Euro-Trash: Litesound-Sänger verkauft seinen Körper, Anri Jokhadze züngelt und Gewinnspiele zum Fremdschämen

Das Letzte vom Eurovision Song Contest: Wie Litesound ihre Finanzen aufbessern +++ Was zwischen Anri Jokhadze und Eva Rivas geht +++ Welche Gewinne man mit Valentina Monetta und Gaitana abstauben kann

Das gab’s (zumindest in diesem Jahr) noch nicht: die drei reißerischen Euro-Trash-Aufmacherthemen drehen sich allesamt um – nunja – „Stars“ des diesjährigen Eurovision Song Contests! Wenn das kein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass die Grand-Prix-Saison auf Hochtouren läuft. Die Künstler werden langsam nervös und rühren ein bisschen die Werbetrommel. Da wollen wir ihnen nur zu gern bei helfen.

Und wo wir gerade von Werbung reden: Wer denkt da nicht sofort an Weißrussland?! Keine Angst, (noch) ist weißrussische Reklame nicht stilbildend in Europa. Es war nur einfach der Versuch einer Überleitung zu dem Mann, der auf dem Foto ganz oben eine Flasche „sowjetischen Champagner“ gegen den freigelegten Bizeps drückt.

Und dieser Herr ist niemand geringeres als Dimitry Kariakin, der Sänger der weißrussischen Formation Litesound. Soweit wir wissen, hat Dimi entgegen voreiligen Schlüssen seinen Körper jedoch nicht an eine Werbekampagne für postsozialistisches Blubberwasser verkauft.

Vielmehr ist Litesound seit dem 1. April ein Werbepartner von KIA. Dimitry, der vom Gesicht her – wie wir finden – problemlos der dunkelhaarige Bruder von Magnus Carlsson sein könnte, mit seinem tatsächlichen Bruder und Bandkollegen Wladimir hingegen wenig DNA-Überschneidungen aufweist (Foto oben), hat es sich auch gleich mal auf der Motorhaube eines entsprechendes (Auto-)Modells bequem gemacht. Wir machen hier zwar ungern unbezahlte Werbung für Markenprodukte, aber wenn sich jemand so apart auf einer Motorhaube rekelt, können wir nicht nein sagen.

Auch sonst scheinen die Kariakins ziemlich geschäftstüchtig zu sein: Ihr Manager heißt Juri Kariakin, so dass die Vermutung nahe liegt, dass hier ein weiterer Bruder (oder der Vater, der Onkel, der Neffe oder der Schwippschwager) dafür sorgt, dass das mühsam verdiente Geld in der Familie bleibt. Wie heißt es auf weißrussisch so schön? Das Glück ist mit den Tüchtigen und Blut ist dicker als Wasser.

So kommerziell wie die Kariakin-Brüder ist der georgische Vertreter in Baku nicht, selbst wenn auch er sich werblich präsentiert: Anri Jakhadze hat ein Angebot der Eastern Alliance for Safe and Sustainable Transport (EASSET) angenommen und ist nunmehr Verkehrssicherheitsbotschafter.

Was das genau bedeutet, wissen wir nicht, aber Anri dreht gerade einen Videoclip über Straßensicherheit, auf den wir uns jetzt schon freuen. Der 7. Sinn war schließlich auch immer ein Highlight – gerade dann wenn die Fahrkünste des weiblichen Geschlechts verunglimpft wurden. So viel schlechten Geschmack trauen wir Anri allemal zu.

Wie es Anri sonst mit der Sicherheit beim Verkehr hält, wissen wir nicht. Ein gemeinsamer Auftritt mit Eva Rivas gibt aber eine Vorstellung davon – und wirft auch einige Fragen auf. Zunächst: So wie sich die beiden am Schluss des Vortrags die Zungen in die Hälser stecken, wird ihnen Subtilität niemand so schnell nachsagen – und Gaitana ganz blass vor Neid.

Wenn Anri auf der Straße auch so forsch ist, bleibt die Sicherheit da mal schnell auf der Strecke. Gleichzeitig wirft der Auftritt eine alte unbeantwortete Frage auf: Ist Eva Rivas doch ne Transe? Schließlich ist sie ungefähr zehn Köpfe größer als Anri und musste deshalb die meiste Zeit des Auftritts sitzen.

