ESC-Songcheck (6): „One last breath“ von Maria-Elena Kyriakou

Maria-Elena Kyriakou

Griechenland erreichte in den letzten Jahren fast immer einen Top-10-Platz im Finale des ESC, was nicht zuletzt an cleveren Gesamtpaketen aus kommerziellen Songs mit landestypischer Färbung lag. Dieses Jahr versucht man es ganz klassisch mit einer englischsprachigen Schmachtballade. Wird sich der Stoßseufzer von Maria-Elena Kyriakou den Weg in die Finalshow bahnen, oder geht ihr bereits im Semi die Luft aus? Wir haben uns „One last breath“ nochmal genauer angehört.

Maria-Elena Kyriakou versteht sich aufs Gewinnen. 2014 war sie die Siegerin der allerersten Staffel von „The Voice of Greece“, in diesem Jahr gewann sie den Vorentscheid zum ESC in Wien gegen vier weitere Kandidaten. Und anders als unser Herr K. nahm Frau K. aus Hellas die Wahl sogar an.

 

Der Song

Obwohl das Angebot im Vorentscheid wieder bunte Bouzouki-meets-Pop-Stücke umfasste, entschieden sich Jury und Publikum dieses Mal für eine klassische ESC-Ballade. Dermaßen klassisch und unspezifisch, dass sie sicherlich aus jedem beliebigen süd- oder osteuropäischen Land hätte kommen können. Fast hat man den Eindruck, die Griechen möchten dieses Jahr beim ESC bloß nicht mit allzu typisch hellenischen Klängen auffallen. Klavier dominiert im ersten Part, dann setzt ein orchestraler Background ein. Der typische Wechsel von Strophe und Refrain wird bereits zu Anfang des zweiten Chorus aufgebrezelt mit einer dramaturgisch verzögerten Instrumentierung, die häufig erst gegen Ende solcher Stücke zum Einsatz kommt. Die Komposition hat insgesamt wenig Interessantes zu bieten und wirkt in ihrer Beliebigkeit geradezu zaghaft (wie ungriechisch!). Und so, als wolle sie etwas sein, was sie nicht ist. Schade!

Griechenland 2015: Maria-Elena Kyriakou – One last breath

 

Die Präsentation

Maria-Elena Kyriakou trat beim Vorentscheid ganz schlicht im langen, knallroten Kleid auf. Ein Pianist im Hintergrund begleitete sie. Keine sichtbaren Backings, kein Getanze, lediglich etwas Lichter-Spiel mit symmetrisch aufgereihten Scheinwerfern. Beim ESC schreit so ein Song leider regelmäßig nach überladenen Choreographien, und dieser hier braucht auch vielleicht etwas optische Würze, um aufzufallen. Eingepfercht zwischen den auffälligen Finnen und den eingängigen Esten könnte das schwierig werden. Auch wenn etwas Zurückhaltung gut tun würde, lebt der Auftritt doch letztlich von Maria-Elenas (tatsächlich) sehr guten stimmlichen Leistung. Sie hat was drauf – nur schade, dass sie mit einem so farblosen, nichtssagenden Beitrag ins Rennen gehen muss.

Maria-Elena Kyriakou

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken:

Armen: Simpel gestrickte Ballade in typischer ESC-Manier. Marie-Elena ist hübsch – aber nur ein Stimmchen: 5/10 Punkte.

Jan: Diese Ballade kommt leider viel zu spät aus dem Quark, dabei hat die Sängerin sogar ein ganz interessante Stimme – durchwachsenes Mittelmaß irgendwie. 5/10 Punkte.

Matthias: Im Balladenjahrgang eine ESC-typische Ballade, die in der letzten Minute auch noch zu nahe am Vorjahressieger dran ist. Pluspunkt: gute Stimme! 5/10 Punkte.

Peter: Optisch ansprechend, schöne starke Stimme, aber der Song ist wie eingeschlafene Füße. Irgendwie geht es/er vorüber. 3/10 Punkte.

WM: Das hat zwar viel, was die große Bühnenballade braucht, aber zwei entscheidende Dinge fehlen mir: eine tragende Melodie und eine Sängerin, der man gerne zuhört. 2/10 Punkte.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von 5 Prinz-Bloggern nach ihren persönlichen Gusto bewertet. Im Durchschnitt erhält Griechenland hier einen Wert von 4,0/10 Punkten. Dies ist in der Blogger-Wunschliste bisher Rang 3 im ersten Semifinale. Ranking: 1. Belgien 6,6, 2.Niederlande 6,4, 3. Griechenland 4,0, 4. Moldawien 3,4, 5. Armenien 3,2, 6. Finnland 3,0.

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Griechenland hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 70,0 Prozent und landet damit auf Platz 5 in Semifinale 1. Hier geht es zu der Prognose der PrinzBlogger für das erste Semifinale.

Maria-Elena Kyriakou

 

Social Media

Eine Website hat Maria-Elena Kyriakou nicht, bewegt sich aber auf Facebook und Twitter.

 

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Vorschau: Morgen stellt BennyBenny den haushohen Favoriten-Song aus Estland vor.

Bereits erschienen:

(1) Moldawien: “I want your love” von Eduard Romanyuta
(2) Armenien: “Face the Shadow” von Genealogy
(3) Belgien: “Rhythm inside” von Loïc Nottet
(
4): Niederlande: “Walk along” von Trijntje Oosterhuis
(5) Finnland: „Aina mun pitää“ von Pertti Kurikan Nimipäivät