ESC-Songcheck (6): „Zaleilah“ von Mandinga

Zaleilah ist der Name eines Tanzes, den die 7-köpfige Band Mandinga selbst entworfen hat. Rumänien schickt damit eine auf Live-Bühnen sehr erfahrene Band mit einem lupenreinen Sommerhit nach Baku. Rumänien hat sich seit Einführung der Semifinals immer für das Finale qualifiziert. Kann Mandinga diese tolle Bilanz verteidigen?

Gerne polarisieren Sommerhits beim ESC-Publikum stark: böse Zungen finden das Lied einfach nur billig und andere Fans hingegen sind hellauf begeistert von dem Gute-Laune-Urlaubsfeeling-Song. Der rumänische Vorentscheid (hier zum Nachlesen im Prinz Live-Blog) in Bukarest am 10. März 2012 war dann für die favorisierte Band Mandinga auch kein Selbstläufer. Nur knapp setzte man sich mit 22 Punkten gegen die abgedrehte Ska-Nummer von Electric Fence und den Pop-Song von Catalin Josan (der bereits zweimal Platz 2 beim rumänischen Vorentscheid belegte) durch.

Offizieller Videoclip Rumänien 2012: Mandinga – Zaleilah (gedreht in Bukarest und Dubai)

Mandinga besteht aus 7 Musikern: Elena, Alex, Chupi, Omar, El Niño, Zach und Tony. Sie stammen aus Rumänien und Kuba und feiern 2012 bereits ihr 10-jähriges Bandjubiläum. Die derzeitige Frontfrau Elena Ionescu ersetzte dabei Elena Gheorghe, die 2009 als Solokünstlerin Rumänien beim ESC in Moskau vertrat und mit „The Balkan Girls“ Platz 19 im Finale belegte (und damit einen Platz besser als „Alex swings Oscar sings“ abschnitt).

Mandinga mischen lateinamerikanische Musik mit Pop-und Dancebeats und haben bereits 4 Alben produziert: De Corazon (2003), Soarele meu (2005), Gozalo (2006) und Donde (2008). Für Ende Mai plant Mandinga die Veröffentlichung des fünften Albums „Club de Mandinga„. Gleichzeitig möchte die Band mit einem großen Konzert ihr 10-jähriges Band- und Bühnenjubiläum feiern. Mandinga absolvieren im Schnitt 300 (!) Live-Auftritte pro Jahr und sollten damit bestens für die Live-Show in Baku gerüstet sein. Auch heimste die Band schon zahlreiche rumänische Music Awards ein (Best Live Award, Best Performance etc.). Ihr bislang größter Hit „Goochi“ featuring Luis Vasquez war in Rumänien, Bulgarien, Spanien und Peru ein Chart-Hit.

Der ESC-Beitrag „Zaleilah“ wurde komponiert von Costi Ioniță und der spanisch-englische Text stammt von Sängerin Elena Ionescu und Dihigo Omar Secada. Charakteristisch für den Song ist der Einsatz des Dudelsacks und des Akkordeons kombiniert mit Dancebeats. Damit erinnert der Song auch etwas an die bekannten rumänischen Sommerhits von Edward Maya (Stereo Love) oder Songs von Alexandra Stan.

In Rumänien wurde „Zaleilah“ ein Smash-Hit und schoss in den Top 100 bis auf Platz 3 der Charts. Harsche Kritik hagelte es jedoch von Folk-Singer Gabriel Cotabita, der den Song genauso langweilig und gewöhnlich findet wie die stimmlichen Qualitäten der Frontfrau Elena. Er rät Elena deshalb, so nackt wie möglich beim ESC aufzutreten, damit sich überhaupt jemand an den Song erinnert. Rumänische Stars mit ESC Erfahrung sehen das aber ganz anders: Luminita Anghel (Platz 3 in 2005 mit „Let me try“) findet „Zaleilah“ sehr positiv und exotisch während Mihai Traistariu (Platz 4 in 2006 mit „Tornero“)  sogar eine Top 5-Platzierung für das Finale in Baku prophezeit!

Wie es sich für einen Sommerhit gehört, gibt auch einen Zaleilah-Tanz zum Mitmachen! Hier das Video für alle, die die Moves schon mal für die Eurovision Dance Nite in Hamburg oder den Auftritt von Mandinga bei Eurovision in Concert /Amsterdam üben wollen:


Rumänien
hat sich seit Einführung der Halbfinals 2004 übrigens immer für das Finale qualifiziert. Mandinga möchten diese Tradition natürlich gerne fortsetzen. Gemäß ESC-Reglement dürfen in Baku jedoch nur 6 Bandmitglieder auf die Bühne. Trotzdem stehen die Finalchancen für „Zaleilah“ nicht schlecht. Beim Televoting schneiden Sommerhits meist ganz ordentlich ab, während die Jury bei diesen Songs gerne mit Punkten knausert.


PRINZ-Blog-Urteil

Songqualität: 7/10
Interpretation: 8/10
Chancen auf Finaleinzug: 85% (damit Platz 4 nach Ansicht der Prinz-Blogger im 1. Semifinale gleich hinter Russland, Griechenland und Irland)