ESC Songcheck (36): „Dancing in the Rain“ von Ruth Lorenzo

ruth_lorenzo-by Isaac G. Sidro

Die stimmgewaltige Ruth (Foto:Isaac G. Sidro) möchte Spanien 2014 wieder zurück in die ESC Erfolgsspur bringen. Voller Inbrunst und mit großen Emotionen auf der Bühne soll das gelingen. Ob der Plan aufgehen kann oder ob sie am Ende im Regen stehen wird, schauen wir uns im vorletzten Songcheck der Saison 2014 an.

Die Interpretin

Die gute Ruth machte bereits bei ihrer Geburt so viel Lärm, dass sich die Doktoren sicher waren: die kann später nur Sängerin werden! Und sie sollten Recht behalten. Bereits als Kleinkind trällerte sie die Songs der stimmgewaltigen Oprensängerin Montserrat Caballé nach.

Mit 12 Jahren zog Ruth mit ihrer Familie vom spanischen Murcia um in die USA. Dort besuchte Musik- und Schauspielunterricht und sang in verschiedenen Chören. Bald gab es erste Rollen für Ruth, u.a. in „Phantom der Oper“ und „My Fair Lady“.

Mit 16 Jahren zog Ruth zurück nach Spanien und ihr Traum Musikerin zo werden nahm immer konkretere Formen an. Sie war nun Mitglied einer Rockband und tourte bereits bald durch Spanien.

Ruth Lorenzo - Spanien Preselection

2008 nahm die heute 31-jährige Ruth ihren Mut zusammen und meldete sich in Manchester (UK) für die Auditions von X-Factor an. Im Angesicht der 22.000 Mitbewerber bekam sie großes Nervenflattern, aber setzte sich letztendlich durch und erreichte einen respektablen 5. Platz.

Ruth hatte bei X-Factor Kylies Schwester Dannii Minogue als Mentorin und unter dem Strich blieben einige Gänsehautauftritte, die sich zu YouTube Hits entwickelten z.B. „Purpe Rain/Prince“ oder „Knocking on Heavens door/Bob Dylan“.

Nach X-Factor UK ging es mit Ruth‘ Karriere bergauf. Über 200 Konzerte in Europa und diverse Singles wie „Burn“(2011) und „The Night“(2013) wurden veröffentlicht. Außerdem hatte Ruth gemeinsame Gigs mit Mariah Carey, Beyoncé oder Take That.

EiC Amsterdam Ruth Lorenzo - The Style Queen

Der Vorentscheid

Der spanische Vorentscheid 2014 (Live-Blog Spanien) zog alle Register, die man sich als ESC Fan nur wünschen kann: ein kleines, aber feines buntes Teilnehmerfeld und am Schluß das ganz große Drama: Punktegleichstand der 2 Topfavoriten Ruth und Brequette. Brequette gewann die Jurywertung und Ruth das Televoting, was letztendlich den Ausschlag gab. Dank der emotionaleren und ergreifenderen Darbietung setzte sich Ruth im Nachhinein betrachtet zu Recht knapp gegen den im Vorfeld stärker eingestiften Song „Run (Mas)“ durch.

Spanien: Ruth Lorenzo – Dancing in the rain

 

Der Song

„Dancing in the Rain“ startet als ruhige Klavierballade. Nach und nach setzten poppigere Beats ein. Der Song stammt aus der Feder von Ruth Lorenzo und Jim Irvin. Jim hat schon mit Lana Del Rey und David Guetta zusammen gearbeitet. Ruth hat den halb englisch-halb spanischen Song in einer schwierigen Phase in ihrem Leben verfasst und beschreibt „Dancing in the Rain“ selbst wie folgt: es verknüpft die positive Botschaft der Hoffnung von David Guettas Song „Titanium“ mit den eingängigen Pop-Beats von Katy Perrys „Unconditionally“.

Na wenn das wirklich so wäre, liebe Ruth, dann würdest Du den ESC doch locker gewinnen, oder? Mir scheint das ein wenig ambitioniert, aber zumindest in den spanischen Charts konnte Ruth (Foto unten: Josep Echaburu) schon ein paar Früchte ernten: Platz 1 bei iTunes und Platz 7 in den offiziellen spanischen Single-Charts stehen auf der Haben-Seite. Mich erinnert der Refrain des Songs aber eher an die mäßig erfolgreiche Bohlen-Komposition aus dem deutschen Vorentscheid 2002 von Isabel „Will my Heart survive“.

Ruth Lorenzo by Josep Echaburu

Die Songpräsentation

In der Zwischenzeit präsentiert Ruth bei TV Auftritten „Dancing in the Rain“ mit einem attraktiven Tänzer. Das ist zwar nicht wirklich innovativ (Loreen lässt grüßen), aber es passt ganz gut zu dem Song. Da Ruth gut bei Stimme ist, sollte ihr gleichzeitiges Singen und Tanzen auch keine allzu großen Probleme bereiten. Allerdings gilt es das spanische Temperament zu zügeln: „Don’t overperform“ lautet die Devise.

