ESC-Songcheck (8): „When we’re old“ von Ieva Zasimauskaitė

Im fünften Anlauf hat es Ieva Zasimauskaitė endlich geschafft. Sie darf Litauen beim Eurovision Song Contest in Lissabon mit der Ballade „When we’re old“ vertreten. Der Song ist eine Liebeserklärung an ihren Ehemann Marius Kiltinavičius. Im folgenden Songcheck werfen wir einen genaueren Blick auf den sehr ruhigen Beitrag.

 

Die Interpretin

Ieva Zasimauskaitė wurde am 2. Juli 1993 in der zweitgrößten litauischen Stadt Kaunas geboren. Schon sehr früh nahm sie Gesangsunterricht und lernte auch Klavier. Mit 16 Jahren wurde die Teil des Kaunasser Chores und tourte mit ihm durch das ganze Land. Sie gewann mit dem Chor mehrere Wettbewerbe, bevor sie 2012 an Lietuvos balsas (dem litauischen „The Voice“-Format) teilnahm. Dort erreichte sie das Superfinale. Nach diesem Erfolg entschied sie sich voll und ganz auf ihre Solokarriere zu konzentrieren und brachte als erste Single den von ihr selbst komponierten jazzigen Song „Pasilgau“ raus.

 

In den folgenden Jahren versuchte die 24-Jährige bereits mehrmals, für Litauen zum ESC zu fahren. 2013, 2014, 2016 und 2017 nahm sie an der litauischen Vorentscheidung teil. Im fünften Anlauf hat sie es nun endlich geschafft ihren großen Traum zu verwirklichen.

2011 lernte sie Marius Kiltinavičius kennen, der selbst Sänger der Band N.E.O. ist und auch die litauische U 20 Basketballnationalmannschaft trainiert. Seit 2015 sind die beiden glücklich miteinander verheiratet.

 

Der Song

„When we’re old“ ist eine sehr langsame Liebesballade. Sie wurde von dem litauischen Filmkomponisten Vytautas Bikus geschrieben, der auch am litauischen Beitrag 2015 beteiligt war. Mit „This Time“ erreichten Monika Linkytė und Vaidas Baumila in Wien das Finale und belegten dort einen respektablen 18. Platz.

Im Song geht es ums gemeinsame Älterwerden, aber auch um die Angst, dass der Partner irgendwann nicht mehr da ist. Ieva singt sehr leise und wird sanft von einem Klavier begleitet. Durch den Text merkt man schnell, dass es um ein altes Ehepaar handelt, welches ein langes, glückliches Leben hinter sich hat. Das Paar erinnert sich immer noch an das allererste Treffen und ist, obwohl so viele Jahre vergangen, nach wie vor wie frisch verliebt. Man fühlt sich beim Partner „zuhause“ und kann sich ein Leben ohne den Partner gar nicht mehr vorstellen.

Auf diese Thematik geht auch das offizielle Video ein und zeigt Ieva, wie sie auf ein glückliches, älteres Ehepaar schaut und sich vorstellt, wie es später mal bei ihr selbst sein wird. Der Song ist zwar sehr süß, aber musikalisch passiert in den 3 Minuten nicht sehr viel. Er lebt einzig von Ievas schöner Stimme und der starken Botschaft.

Litauen 2018: Ieva Zasimauskaitė – When we’re old

 

Die Präsentation

Da der Song sehr minimalistisch gehalten ist, hat er nur eine Chance das Halbfinale zu überleben, falls Ievas Zauber auf der Bühne wirkt. Bei der litauischen Vorentscheidung saß sie anfangs auf den Boden und alle Scheinwerfer waren auf sie gerichtet. In der zweiten Hälfte hat man auf dem Backdrop das ältere Ehepaar gesehen. Zum Schluss kam ihr Mann auf die Bühne und hat sie umarmt.

 

Da in Lissabon es keine LED-Screens geben wird ist es sehr spannend, wie man die Thematik des älteren Ehepaares darstellen wird. Eine Möglichkeit wäre es im Hintergrund ein älteres, verliebtes Ehepaar live auf einer Parkbank sitzend zu zeigen. Das Ganze darf aber auch nicht zu kitschig wirken. Wichtig ist, dass der Fokus auf Ieva bleibt.

Litauen hat im ersten Semifinale die Startposition 6 zwischen Tschechien und Israel. Ob das gut oder schlecht ist bleibt abzuwarten. Einerseits könnte es als erste Pinkelpause zwischen den beiden Topfavoriten genutzt werden, andererseits könnte es aber auch durch die Schlichtheit sehr positiv auffallen. Daher wird sehr viel vom Auftritt abhängen.

Nach dem Sieg in der Vorentscheidung sang Ieva die letzte Passage des Songs auf litauisch. Das kam beim Publikum sehr gut an und könnte auch in Lissabon dem Beitrag eine spezielle Note geben.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

BennyBenny: Der Song beginnt total süß – und dann passiert zweieinhalb Minuten gar nichts mehr. Schade!

Douze Points: Eigentlich ganz schöne Klavierballade, die ohne visuelle Unterstützung jeglicher Art noch am besten funktioniert. Leider sehr schwacher und anstrengender Refrain, der sich zum Glück nicht im Gehör festsetzen kann.

Marc: Eurovizija-Dauergast Ieva hat es nun endlich geschafft. Das zart dahin gehauchte „When we’re old“ hat berührende Momente, aber mag nicht so richtig zünden.

Salman: Ein zuckersüßer Song, aber auch etwas langweilig. Nach mehrmaligem Hören habe ich ihn immer in meiner Playlist geskippt. Befürchte es wird wieder nichts mit dem Finale für Litauen.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Litauen hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 31 Prozent und landet damit auf Platz 16 in Semifinale 1Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das erste Semifinale.

 

Social Media

Wer mehr über Ieva erfahren möchte, kann sie auf Facebook, Instagram und Youtube finden.

 

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Vorschau: Morgen wird sich Marc mit dem tschechischen Beitrag „Lie to me“ von Mikolas Josef beschäftigen.

 

Bereits erschienen:

Semifinale 1
(1) Albanien: „Mall“ von Eugent Bushpepa
(2) Aserbaidschan: „X My Heart“ von Aisel
(3) Belgien: „A Matter Of Time“ von Sennek
(4) Bulgarien: „Bones“ von Equinox
(5) Estland: „La Forza“ von Elina Nechayeva
(6) Island: „Our Choice“ von Ari Ólafsson
(7) Israel: „Toy“ von Netta Barzilai