Live-Blog Georgien: Anri Jokhadze irritiert Europa

Zu den vier am Samstag bestimmten ESC-Titeln aus der Ukraine, Lettland, Kroatien und Italien gesellte sich am Sonntag der Beitrag aus Georgien. Über das Finale aus Tiflis und den Nachfolger von Eldrine, die auch Teil der Show waren, berichtete Prinz in einem Live-Blog, den es hier noch einmal komplett zum Nachlesen gibt.

Hallo am Nachmittag. Hier melden sich Jan, Armen und ein noch reichlich von dem gestrigen Sanremo-Marathon mitgenommener OLiver. Der Livestream aus Georgien läuft bereits (über www.eurovision.tv) – Georgien eröffnet mit einem Zusammenschnitt georgischer ESC-Beiträge (meistens neunte Plätze) und jetzt gibts auch noch einen Lenaclip…

Wir erkennen denselben Moderator wie im letzten Jahr, mit dunkler Brille, T-Shirt und Erich-Honecker-Hut, der jetzt die Jury vorstellt.

Und schwupps – geht´s los:

1 Mirror Ilusion – Whisper

Iffi Zenker an der Gitarre gibt uns eine Rocknummer – es wird kaum die letzte sein heute Nachmittag! Ziemlich flach das Ganze, einen Key-Change können wir hier wohl kaum erwarten. Oliver fühlt sich an die Hardrockkneipen seiner Pubertät im Schwäbischen erinnert. Wir geben für den Anfang 5/30 Punkten – mal sehen, ob heute noch jemand mehr bekommt……

Über die Interviews, die der junge Honecker mit den Interpreten nach ihrem Auftritt führt, verlieren wir hier kein Wort. Auch Armen, der Wurzeln im georgischen Nachbarland hat, muss passen….

2 November – Letter to a friend

Ja, bei der Stimme sollte man lieber Briefe schreiben als anzurufen oder gar zu singen……Noch ein Rocksong mit viel Feuer auf der Bühne, diesmal allerdings mit schlechtaussehenden Protagonisten. Es lässt uns völlig kalt. Der etwas prollig daherkommende Sänger ist Typ „Dorfschläger“ und ausweislich seines Pullovers 41 Jahre alt – würde passen und ist auch schon das Interessanteste an diesem Beitrag. Oder ist 41 jetzt doch sein Body-Mass-Index….? Von uns 4/30 Punkten – zweiter Platz!

3 Industrial City – Broken

Es bleibt rockig – wir fühlen uns langsam wie auf dem Wacken Open Air! Der Leadsänger sieht etwas aus wie ein Mummin, meint Oliver. Whatever that is…..Der Song ist rockig, aber durchaus auch melodisch und erregt allein dadurch unsere Aufmerksamkeit. Aber nein, nackt möchten wir hier auch niemanden sehen. Peter trifft gerade ein, hört kurz hin und möchte eigentlich auf dem Absatz kehrt machen – wir können ihn nur mit unserem lockeren Kuchen hier behalten.

Ach ja – wir vergeben 9/30 Punkte – beeindruckend!

4 Leo Jee – It´s my life

Peter ist froh, dass er nun doch geblieben ist, allerdings nur bis zum Refrain. Aua – die Töne!!!! Der junge Leo scheint georgischer DSDS-Ausschuss zu sein, eingerahmt von zwei Rauschgoldengeln, einer davon offenbar Ilona Staller aka Cicciolina, ungarisches Pornosternchen und italienische Ex-Parlamentsabgeordnete. Wir freuen uns über die Midtempo-Softrock-Ballade, aber unser Roman frisst diesen Typ nun wirklich zum Frühstück. Peter wertet ab jetzt mit, kann sich aber nicht zu einem Punkt hinreissen lassen. Zu Viert geben wir 9/40 Punkten!

5 Edward Tatiani – Hey you

Optisch macht der Sänger mehr her als musikalisch. Einfachstpop der mediocren Sorte. Armen stöhnt, dass man ja gar nicht weniger als 0 Punkte vergeben kann – tja, ein Dilemma. Mein Gott, ist das nervtötend!!! Wir wissen gar nicht, wofür wir hier Punkte geben sollen. Peter überlegt, ausnahmsweise auf die Optik zu gehen, Oliver verteilt Haarpunkte. Zusammen gibt das erneut 9/40 Punkte. Bei Ex-Aequo führt aber Lied Nr. 4, weil wir da die Musik bewertet haben….

6 Boris Bedia – It´s Life

Tja, was sollen die Georgier auch machen, wenn insgesamt nur 13 Titel eingereicht werden. da kommen auch sympathische Kellner und Hobbysänger wie dieser mal ins TV. Es knödelt jetzt aber gewaltig, während Boris das Leben besingt. Kreisch!!!!! Ein Key-Change – wir vergeben einen Sonderpunkt! Nach 2:30 stellen wir fest, dass es sich um einen englischen Song handelt…..

Das macht dann zusammen 7/40 Punkten. Ist das das schlechteste Finale der gesamten Saison? Oliver erinnert daran, dass Moldawien noch aussteht….