Ruth singt und tanzt

Passend zum Songtitel „Dancing in the Rain“ würde sich ein Setting in blauen Himmelfarben anbieten und natürlich Wasser bzw Regen. Die Gerüchteküche meldet auch schon, dass Ruth vehement Wasser auf der Bühne in Kopenhagen fordert, aber vom dänischen Sender einen Korb bekommen hat. Ruth hat in einem Interview mit der spanischen Fansite eurovision-spain gesagt: „Sie haben meinen Wunsch nach Wasser abgewimmelt mit der Begründung, Emmelie de Forrest singt „Rainmaker“ und hat auch kein Wasser.“ Eine spanische Diva lässt sich so einfach nicht abspeisen und Ruth gibt sich kämpferisch: „Das lasse ich mir nicht bieten. Ich bin ich und nicht Emmelie. Ich will Wasser.“ Wir sind schon gespannt, wer sich wohl durchsetzt.

Das PRINZ-Blog-Urteil

Optik: 3 von 5 Sterne
Stimme: 4,5 von 5 Sternen
Komposition:  3 von 5 Sternen
Instant Appeal:  3 von 5 Sternen

ruth-lorenzo

Top 10-Chancen im Finale

Das Desaster von El Sueno de Morfeo und deren vorletztem Platz 2013 dürfte sich heuer nicht wiederholen. Allerdings wird es auch kein Spaziergang an das gute Top 10 Ergebnis von Pastora Soler in Baku heranzukommen. Bei der Wette auf Sieg liegt Ruth Lorenzo aktuell auf Rang 14 und ist damit noch vor Italien, Deutschland und Frankreich immerhin das zweitbeste BIG 5 Land.

Mein Tipp: Ich vermute der Song kommt bei den Jurys etwas besser an als beim Televoting. Wenn Ruth sich voll verausgabt und ein Gänsehaut-Feeling erzeugen kann, dann könnte „Dancing in the Rain“ vielleicht auch an der Top 10 kratzen, ansonsten dürfte ein schöner Mittelfeld-Platz herausspringen.

Minipop Icon 2014 Ruth Lorenzo SpainWebsite, Social Media und Minipop Icon

Ruth hat eine eigene Homepage und ist bei Facebook vertreten. Außerdem twittert sie und Ben Morris hat sie natürlich auch schon als Minipop Icon verewigt.

 

 

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Vorschau: Schnallt euch an, morgen gibt es das spannende ESC-Songcheck-Finale. Natürlich mit Elaiza. WM analysiert, ob der deutsche Beitrag nun eher „Is it right“…or „is it wrong“ ist und ob nach dem Wildcard-Gewinn und nach dem Überraschungssieg beim Vorentscheid eine weitere Sensation in Kopenhagen möglich ist.

Bisher erschienen im ESC Songcheck:

Erstes Semifinale

(1) Albanien: “One night’s anger” von Hersi Matmuja
(2) Armenien: “Not alone” von Aram MP3
(3) Aserbaidschan: “Start a fire” von Dilara Kazimova
(4) Estland: “Amazing” von Tanja
(5) Island: “No prejudice” von Pollapönk
(6) Lettland: “Cake to bake” von Aarzemnieki
(7) Russland: “Shine” von den Tolmachevy Sisters
(8) Schweden: “Undo” von Sanna Nielsen
(9) Ukraine: “Tick-Tock” von Mariya Yaremchuk
(10) Belgien: “Mother” von Axel Hirsoux
(11) Moldawien: “Wild Soul” von Cristina Scarlat
(12) San Marino: “Maybe” von Valentina Monetta
(13) Portugal: “Quero ser tua” von Suzy
(14) Niederlande: “Calm after the storm” von The Common Linnets
(15) Montenegro: “Moj svijet” von Sergej Ćetković
(16) Ungarn: “Running” von András Kállay-Saunders

Zweites Semifinale

(17) Malta: “Coming Home” von Firelight
(18) Israel: “Same heart” von Mei Finegold
(19) Norwegen: “Silent Storm” von Carl Espen
(20) Georgien: “Three Minutes to Earth” von The Shin & Mariko
(21) Polen: “My Słowanie – We are Slavic” von Donatan & Cleo
(22) Österreich: “Rise like a Phoenix” von Conchita Wurst
(23) Litauen: “Attention” von Vilija Matačiūnaitė
(24) Irland: “Heartbeat” von Can-Linn feat. Kasey Smith
(25) Finnland: “Something Better” von Softengine
(26) Weißrussland: “Cheesecake” von Teo
(27) Mazedonien: “To the Sky” von Tijana
(28) Schweiz: „Hunter of stars“ von Sebalter
(29) Griechenland: “Rise up” von Freaky Fortune feat. Risky Kidd
(30) Slowenien: ”Round and Round” von Tinkara Kovač
(31) Rumänien: „Miracle“ von Paula Seling & Ovi

Finale

(32) Dänemark: „Cliché Love Song“ von Bassim
(33) Frankreich: „Moustache“ von Twin Twin
(34) Großbritannien: „Children of the universe“ von Molly
(35) Italien: „La mia città“ von Emma