ESC-Songcheck (24): „That’s how you write a song“ von Alexander Rybak

Viele fragen sich: Warum tut er sich das nochmals an? Aber nicht nur bei den Fans, sondern auch bei einigen Künstler kann der Eurovision Song Contest zur Sucht werden. Der Sieg von Salvador Sobral hat den Eurovisions-Sieger von 2009 Alexander Rybak sicherlich motiviert, sich nochmals in das Abenteuer zu stürzen. Mit seinem Lehrstück über das Schaffen eines neuen Liedes möchte er in Salvadors Fußstapfen treten. Hoffentlich hat Alexander Rybak beim Studium der letzten Grand-Prix-Jahrgänge gut aufgepasst.

 

Der Interpret

Geboren als Alexander Igorovitsj Rybak am 13. Mai 1986 in Weißrussland zog er im Alter von 4 Jahren nach Norwegen. Durch seine musischen Eltern kam er früh mit dem Klavier- und Geigespielen in Berührung. Der weitere Weg führte ihn zur Konzertleitung des Jugend-Symphonieorchesters von Norwegen und zu diversen, auch prämierten Auftritten als Instrumentalist mit angesehenen Künstlern. Aber Alexander Rybak verließ sich nicht nur auf die Instrumente, sondern begann auch früh mit dem Komponieren. Zudem erweiterte er sein Talent durch das Schauspielern in Filmen und durch Rollen in Musicals.

Dann kam 2009 und Rybak gewann zunächst haushoch den nationalen Entscheid Melodi Grand Prix in Norwegen. Anschließend ging es als Favorit zum Eurovision Song Contest nach Moskau, wo er „Fairytale“ zum Besten gab und mit der höchsten Punktzahl bis zur Einführung des neuen Punktesystems 2016 siegte. Auch durfte er den größten Punktevorsprung auf Platz 2 für sich beanspruchen. „Fairytale“ wurde ein Riesenhit für ihn, der ihm Einladungen in viele Länder einbrachte.

Aber die Eurovision ließ ihn nicht los, so dass er sich mehrfach als Komponist an nationalen Vorentscheidungen in Norwegen, Malta und Weißrussland beteiligte. Aber erst der Song 2018, den er für sich selbst schrieb, lieferte ihm wieder einen Erfolg im Contest. Die Jury gab ihm 4 von 10 Stimmen und das goldene Finale gewann er mit 71% der Stimmen. Hier der Live-Blog zum Nachlesen.

 

Der Song

Die Kompositionslehre in zwei Schritten beschreibt auf sehr sympathische und einfache Weise die Ideenfindung zu einem Lied. Eigentlich legt sich Alexander Rybak gar nicht fest, wie man einen Song schreiben muss, sondern setzt vornehmlich auf die Eingebung des Schreibers. Der Text scheint für ihn die Basis zu einem guten Lied zu sein, denn erst in einem zweiten Schritt holt er den Rhythmus dazu. Alexander Rybaks Weg einen Song zu schreiben liegt eher darin, sich den Song zu eigen zu machen und an ihn zu glauben. Dann läuft alles von allein.

Mit einem den Bee Gees ähnlichen Intro geht „That’s How You Write A Song“ schnell in den groovigen Stil, den das ganze Lied prägt. Vers und Refrain wechseln sich zunächst ab, bevor ein Mittelteil mit rein soundmalerischem Text folgt. Shoo-bee-doo, Sha-ba-da und Boogie boogie woogie sind klassische Begriffe, um Musik textlich darzustellen. Früher dienten ja solche Floskeln, um den Titel internationaler zu machen. Heutzutage versucht man damit beim Contest den Rhythmus noch mehr zur Geltung zu bringen und den Zuschauer zu animieren, den Song nachzusingen. Auch das ständige Wiederholen des Refrains setzt auf den Ohrwurmcharakter, den ein Song braucht, um ihn populär zu machen.