Offenbar war Eva diese Spekulationen über ihre sexuelle Positionierung langsam leid (oder erfuhr sonst keiner medialen Aufmerksamkeit mehr), so sie für das russische Maxim-Magazin ihre Aprikosenkerne freilegte.

Wir finden das alles sehr ästhetisch. Und da wir wissen, dass unsere Leser von solchen erotischen Fotoshootings nicht genug kriegen können, wir aber gleichzeitig an den Kinderschutz denken müssen und den Blog rein halten wollen, verweisen wir nur mit diesem Link auf das entsprechende Video bei Youtube. Prädikat: sehr sehenswert.

Das Beruhigende an unserer heutigen Zeit ist ja, dass ich niemand mehr für Nacktaufnahmen schämen muss (wenn er den richtigen Körperbau besitzt). Mit dem Fremdschämen hingegen verhält es sich etwas anders.

Der größte Fremdschämbeitrag dieses Eurovision-Jahres ist (so lange das nicht noch Anri Jokhadze mit seinem Bühnenauftritt toppt) mit Abstand Ralph Siegels Beitrag für San Marino: The Social Network Song (Oh oh uh oh oh). Bisher hatte man nur die Sängerin Valentina Monetta (Foto unten) bedauert, dass sie diesen Schrott in Baku präsentieren muss. Jetzt kann man es ihr aber gleichtun und sich öffentlich lächerlich machen.

Das Schöne daran: Als Gewinn winkt ein Besuch des Münchner Oktoberfestes, bei dem man das peinliche Elend wegsaufen oder sich aufgrund alkoholbedingter Auffälligkeiten noch mehr blamieren kann. Wie auch immer: Wir empfehlen unbedingt die Teilnahme (und erhoffen uns im Fall des Gewinns einen ausführlichen Bericht).

Und das muss man machen: 1. Das Lied kaufen. 2. Ein eigenes Musikvideo zu Valentinas Song drehen oder sich alternativ in ihr Video beamen. 3. Die Datei bei Youtube hochladen. 4. Teilnahmeregistrierung ausfüllen und damit Rechte abtreten. 5. Auf Lebenszeit von Freunden und (Un-)Bekannten für das Machwerk ausgelacht werden – denn wer die meisten Youtube-Links hat, kriegt einen Sonderpreis. Und um das zu erreichen, empfiehlt der San Marinesische TV-Sender, dass man möglichst vielen Bekannten den Videolink schickt.

Wer etwas gewinnen, sich dafür aber nicht zum Gespött der ganzen Internetgemeinde machen will, kann bzw. konnte sich bei Gaitanas Kreativ-Wettbewerb ins Zeug legen – zumindest so lange er Schüler/in an einer ukrainischen Schule ist. Die Aufgabe: Erstellen von Gemälden, Gedichten oder Liedern zum Thema Sport bzw. Euro 2012. Gaitana hat diesbezüglich schon mal mit einem Foto vorgelegt, das uns ausgesprochen gut gefällt und sämtliche Vorbehalte aufgrund politischer Umstände wegpustet:

Natürlich ist die Mühe nicht umsonst: Die besten Zeichnungen und Gedichte zieren die Innenseite von Gaitanas neuem Kinderlied-Album Kukabarra-Champion; die schönsten Lieder werden als Bonustracks auf der CD mitgeliefert. Last not least winkt ein Galakonzert an einer Schule. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Sängerin hier zuverlässiger zeigt als unlängst beim Eurovision in Concert in Amsterdam, bei dem sie zwar angekündigt war, dann aber einfach doch nicht auftauchte. In Baku hoffen wir natürlich auf ihr Erscheinen!

Zum Abschluss noch schnell ein Foto von Zoe Häggkvist, der neuen göttlichen Adoptivtochter. Wir wissen natürlich, dass unsere Leser selbstverständlich auch Carolas Blog lesen und das Bild schon kennen. Im Rahmen unserer Chronistenpflicht und als emotionalen Abschluss des heutigen Euro-Trashs zeigen wir hier dennoch gern das junge Glück in Pink.