ESC-Songcheck (5): „Aina mun pitää“ von Pertti Kurikan Nimipäivät

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Finnlands diesjähriger ESC-Beitrag „Aina Mun Pitää“ der Band Pertti Kurikan Nimipäivät ist zwar nur eineinhalb Minuten lang, hat aber bereits für einiges Aufsehen gesorgt. Während die Fans den Song größtenteils verschmähen, sehen ihn die Buchmacher momentan auf Platz 6. Im heutigen Songcheck nehmen wir den Song genauer unter die Lupe und analysieren seine Chancen auf den Finaleinzug.

Vermutlich wäre „Aina Mun Pitää“ als typisch finnische Skurilität (ähnlich wie 2008) abgetan und weitaus weniger beachtet worden, wäre Pertti Kurikan Nimipäivät nicht eine ganz besondere Band: Nicht nur, dass die teilweise schon älteren Herrn nicht dem Altersdurchschnitt der typischen Punk- und Hard Rock-Bands entsprechen, die Mitglieder der Band haben auch alle das Down Syndrom bzw. unterschiedliche Formen von Autismus. Deshalb kam relativ schnell die Befürchtung auf, dass beim ESC vielleicht gar nicht der Song selbst, sondern die Geschichte hinter der Band bewertet werden würde und vor allem die Fernsehzuschauer am Ende „Mitleidspunkte“ vergeben könnten.

Bloggerkollege WM hat sich bereits an anderer Stelle intensiv mit dieser Diskussion auseinander gesetzt. Sein Fazit: „Mit ihrer gesunden Lebenseinstellung und ihrem Spaß an der Sache würden PKN ganz sicher auch ein mäßiges Ergebnis verkraften. Hoffen wir also, dass man die finnische Truppe als Musiker ernst nimmt, die ihre Musik und ihre Botschaft auf ihre Weise bei der größten Musikshow der Welt präsentieren. Diesen Respekt verdienen PKN.“

Der Song

Folgen wir also seinem Rat und setzen uns etwas intensiver mit dem Song selbst auseinander. Das Hauptproblem wurde oben bereits angesprochen: Der Song ist nur eine Minute und dreißig Sekunden lang. Man könnte auch sagen, bevor der Song richtig losgeht, ist er auch schon wieder vorbei. Das dürfte das Haupthindernis dafür sein, dass sich der Song – wie von den Buchmachern prophezeit – auf den vorderen Plätzen wiederfindet.

Ja, es gab Songs, die nicht dem 08/15-ESC-Klischee entsprachen und es trotzdem weit nach vorne schafften – darunter fallen zum Beispiel die finnischen ESC-Kollegen Lordi ebenso wie diverse „Spaßbeiträge“. Was hatten diese Song aber gemeinsam? Sie haben eine bestimmte Zielgruppe angesprochen und waren aber zusätzlich eingängig genug, um den ein oder anderen „ganz normalen“ Fernsehzuschauer anzusprechen.

Das kann bei „Aina Mun Pitää“ getrost ausgeschlossen werden, schlicht und einfach, weil man keine Strophe, keinen Refrain, keine Melodie erkennt – und eineinhalb Minuten auch zu kurz sind, um sich in diesen sperrigen Song einzuhören. Und wir sollten auch nicht vergessen, dass mittlerweile 50% der Votes von den nationalen Jurys kommen – ich kann mir kaum vorstellen, dass der Song dort besonders gut abschneidet.

Finnland 2015: Pertti Kurikan Nimipäivät – Aina Mun Pitää

 

Die Präsentation

Ich gehe davon aus, dass PKN bei ihrer Performance voll und ganz auf die Rocknummer setzen. Es wird also kein unnötiges Schnick-Schnack geben und der Auftritt in eher dunklen Farben gehalten werden. Alles in allem also stimmig und passend zum Song – aber eben auch ohne besonderen Votinganreiz.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

Douze Points: Eine musikalische Zumutung, die Gott sei Dank nach 1:30 min. vorbei ist. Da hilft auch kein Mitleidsbonus. 1/10 Punkte.

Jan: „Musikalisch ist das gar nicht meins, aber für knapp 85 Sekunden kann ich mich darauf einlassen – und ich glaube, die Jungs sind ziemlich cool. 4/10 Punkten.

Marc: Einen Sympathie-Bonus für die Band und „The Story behind“, aber der Song ist und bleibt 90 Sekunden extrem schwer verdaulicher Punk. 3/10 Punkten.

Peter: Eine sympathische Combo, auch ‚the story behind‘ hat all meine Sympathie, aber der – angenehm kurze – Punksong ist nix für mich. 2/10 Punkte.

WM: Die haben definitiv Spaß an dem, was sie tun, auch der Song ist authentisch – aber nur eingeschränkt meine Musik. 5/10 Punkte.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von 5 Prinz-Bloggern nach ihren persönlichen Gusto bewertet. Im Durchschnitt erhält Finnland hier einen Wert von 3,0/10 Punkten. Dies ist in der Blogger-Wunschliste bisher Rang 5 im ersten Semifinale. Ranking: 1. Belgien 6,6, 2. Niederlande 6,4, 3. Moldawien 3,4, 4. Armenien 3,2, 5. Finnland 3,0.

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Finnland hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 78,2 Prozent und landet damit auf Platz 3 in Semifinale 1. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

Pertti Kurikan Nimipäivät

Social Media

Die Band besitzt eine Webseite und ist außerdem bei Facebook und Spotify zu finden.

 

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Vorschau: Morgen checkt DJ Ohrmeister an dieser Stelle den griechischen Beitrag.

Bereits erschienen:

(1) Moldawien: “I want your love” von Eduard Romanyuta
(2) Armenien: “Face the Shadow” von Genealogy
(3) Belgien: “Rhythm inside” von Loïc Nottet
(
4): Niederlande: “Walk along” von Trijntje Oosterhuis