ESC Songcheck (8): „Gravity“ von Zlata Ognevich

Zlata Ognevich Ukraine 2

Willkommen beim ostersonntäglichen Song Check mit dem Beitrag aus der Ukraine! Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt. Nach den erfolglosen Versuchen in den Vorentscheidungen von 2010 und 2011 darf Zlata Ognevich in diesem Jahr die Ukraine beim ESC in Malmö vertreten. Die „Pleite“ von 2011 geht dabei allerdings zum Teil sogar auf Zlatas eigene Kappe!

Nachdem nämlich die eigentliche Vorentscheidung vorbei war, gab es Manipulationsvorwürfe in Richtung der Siegerin Mika Newton, die dazu führten, dass der damals politisch fast schon überkorrekte Staatssender die drei erstplatzierten Damen zu einem weiteren Vorsingen einlud, um einen „wirklichen“ Sieger zu küren. Neben der damaligen Fan-Favoritin Jarmala blieb dann aber auch Zlata dieser Ehrenrunde aus Protest fern, so dass letztlich dann doch Mika Newton nach Düsseldorf fuhr und dort  zeigte, dass man mit ihr nicht auf Sand gebaut hatte…

Zlata und ihr Song „The Kukushka“ wird in den Statitiken dieses Jahrganges als Zweitplatzierte geführt – und man muss konstatieren, dass ihr ein besseres Ergebnis als Mika Newton (Platz 4) beim ESC sicher auch nicht geglückt wäre.

The Kukushka (Vorentscheidung Ukraine 2011)

Die 26-jährige Schönheit, die ohne Probleme auch in jedem internationalen Model- und Beauty-Contest mithalten könnte, hat das, was sie tut, von der Pike auf gelernt, nämlich auf diversen Musikschulen und mit einem Gesangsstudium. Das ukrainische Fernsehen will uns sogar glauben machen, dass sie als Kind oft von zu Hause weggelaufen sei, nur um an der felsigen Küste zu singen.

Außerdem könne sie so fantastisch hohe Noten singen, weil sie minutenlang unter Wasser die Luft anhalten könne. Ich habe keine Ahnung, ob man hier einen Zusammenhang basteln kann, aber warum sind die Ukrainer immer so pathetisch? Ich kann mich erinnern, dass schon Alyosha 2010 und auch Gaitana 2012 die Welt retten wollten. Und Mika Newton wollte 2011 eigentlich gar nicht zum ESC, weil in den USA eine steile Karriere auf sie wartete. Mika who…?

Aber zurück zu 2013! In einer wieder mal äußerst unterhaltsamen Vorentscheidung setzte sich Zlata am Tag vor Heiligabend 2012 deutlich gegen 19 Konkurrenten durch. Ihr als Ballade nach Disney-Art erkennbarer Song „Gravity“ lebte bei dem Live-Auftritt vor dem Kiewer Studiopublikum vor allem durch ihre tatsächlich bemerkenswerte Stimme. Gleichzeitig mit einer wohlvertrauten „König der Löwen“- Atmosphäre arrangiert, gelang es Zlata im Handumdrehen, Jury und TV-Publikum gleichermaßen um den Finger zu wickeln.

Gravity (Vorentscheidungsauftritt)

Zwischen Weihnachten und Ostern wurde aber heftig an dem Song gearbeitet, umkomponiert, umarrangiert und umgetextet – in einem Wort: verschlimmbessert! Er bekam ein neues Intro und die Lion-King-Backings wurden etwas zurückgenommen. Und irgendwie sind auch einzelne Teile des Song umgestellt worden. Obwohl sich das gar nicht so leicht feststellen lässt, denn Strophen und Refrain sind sich dermaßen ähnlich, dass man beim Hören gar nicht weiß, wo im Song man sich gerade befindet. Kompliment, dass Zlata sich das alles merken kann! Hier das offizielle Preview-Video – direkt aus der Fabel- und Sagenwelt in Euer Wohnzimmer:

Gravity (Offizielles Video)

Der Song stammt aus der Feder von Mikhail Nekrasov, der Text über einen Schmetterling, der zu hoch fliegt und durch die Schwerkraft nun droht, sein Leben auf einer Schwertspitze zu fristen, ist von Karen Kavaleryan, der mit „Gravity“ seinen 8. Titel bei einem ESC im Wettbewerb hat! Und zwar für insgesamt 5 Ex-Sowjetstaaten – das ist ein Rekord, den er gemeinsam mit Ralph Siegel hält, der sich allerdings eher in Westeuropa ausgelebt hat!

Zweimal hätte Karen als Textdichter fast gewonnen: 2006 belegte sein „Never let you go“ mit Dima Bilan Platz 2, zwei Jahre später wiederum hatten Ani Lorak und „Shady Lady“ das Nachsehen gegen eben diesen Herrn.

Zlata Ognevich Ukraine 3Bekommt Zlata auch in Malmö am Ende Blumen?

Performancetechnisch sollte der Auftritt möglichst die Stimmung des Videos wiedergeben. Sowas lässt sich ja auch mit Projektionen hinbekommen, wenn es in Malmö, wie angekündigt, wenige bis gar keine LED’s geben wird. Und Flora und Fauna lassen sich notfalls auch durch Menschen darstellen. Wer das Musical „König der Löwen“ einmal live gesehen hat, wird wissen, was ich meine. Auf jeden Fall bin ich fest davon überzeugt, dass man optisch ordentlich das Rad drehen wird – das hat ja bei den Ukrainern bereits Tradition. Bescheidene und zurückgenommene Auftritte sind ihre Sache sicher nicht!

Zlata Ognevich Ukraine

Bewertung:

Optik: 5 von 5 Sternen (Zlata ist DAS Gesicht dieses Jahrgangs und weiß sich sicher auch in Malmö perfekt zu präsentieren)
Stimme: 4 von 5 Sternen
Komposition: 3 von 5 Sternen (gute Melodie, leider durch die Ähnlichkeit von Strophen und Refrain ein wenig zu redundant)
Instant Appeal: 4 von 5 Sternen (Zlata wird durch ihre Ausstrahlung auch ihren durchschnittlichen Song „leuchten“ lassen)

Qualifikationschancen: Wenn es nach der Einschätzung der PRINZ-Blogger geht, gibt es an der Tatsache, dass sich Zlata für das Finale von Malmö qualifizieren wird, so gut wie keinen Zweifel. Zu 96% sehen wir sie im Finale – sieben von uns sogar zu 100%! Die Wettbüros schätzen das genauso ein, nach ihnen ist Zlata die wahrscheinlichste TOP 10-Kandidatin im gesamten Feld, bei den Siegerwetten liegt sie aussichtsreich auf Platz 4!

Natürlich hat Zlata auch eine Facebook-Seite und zwitschern kann man mit ihr auch. Eine eigene Homepage hat sie allerdings überraschenderweise (noch) nicht. Darüber hinaus gibt es aber auch einen eigenen Youtube-Kanal.

Und Ben Morris hat auch bereits ein Mini-Pop-Icon von ihr erstellt, das hier natürlich auf gar keinen Fall fehlen darf:

Zlata Ognevich MinipopMorgen geht´s weiter mit Songcheck Nr. 9: Tjabe präsentiert Euch den belgischen Beitrag „Love kills“ von Roberto Bellarosa.

Hinweis: Hier geht es zu unserer Leser-Abstimmung über das erste Semifinale und hier ist der Artikel zum Prinz Blog-Leser-Voting zu finden.