7 Vanilla Cage – Breaking the cage

Armen meint, hier den Sieger zu hören. Wir nicht! Ein weiterer Rocksong, Oliver droht damit, demnächst auf meinen Teppich zu urinieren, um auch bei uns echte Rockathmosphäre aufkommen zu lassen. Selbst unser Laptop fragt, ob wir die Verbindung wirklich beibehalten wollen……. Peter ist in der Küche, um den Schampus zu holen – den haben wir dringend nötig. Die Vanillas schreien sich die Seelen aus dem Leibe und wir landen wieder bei 9/40 Punkten.

Wir prosten uns zu und rufen: Vive la Géorgie!!!!

8 Rema – Feel me

Es beginnt leise – wir horchen auf! Es ist zwar auch Rock, aber diesmal als Ballade. Wir hören heute zum ersten Mal etwas wie eine Komposition! Peter ist vom Gitarrensolo dennoch irritiert, aber darüber wollen wir mal gnädig hinwegsehen, da immerhin Remas Englisch leidlich verständlich ist. Jetzt werden wir richtig verschwenderisch mit den Punkten. 13/40 Punkten. Das ist die einzige Vorentscheidung der Welt, bei der man als Startnummer 8 mit einem solchen Ergebnis Spitzenreiter wird. Enough said!

9- Anri Jokhadze – I´m a jocker

Ach wie süß – eine Tunte! Und irgendwie Fancy für Arme. I´m a walker, i´m a stalker, i´m a jocker. Was ist „jocker“? Und was ist das für ein Musikstil? Wir sind äußerst irritiert, aber Peter erklärt uns, dass es sich hier um „Industrial Classic“ handelt. Really? Oliver empfiehlt Georgien, Baku fern zu bleiben. Mehr Geld kann man gar nicht sparen! Was für ein Irrsinn am Sonntag Nachmittag! Uns fällt gar nichts mehr ein – 2/40 Punkten!

Unser Sieger heißt also: Rema!

Wir fragen uns gerade, wie die vier Songs wohl geklungen haben müssen, die wir heute nicht zu Gehör bekommen haben. Wahrscheinlich waren das ganz tolle Schlager von Thomas G:sson…..

Jetzt eine junge Frau im Pausenprogramm, von der wir leider nicht den Namen mitbekommen haben. Wir sind ganz angetan über diese leicht traditionell angehauchte Sphärenballade und geben spontan 32/40 Punkte!

Oliver sucht währenddessen im Internet nach dem Rezept der georgischen Pansenbrühe, er leidet noch an dem Sanremo-Kater von letzter Nacht….

Der nächste Interval Act sind Candy mit „Candy Music“, Sieger beim Junior Eurovision Song Contest Anfang Dezember in Armenien. Auch das deutlich besser als jeder der neun Wettbewerbsbeiträge hoch drei. Wir geben 27/40 Punkten, zweiter Platz des gesamten Nachmittags und doppelt soviel wie unser Sieger!

Was wir heute gut finden, ist der zügige Ablauf der Sendung! Das machen fast alle besser als Deutschland oder Italien…*stöhn*

Jetzt kommen noch Eldrine mit einem neuen Song. Wir philosophieren derweil, wie diese Truppe vor Lovely Lena landen konnte. Nun gut, da haben sich alle Rockfans Europas vereinigt und selbst ich kenne Menschen, die „One more day“ klasse fanden! Diesen neuen Song finden wir 15/40 Punkten wert. Immer noch besser als unser Favorit…..

„One more day“ können wir nicht bewerten, das haben wir uns im letzten Jahr schon „schöngehört“. Peter erklärt allerdings den Monolog des bemützten Rappers während des Interviews zum Highlight der ganzen Sendung.

Und es erscheint: Sabina Babayeva aus Aserbaidschan im silbernen Minifummel. Sehr silber, sehr mini und sehr Barbarella! Sie singt die Aretha-Franklin-Ballade „You make me feel“ und bringt sie anständig rüber. Leider singt sie (noch) nichts von Whitney -„Bless her“-Houston. Oliver ist ganz angetan…..

Wir fassen es nicht, dass es schon wieder einen Schnelldurchlauf gibt – wer soll denn jetzt noch anrufen? Wir sind doch nicht bei USFB……

Lieber Usain, wir möchten gern von dir wissen, welcher deutsche Beitrag für dich der Schlechteste war? Wir fangen nämlich auch schon das Diskutieren an. Peter ist für „Let´s get happy“, meiner ist wohl „Dieser Traum darf niemals sterben“,  Armen votiert für „Miss Kiss Kiss Bang“, Olivers Wahl fällt auf „Run and hide“.

Jetzt noch ein Rückblick auf die georgische Geschichte beim ESC – die war ja nicht so lang……

Der JOCKER hat gewonnen – wir steeeeerrrrben!!!!!!

Hoch die Tassen! Andere Länder, andere Sitten! Auf diesen Kater genehmigen wir uns gleich die Pansenbrühe.

Wir prognostozieren einen schlimmen Kater für Georgien nach dem Halbfinale. Erstmals wird es wohl nicht für´s Finale  reichen. Da werden eine Menge Kühe Pansen lassen müssen Ende Mai!

Anri Jokhadze – I´m a jocker (Georgien 2012)

So, Ihr Lieben, wir danken für die Gesellschaft und wünschen allen einen schönen Wochenendausklang! Am nächsten Wochenende gibt es wieder jede Menge Live-Blogs, u.a. aus Irland (Jedward), in Österreich geht´s um die Wurst, dann noch Finnland, Holland, Slowenien und Russland!