ESC-Songcheck (31): „Taboo“ von Christabelle

Im vierten Anlauf hat es Christabelle Borg endlich geschafft. Die 25-jährige darf ihr Heimatland Malta in Lissabon mit dem Song „Taboo“ vertreten. Das Lied ist auf den ersten Blick ein schwedischer Popsong, spricht aber ein sehr ernstes Thema an.

 

Die Interpretin

Christabelle Borg nahm seit ihrer Kindheit Gesangsunterricht sowohl in Malta als auch im Ausland. Schon sehr früh moderierte sie die beiden Fernsehsendungen Teen Trouble und Teen Traffic. Sie gab Konzerte auf Malta, in Italien und in den USA. Dort studierte sie auch Musik am Mount Sainte Mary’s College in Los Angeles.

Schon lange war es ihr Traum, Malta beim Eurovision Song Contest zu vertreten. 2014 bewarb sie sich mit dem Song „Lovetricity“ bei der maltesichen Vorentscheidung und wurde Achte. Im Jahr darauf, belegte sie mit „Rush“ knapp hinter Amber Bondin den zweiten Platz. Diesen erreichte sie auch 2016 mit „Kingdom“ und zog nur gegen den maltesischen Superstar Ira Losco den Kürzeren. Am 3. Februar 2018 gewann sie den Malta Eurovision Song Contest mit 133 Punkten und fährt als souveräne Siegerin nach Lissabon. Unseren Live-Blog dazu gibt es hier zu nachzulesen.

 

Der Song

„Taboo“ wurde von Christabelle selbst gemeinsam mit der Hilfe von keinem Geringeren als Thomas G:son und  Matthew „Matt“ Mercieca alias Muxu geschrieben. G:son ist einer der erfolgreichsten ESC-Komponisten und unter vielen anderen Songs auch für den Siegertitel „Euphoria“ von Loreen im Jahre 2012 verantwortlich. Die schwedische Produktion hört man beim Song „Taboo“ sofort raus. Muxu hat auch schon sehr viel ESC-Erfahrung vorzuweisen und hat unter anderem den Siegertitel von Malta beim Junior Eurovision Contest 2015 „Not my soul“ von Destiny Chukunyere geschrieben.

Der Song „Taboo“ ist ein Appell für mehr Verständnis gegenüber psychisch kranken Menschen. In Interviews geben sowohl Christabelle als auch Muxu an, dass sie beide schon schwierige Zeiten im privaten Leben durchgemacht haben. Sie möchten dafür werben, dass es vollkommen in Ordnung ist, auch mal zum Psychologen zu gehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aus ihrer Sicht ist das etwas, was in unserer Gesellschaft sehr verpönt ist und nach wie vor ein „Taboo“ darstellt. Daher wird es Zeit dieses „Taboo“ zu brechen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn notwendig.

Im sehr aufwändig produzierten Video geht Christabelle vor allem auf die Diskriminierung von geistig kranken Menschen in der Vergangenheit ein.

Malta 2018 – Christabelle – Taboo

 

Die Präsentation

Auch in der maltesichen Vorentscheidung hatte Christabelle einen sehr aufwändigen Auftritt. Als Intro wurde groß ein Panther im Backdrop gezeigt, um das Animalische darzustellen. Sie war in einem Käfig gefangen, der die psychische Krankheit darstellen sollte. Es wurde sehr viel mit Hologrammen gearbeitet. Nach dem ersten Refrain befreite sie sich aus dem Käfig, aber man sah im Hintergrund, dass noch jede Menge andere Personen gefangen waren. Auf der Bühne war es sehr düster. Viele Teile des Auftritts konnte man nicht richtig sehen.


Das ist eigentlich auch meine Hauptkritik. Wenn es so dunkel ist, kann es sein, dass der Song in Lissabon total untergeht. Zudem ist es schwierig, ein so ernstes Thema mit einem schwedischen Popsong darzustellen. Solange man den Text und Hintergrund nicht kennt, ist es okay. Aber es wirkt auf mich irgendwie absurd, darauf auf Eurobeat zu tanzen und Freude zu haben. Es wird sehr interessant sein, in welchem Maße Christabelle bei der Bühnenperformance inhaltlich auf das Thema eingehen wird. In Lissabon wird sie nicht mit Hologrammen arbeiten können und in 3 Minuten die Message rüberzubringen, ist mit Sicherheit nicht einfach.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

BennyBenny: Ist eigentlich niemandem aufgefallen, dass das ein Plagiat ist? Und zwar ein ziemlich dreistes noch dazu? Außerdem bezweifle ich, dass Malta die Stimmung aus dem Video auch nur annähernd auf die Bühne bringen kann und dann bleibt nur ein 08/15-Popsong.

Peter: Ein geiles Musikvideo in Mad-Max-Optik, aber der Song ist Kaugummiautomat-Musik. Es vergeht viel zu viel Zeit, bis der „Taboo“ Fahrt aufnimmt. Dadurch ist das dritte Drittel das stärkste, das erhöht die Qualifikationschancen. Damit dieses Song reüssiert, braucht es ein starkes Staging.

Salman: Nicht unbedingt mein Geschmack. Liegt aber auch daran, dass ich in der maltesichen VE lieber Brooke mit „Heart of gold“ vorne gesehen hätte. Mit einer starken Bühnenperformance kann Christabelle auffallen und das Finale erreichen.

Tjabe: Ich werde einfach nicht warm mit dem Land. Die meisten Beiträge empfinde ich als geschrien. Gut es gab mal eine Claudette Pace mit „Desire“, aber in den letzten Jahren war wenig besonderes dabei. Ich fürchte, dass Malta auch dieses Mal im Halbfinale stecken bleibt

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Malta hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 28 Prozent und landet damit auf Platz 17 in Semifinale 2. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das zweite Semifinale.

 

Social Media

Christabelle ist auf Facebook, Instagram und Youtube vertreten.

 

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Vorschau: Morgen vormittag wird sich Jan mit Vanja Radovanović aus Montenegro beschäftigen.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai
(8) Litauen: „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė
(9) Tschechien: „Lie to Me“ von Mikolas Josef
(10) Weißrussland: „Forever“ von Alekseev
(11) Armenien: Qami von Sevak Khanagyan
(12) Finnland: „Monsters“ von Saara Aalto
(13) Griechenland: „Oneiro Mou“ von Yianna Terzi
(14) Irland: „Together“ von Ryan O’Shaughnessy
(15) Kroatien: „Crazy“ von Franka
(16) Mazedonien: „Lost and found“ von Eye Cue
(17) Österreich: „Nobody but you“ von Cesár Sampson
(18) Schweiz: „Stones“ von ZiBBZ
(19) Zypern: „Fuego“ von Eleni Foureira

Semifinale 2
(20) Australien: „We Got Love“ von Jessica Mauboy
(21) Dänemark: „Higher Ground“ von Rasmussen
(22) Moldawien: „My Lucky Day“ von DoReDos
(23) Niederlande: „Outlaw in ´Em“ von Waylon
(24) Norwegen: „That’s How You Write a Song“ von Alexander Rybak
(25) Rumänien: Goodbye von The Humans
(26) Russland: „I won’t break“ von Julia Samoylova
(27) San Marino: „Who We Are“ von Jessika feat. Jenifer Brening
(28) Serbien: „Nova deca“ von Sanja Ilic & Balkanika
(29) Georgien: For you von Iriao
(30) Lettland: Funny Girl von Laura Rizzotto