ESC-Songcheck (29): „For you“ von Iriao

Für Georgien geht in diesem Jahr die Jazz-Ethno-Band Iriao an den Start. Wie man vom Kaukasus-Land in den letzten Jahren gewohnt ist, ist ihr Titel „For you“ keine leichte Kost und wird es schwierig haben, in Lissabon den Mainstream-Geschmack zu treffen.

 

Die Interpreten

Iriao wurde 2013 von David Malazonia gegründet. Neben dem Frontmann besteht die Band aus sechs weiteren Männern (Davit Kavtaradze, Shalva Gelekhva, Levan Abshilava, Goerge Abashidze, Bidzina Murgulia und Mikheil Javakhishvili). Die Band ist bekannt für traditionelle, jazzige Klänge. Das erste Mal international in Erscheinung trat sie 2014, als sie beim Borneo Jazz Festival in Malaysia auftrat.


Ende letzten Jahres wurde Iriao direkt vom georgischen Fernsehsender GPB nominiert. Der Song „For you“ wurde aber erst kurz vor Ende der Einreichungsfrist Mitte März bekanntgegeben. In Lissabon wird die Band nur mit 5 Mitgliedern auftreten.

 

Der Song

„Sheni gulistvis“/“For You“ wurde vom Bandleader David Malazonia geschrieben. In Georgien ist er seit über 30 Jahren durch zahlreiche Fernseh-und Theaterproduktionen bekannt. Im Verhältnis zum restlichen Repertoire von Iriao ist „For you“ recht zugänglich. Der Song ist hymnenhaft aufgebaut und die 5 Stimmen harmonieren gut miteinander. Dennoch ist er alles andere als leichte Kost. Er erinnert etwas an den letzten jazzigen Beitrag von Georgien, als das Land vom Schwarzen Meer 2014 mit The Shin feat. Mariko nur den letzten Platz im Semifinale in Kopenhagen belegte. Auch in diesem Jahr wird es Georgien nicht leicht haben, obwohl stimmlich an den Jungs nichts auszusetzen ist.

Eingeleitet wird der Song durch ein sanftes Klavierintro. Danach setzt tenorhafter Sologesang ein, der im Laufe des Songs durch mehr und mehr Stimmen ergänzt wird. Der Song baut sich nach und nach auf. Einen richtigen Refrain gibt es nicht. Am Schluss endet er im hymnenhaften Finale, in dem alle Stimmen miteinander gut harmonieren.

Georgien 2018: Iriao – For you

 

Die Präsentation

Den einzigen Live-Auftritt bei einem ESC-Preevent gab es von Iriao bei „Israel Calling“. Dort war die Band sogar nur zu dritt vertreten und hat dennoch stimmlich sehr überzeugt.


Auch in Lissabon sollte sich die Band auf den Gesang konzentrieren und nicht zu viel Schnickschnack darbieten. Allerdings kann die Band punkten, indem sie Elemente der georgischen Kultur auf die Bühne bringt. Das macht den Song authentisch. Als Kleidung würde ich beispielsweise empfehlen typische, georgische Gewänder zu tragen statt einfach nur Anzüge. So kann eventuell ein „Lane Moje“-Moment erzeugt werden und die kleine Chance genutzt werden, im schwächeren zweiten Halbfinale weiterzukommen.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

Douze Points: Lustige und vielstimmige musikalische Wundertüte. Bestenfalls als interessant zu bezeichnen, aber künstlerisch wertvoll. Und natürlich gut gesungen. Aber wir wissen ja, dass man damit beim ESC nicht automatisch weit kommt.

Peter: Bei erster Ansichtnahme kam mir hier der Klapa-Style, wie ich ihn 2013 in Malmö beim kroatischen Beitrag kennenlernte, in den Sinn. Ich konnte mit diesem Titel zunächst wenig anfangen, inzwischen mag ich einiges daran, z.B. die melodiöse Mehrstimmigkeit, die musikalische Eigenständigkeit und den Gesang in Landessprache. Ein sympathischer Beitrag.

Salman: Von Georgien ist man in den letzten Jahren ja spezielle Beiträge gewöhnt. Ich finde den Song nicht schlecht, aber er wird kaum den Mainstream-Geschmack treffen!

Tjabe: Ein schönes Schlaflied. Ich hatte es schlimmer erwartet und im zweiten Halbfinale ist es vielleicht besser aufgehoben. Entweder geht es total unter oder es erhält große Aufmerksamkeit. Fällt halt etwas aus dem Rahmen.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Georgien hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 32 Prozent und landet damit auf Platz 15 in Semifinale 2. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das erste Semifinale.

 

Social Media

Iriao sind auf Facebook, Instagram und Twitter vertreten.

 

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Vorschau: Morgen vormittag beschäftigt sich Matthias mit dem „Funny girl“ aus Lettland.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai
(8) Litauen: „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė
(9) Tschechien: „Lie to Me“ von Mikolas Josef
(10) Weißrussland: „Forever“ von Alekseev
(11) Armenien: Qami von Sevak Khanagyan
(12) Finnland: „Monsters“ von Saara Aalto
(13) Griechenland: „Oneiro Mou“ von Yianna Terzi
(14) Irland: „Together“ von Ryan O’Shaughnessy
(15) Kroatien: „Crazy“ von Franka
(16) Mazedonien: „Lost and found“ von Eye Cue
(17) Österreich: „Nobody but you“ von Cesár Sampson
(18) Schweiz: „Stones“ von ZiBBZ
(19) Zypern: „Fuego“ von Eleni Foureira

Semifinale 2
(20) Australien: „We Got Love“ von Jessica Mauboy
(21) Dänemark: „Higher Ground“ von Rasmussen
(22) Moldawien: „My Lucky Day“ von DoReDos
(23) Niederlande: „Outlaw in ´Em“ von Waylon
(24) Norwegen: „That’s How You Write a Song“ von Alexander Rybak
(25) Rumänien: Goodbye von The Humans
(26) Russland: „I won’t break“ von Julia Samoylova
(27) San Marino: „Who We Are“ von Jessika feat. Jenifer Brening
(28) Serbien: „Nova deca“ von Sanja Ilic & Balkanika