was sich der australische Sender SBS einfallen lässt. Der Song bietet sehr viel Potenzial auf der Bühne. Jessica hat schon angekündigt, dass ihr Kleid sehr aufwändig sein wird und sie dafür extra nach den ESC-Pre-events nach Australien zufliegen wird. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht „too much“ wird wie bei folgendem Auftritt:

Gesanglich hatte ich etwas Bedenken. Gerade die hohe Stelle am Schluss kann man auch richtig versemmeln. Doch beim Pre-event in London hat Jessica gezeigt, dass sie den Song beherrscht und auch live hervorragend singen kann. Im schwächeren zweiten Halbfinale zählt sie daher mit Sicherheit zu den Favoriten und hat auch gute Chancen im Finale sehr weit vorne zu landen.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

DJ Ohrmeister: Bin weiterhin großer Fan der Teilnahme Australiens am ESC, auch wenn sich die Puristen alljährlich darüber echauffieren. Und jedes Jahr schicken sie Top 10-würdiges Material (ja, auch 2017…), und Jessica wird das sicher gut machen. Da, wo der britische Beitrag 2018 einfältig, klatschmarschig und lahmarschig rüberkommt, setzt Australien auf Leichtigkeit und Sonnenschein statt Sturm. I like.

Marc: Solider generischer Popsong, dem es ein wenig an „Wumms“ fehlt. Ich hoffe, auf eine tolle Inszenierung in Lissabon.

Matthias: Von Down Under kommt eine eingängige „Let’s share love“-Hymne, die sehr gut zum ESC passt. Klar, das ist nicht die Neuerfindung der Popmusik, aber man summt sofort mit und bekommt Lust, sich dazu zu bewegen. Die Trommeln geben dem Song noch eine besondere Note, vor allem im „Ethno“-Mittelteil. Ich mag Jessicas Stimme – ich hoffe nur, sie ist im Mai auf der Bühne stimmsicherer als 2014 bei „Sea of flags“ in Kopenhagen. Und sie trägt hoffentlich etwas Besseres als damals. Im Video zu „We got love“ kommt sie supersympathisch rüber, das muss man auch live gut einfangen!

Salman: Verbreitet gute Laune und ist sehr eingängig. Falls Jessica es schafft, den Song live gut rüberzubringen, landet Australien definitiv wieder in den Top 10. Gefällt mir sehr gut!

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

Die gelbe Markierung zeigt an, dass dieser Beitrag der Favorit des Bloggers unter allen Beiträgen ist.

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Australien hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 90 Prozent und landet damit auf Platz 2 in Semifinale 2. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das zweite Semifinale.

 

Social Media

Jessica ist auf Facebook, Instagram, Twitter und Youtube vertreten. Zudem gibt es stets aktuelle Informationen auf ihrer Website.

 

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Vorschau: Bereits heute nachmittag wird sich Matthias mit dem dänischen Wikinger Rasmussen beschäftigen.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai
(8) Litauen: „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė
(9) Tschechien: „Lie to Me“ von Mikolas Josef
(10) Weißrussland: „Forever“ von Alekseev
(11) Armenien: Qami von Sevak Khanagyan
(12) Finnland: „Monsters“ von Saara Aalto
(13) Griechenland: „Oneiro Mou“ von Yianna Terzi
(14) Irland: „Together“ von Ryan O’Shaughnessy
(15) Kroatien: „Crazy“ von Franka
(16) Mazedonien: „Lost and found“ von Eye Cue
(17) Österreich: „Nobody but you“ von Cesár Sampson
(18) Schweiz: „Stones“ von ZiBBZ
(19) Zypern: „Fuego“ von Eleni Foureira