ESC Songcheck (9): “Tick-Tock” von Mariya Yaremchuk

Mariya Yaremchuk Ukraine 2014

Mit der Start-Nr. 9 eröffnet das aktuelle Sorgenkind Europas die zweite Hälfte des ersten Halbfinals am 6. Mai 2014 in Kopenhagen. Die Ukraine stellt sich mit Mariya Yaremchuk und dem Lied „Tick-Tock“ der Konkurrenz. Sorgten in den letzten Jahren die Ukrainer immer wieder mit ihrem Beiträgen und deren Auswahl für Schlagzeilen, so blieb es 2014 sehr ruhig, was sicherlich der politischen Situation geschuldet ist.

Seit 2003 dabei nimmt die Ukraine in Kopenhagen zum zwölften Mal am Eurovision Song Contest teil. Die Bilanz des Landes kann sich sehen lassen. Platz 4 und 3 wurden jeweils einmal belegt und den zweiten Platz gab es sogar zweimal gleich nacheinander. Jedoch die Heldin bleibt Ruslana, die 2004 mit „Wild Dances“ den Contest gewann. 2005 war sie eines der Gesichter der Orangenen Revolution und auch 2014 stand sie bei der Maidan-Revolution wieder auf den Barrikaden.

Die Interpretin

Mariya Yaremchuk, die Vertreterin des Landes 2014 und geboren als Mariya Nazarivna Yaremchuk am 2. März 1993 in Chernivtsi, wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Ihr Vater war der berühmte Schauspieler Nazar Yaremchuk, der den Titel „People’s Artist of Ukraine“ tragen durfte. Den gleichen Titel erhielt auch der Komponist des diesjährigen russischen Beitrags Philipp Kirkorov verliehen. Als Mariya zwei Jahre war, starb ihr Vater an Magenkrebs.

Ihren musikalischen Durchbruch erlebte sie 2012 als Finalistin der Sendung „Voice of the Country“ und als Vertreterin der Ukraine beim Festival „New Wave 2012“, wo sie Dritte wurde. Am 23. Dezember 2012 stand Mariya Yaremchuk zum ersten Mal bei einer nationalen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest auf der Bühne und wurde mit „Imagine“ von Startplatz 2 mit 30 Punkten Fünfte. Hier kann man das Ereignis nochmals nachlesen.

Mariya Yaremchuk Ukraine 2014 2

Der Vorentscheid

Ein Jahr später gelang ihr dann der Coup. Mit der Maximalpunktzahl von 24 Punkten holte sie den Sieg am 21. Dezember 2013 und schlug damit von Startplatz 17 gleich 19 Konkurrenten aus dem Felde. Beim Televoting erhielt sie mit 3.478 Anrufen dreimal so viele Stimmen wie Platz 2. Hier ist der Live-Blog zum Nachlesen. Natürlich gab es wieder die üblichen Verdächtigungen rund um das Televoting. So sollen einige Leitungen geblockt worden sein, während die von Mariya Yaremchuk offen blieb.

Mariya Yaremchuk sieht sich als unpolitisch, aber 2013 stand sie bei den Wahlen auf der Seite der Partei von Viktor Yanukowitsch. Somit gab es Befürchtungen, dass wie 2010 der ukrainische Beitrag nochmals ausgetauscht würde. Aber die politische Führung hatte mit schwerwiegenderen Sorgen zu kämpfen.

Der Song

Eigentlich wollte Mariya Yaremchuk den Song nach den politischen Veränderungen nicht mehr singen. Sie empfand den Song der Situation nicht angemessen genug und zu fröhlich. Aber die Regeln sagten nein zu dem Wunsch und somit bleibt das Lied, das die Liebe mit den Schlag der Uhr vergleicht, der Beitrag für Kopenhagen.

Tick-tock, can you hear me go tick tock
My heart is like a clock, I’m steady like a rock

Der Song wurde zweimal revampt. Die erste Schönheits-OP kam nicht an und so wurden dann noch Schweden mit ins Boot geholt. Sandra Bjurman, die für Aserbaidschan von 2010 bis 2012 tätig war, überarbeitete den Text und Stefan Örn, der auch hinter dem aserbaidschanischen Song 2014 steckt, legte musikalisch nochmals Hand an.

Ukraine 2014: Mariya Yaremchuk – Tick-Tock

 

Die Songpräsentation

Die Ukrainer werden sich auch dieses Jahr nicht lumpen lassen und eine perfekte Bühnenshow hinlegen. Sicherlich wird es diesmal keine Sandmalerin und kein Riese sein, die Mariya unterstützen. Vielleicht steht jemand mit der ukrainischen Fahne, die auf dem Maidan-Platz geschwungen wurde, hinter Mariya Yaremchuk beim Auftritt. Passen würde das zwar nicht, aber jeder würde darüber reden und anrufen. Mir persönlich würde ein Auftritt wie im Video gut gefallen, ein bisschen amerikanisch angehaucht und sehr lasziv.


Das PRINZ-Blog-Urteil

Optik: eine bildhübsche Frau 5/5
Stimme: für den Popsong ideal 4/5
Komposition: hat nicht die Qualität von „Gravity“ von 2013, aber trotzdem gut 4/5
Instant Appeal: geht bei einem gewöhnlichen Auftritt vielleicht etwas unter 3/5


Qualifikationschancen

Die Ukraine war bisher immer im Finale, wieso sollte es 2014 anders sein. Das Lied ist gut und ein gewisser Mitleidsbonus fürs Land wird es sicherlich geben. Die Prinz-Blogger sehen Mariya Yaremchuk mit (nur) 82% als Fünfte im Finale, aber die Wettquoten sprechen mit einem siebten Platz momentan eine deutliche Sprache.


Website, Social Media und Minipop Icon

Mariya Yaremchuk Ukraine 2014 Mini Pop IconMariya Yaremchuk findet man auch im World Wide Web. Hier ist ihre schöne Homepage. Auf Facebook steht noch nicht so viel und twittern kann man mit ihr hier. Und auf diesem Youtube-Kanal findet man noch mehr Mariya Yaremchuk.

 

 

 

 

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Vorschau: Morgen geht es dann mit mir zu unseren „westelijke buren“ nach Belgien, wo eine schwergewichtige Ballade auf uns wartet.

 

Bisher erschienen im ESC Songcheck:

(1) Albanien: “One night’s anger” von Hersi Matmuja
(2) Armenien: “Not alone” von Aram MP3
(3) Aserbaidschan: “Start a fire” von Dilara Kazimova
(4) Estland: “Amazing” von Tanja
(5) Island: “No prejudice” von Pollapönk
(6) Lettland: “Cake to bake” von Aarzemnieki
(7) Russland: “Shine” von den Tolmachevy Sisters
(8) Schweden: Undo von Sanna Nielsen