ESC-Songcheck (4): „Walk along“ von Trijntje Oosterhuis

Trijntje Oosterhuis Niederlande 2015 4

Mit Startnummer 4 im ersten Halbfinale versuchen die Sensationszweiten von 2014 ihr Erfolgsrezept fortzusetzen. Nach zwei etablierten Sängerinnen entsendet das Land auch in 2015 mit Trijntje Oosterhuis ein erfolgreiches Show-Schlachtross zum ESC. Nun hoffen die Niederländer, dass Trijntje das Sangesgemetzel im ersten Halbfinale in Wien übersteht und es Anouk und Ilse DeLange nachmachen kann.

In den Niederlanden hat man das Verfahren der letzten zwei Jahre beibehalten. Keine Vorentscheidung, sondern eine Direktnominierung. Durch den neunten Platz von Anouk 2013 und den zweiten durch The Common Linnets 2014 konnte der verantwortliche Sender AVROTROS 2015 sogar auf mehrere etablierte Namen zurückgreifen. Lange Zeit galt Alain Clark als der aussichtsreichste Kandidat, jedoch letztendlich wurde es Trijntje Oosterhuis, welche die Niederländer schon gern früher beim Wettbewerb gesehen hätten.

Trijntje Oosterhuis Niederlande 2015 5

Über Trijntje Oosterhuis haben wir hier schon ausgiebig berichtet, als die Gerüchteküche im November überkochte. Ausführlich wurde über die Vita der vielseitigen Künstlerin berichtet. Aktuell ist sie neben ihrer Herausforderung als Vertreterin des Köngreichs viel unterwegs in der Formation „Ladies Of Soul“, wo auch Edsilia Rombley (Eurovision 1998 und 2007) und Glennis Grace (Eurovision 2005) ihren Platz haben.

Der Song

Schon die mysteriöse Ankündigung Anouks, die die Gerüchtewelle im November 2014 so richtig in Gang setzte, ließ die Niederländer hoffen, dass es ein sensationelles Lied aus der Feder Anouks geben würde. Somit war man sehr gespannt auf die Präsentation des Liedes, welches unter dem Titel „Walk Along“ im Dezember zu Gehör gebracht wurde. Die anfängliche Euphorie ließ aber schnell nach, auch wenn es nicht in so harter Kritik mündete wie bei „Calm After The Storm“. Es ist ein Uptempo-Song, dem aber immer wieder das Tempo genommen wird. Zudem besteht der Refrain aus vielen „wai’s“, was auch gleich von einer der führenden Tageszeitungen als Titelzeile zur Berichterstattung im Dezember genutzt wurde.

Erschreckend ist, dass man ungefähr bei Minute 2 schon auf die Uhr schaut, ob die drei Minuten schon rum sind. Das soll nicht heißen, dass das Lied so schlecht ist, aber die Wiederholungssequenzen sind so überproportional, dass man das Gefühl hat, nun muss das Lied doch langsam aus sein. In dem Fall hätte ich mehr von Anouk Teeuwe erwartet. Anouk hat das Lied zusammen mit Tobias Karlsson, der unter anderem mit James Blunt gearbeitet hat, geschrieben.

Die Bloggerkollegen waren überrascht über meine nur zehnprozentige Wahrscheinlichkeit des Finaleinzugs, wo ich doch als Verteidiger der niederländischen Musikkunst gelte. Aber man muss halt realistisch sein und im Vergleich zu den anderen Liedern im starken ersten Semi verliert „Walk Along“ sehr.

Trijntje Oosterhuis – Walk Along

 

Die Präsentation

2014 ließen die Niederländer einen belgischen Regisseur die Show für die Common Linnets gestalten, so dass die Nummer zu einem Meisterwerk wurde. Das bräuchte man auch 2015. Die bisherigen Auftritte waren nicht so überzeugend. Trijntje Oosterhuis stand in der Mitte der Bühne und ruderte ein bisschen viel mit ihren Armen. Ich fände es gut, wenn sie sich als Unterstützung ihre Kolleginnen von den Ladies Of Soul (unten auf dem Foto) mitnehmen und das Lied mit Chorgesang etwas abwechslungsreicher gestalten würde.

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Ein Wechsel kameratechnisch zwischen Chor und Trijntje wäre sicherlich eine gute bildliche Umsetzung. Zudem sollte Trijntje weniger Armarbeit leisten und nicht umherlaufen. Wir erinnern uns an Cascadas Run auf die Satellitenbühne. Ob der junge Mann aus dem Video in der Darstellung auf der Bühne was bringen würde, ist fraglich, wobei sicherlich viele vor Ort in Wien sich über seine Anwesenheit freuen würden.

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

Um ein wenig Neutralität hineinzubringen, lasse ich bei meinen Niederländern auch die Meinung meiner Bloggerkollegen zu.

BennyBenny: Toll, eine richtige Hymne. Allerdings geht der Nummer gegen Ende ein bisschen die Puste aus. 7/10 Punkte.

Douze Points: Das Lied verliert sich nach ansprechendem Auftakt in Why-Why-Whys. Bis die drei Minuten um sind, kann man’s nicht mehr hören. 6/10 Punkte.

Jan: Beginnt ganz stark und lässt dann stark nach. Die hintere Hälfte hat einen ziemlich hohen Nervfaktor aufgrund der nicht enden wollenden Wiederholungen, Trijntje hätte einen besseren Song verdient gehabt. 5/10 Punkte. 

Matthias: Solider Song, der Refrain ist aber zu kurz geraten und muss mit seinem Why-ay-ay darum 100 mal wiederholt werden. 3 Minuten können lang sein! 6/10 Punkte.

WM: Trijntje ist eine viel größere Sängerin, als dieses Lied es vermuten lässt. Dennoch: „Walk along“ ist hübscher Radiopop, der zwar wenig abwechslungsreich ist, aber gute Laune macht. 8/10 Punkte.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von 5 Prinz-Bloggern nach ihren persönlichen Gusto bewertet. Im Durchschnitt erhalten die Niederlande hier einen Wert von 6,4/10 Punkten und schaffen es knapp nicht an die Spitze – bisher Rang 2 im ersten Semifinale. Das Ranking: 1. Belgien 6,6, 2. Niederlande 6,4, 3. Moldawien 3,4, 4. Armenien 3,2.

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Die Niederlande haben nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 59,1 Prozent und landen damit auf Platz 9 in Semifinale 1. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

Social Media

Natürlich ist Trijntje Oosterhuis auch im großen World Wide Web vertreten. Hier kann man ihre Homepage ansehen und auf Facebook freut sie auch über Likes. Zudem gibt es einen eigenen You Tube Kanal.

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Vorschau: Morgen nimmt uns BennyBenny mit in den hohen Norden, um den vielbesprochenen Beitrag aus Finnland vorzustellen.

Bisher erschienen im ESC Songcheck:

(1) Moldawien: „I want your love“ von Eduard Romanyuta
(2) Armenien: „Face the Shadow“ von Genealogy
(3) Belgien: „Rhythm inside” von Loïc Nottet