Norwegen 2018: Alexander Rybak – That’s How You Write A Song

 

Die Präsentation

Eigentlich könnte ich hier schreiben, lasst alles so wie bei der Vorentscheidung, denn das sah schon gut aus. Zwar bedient sich Alexander Rybak der visuellen Technik, die „Heroes“ von Måns Zelmerlöw zum Sieg verholfen hat, aber die Silhouetten passen fantastisch zum Beitrag. Wie das in Lissabon umgesetzt werden kann, kann man nun noch nicht wissen, aber Schweden und auch Norwegen kommen ja stets mit schon gut ausgearbeiteten Vorstellungen zum Wettbewerb und wollen ihren Vorentscheidungsbeitrag ähnlich umgesetzt haben.

Vielleicht könnte man am Outfit noch was machen, wobei der Straßenlook auch nicht schlecht aussah, um die Lockerheit des Liedes wieder zu geben. Aber vielleicht finden Alexander und sein Team einen einheitlichen modernen Kleidungsstil, um die tänzerischen Elemente noch besser zur Geltung zu bringen. Bei der Umsetzung für Norwegen mache ich mir keine Sorgen, dafür ist Alexander Rybak ein zu professioneller und detailverliebter Künstler.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

BennyBenny: Ganz schlimm. Alles. Song, Auftritt, selbst Alexanders früher sympathische Kindlichkeit nehme ich ihm in seinem Alter nicht mehr ab.

Douze Points: Schrecklich redundantes Machwerk, das sich mit seiner Hookline leider umgehend in den Gehörgang fräst. Schwache textliche Umsetzung und komische Unstrukturiertheit des Songs. Wegen des Charmes des Künstlers und der abwechslungsreichen Umsetzung auf der Bühne für 3 Minuten zu ertragen.

Salman: Die Erwartungen an Alexander Rybak waren sehr hoch. Es ist natürlich kein „Fairytale“, aber trotzdem gefällt mir der Song! Könnte in Lissabon positiv überraschen!

Tjabe: Alexander Rybak kann dieses Jahr nur verlieren. Sein Song wird immer an „Fairytale“ gemessen werden. Dabei hat er eine ganz frische Komposition mit viel Energie gewählt. Mir gefällt es sogar besser als das Geschrei vom Siegerlied 2009. Aber mehr als Platz 10 im Finale wird das wohl nicht.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Norwegen hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 67 Prozent und landet damit auf Platz 7 in Semifinale 2. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das zweite Semifinale.
 

Social Media

Als erfahrener Showhase hat Alexander Rybak eine eigene Homepage. Auch auf Facebook, Twitter und Instagram ist er zu finden. Hier gibt es noch den eigenen Youtube-Kanal. Auf Facebook kann man übrigens auch sehen, dass er ein großer Bayern-München-Fan ist.

 

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Vorschau: In ein paar Stunden nimmt uns Blogger-Kollege Matthias mit nach Rumänien, wo The Humans vom Abschied singen.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai
(8) Litauen: „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė
(9) Tschechien: „Lie to Me“ von Mikolas Josef
(10) Weißrussland: „Forever“ von Alekseev
(11) Armenien: Qami von Sevak Khanagyan
(12) Finnland: „Monsters“ von Saara Aalto
(13) Griechenland: „Oneiro Mou“ von Yianna Terzi
(14) Irland: „Together“ von Ryan O’Shaughnessy
(15) Kroatien: „Crazy“ von Franka
(16) Mazedonien: „Lost and found“ von Eye Cue
(17) Österreich: „Nobody but you“ von Cesár Sampson
(18) Schweiz: „Stones“ von ZiBBZ
(19) Zypern: „Fuego“ von Eleni Foureira

Semifinale 2
(20) Australien: „We Got Love“ von Jessica Mauboy
(21) Dänemark: „Higher Ground“ von Rasmussen
(22) Moldawien: „My lucky day“ von DoReDos
(23) Niederlande: „Outlaw in ´Em“ von Waylon