Eurovision Cruise 2017 – Leinen los mit Norma John, Ruslana, Sunstroke Project, Alex Rybak & Koit Toome

Am ersten September-Wochenende 2017 war es wieder soweit: OGAE Finnland offerierte den ESC Fans ein Eurovisions-Wochenende der Superlative. Ein Programmpunkt jagt dabei förmlich den nächsten, aber das Hightlight ist natürlich die Mini-Cruise von Helsinki/Finnland nach Tallinn/Estland und wieder retour. Mit an Bord neben einer feierwütigen ESC Party-Crowd natürlich jede Menge ESC Teilnehmer. Vom aktuellen 2017er Jahrgang wurden erwartet Norma John, Sunstroke Project und Koit Toome, dazu die ESC Siegerin von 2004 Ruslana und ESC Winner 2009 Alex Rybak. Leinen los…

Das Wochenende startet traditionell bereits am Freitag mit der Eurovision Cruise PreParty im Hercules. Der Club Hercules ist quasi das zweite Wohnzimmer von Bloggerkollege DJ Ohrmeister, der natürlich auch an diesem Abend an den Turntables steht. Mit von der Partie ist auch die frisch gekürte OGAE-vision Siegerin Rilli Willow, die für Israel beim Eurovision Weekend in Berlin triumphierte und somit als Preis das Ticket nach Helsinki löste. Natürlich hatte sie auch ihren Siegersong „Ey Sham“ (Israel 1973) mit im Gepäck. Rilli zelebrierte ihren Auftritt im Hercules regelrecht und hatte auch einige Überraschungen für die Fans auf Lager: z.B. „Alcastar“ oder „Hasta la Vista“ im neuen Arrangement.

Der Samstag begann dann mit einen Eurovision Brunch im Radisson Blu Seaside Hotel im Westhafen von Helsinki, wo dann am Nachmittag die Eurovision Cruise beginnt und die Silja Europa in See sticht. Die von der Meyer-Werft in Papenburg gebaute Silja Europa war 1993 beim Stapellauf das größte Fährschiff der Welt. Es beherbergt auf insgesamt 12 Decks zahlreiche Bars, Restaurants, Diskotheken, Theater, Schwimmbad mit Sauna sowie diverse Shops zum Einkaufen und einen großen Supermarkt mit einem sehr kostengünstigen großen Sortiment an alkoholischen Getränken.In den über 1.100 Kabinen aller Klassen finden über 3.000 Passagiere Platz. Die Deluxe-Kabine für 2 Personen mit Meerblick gab es z.B. für 65 Euro p.P. inklusive Frühstücks-Buffet im Angebot (Eurovision-Promo-Code über OGAE Finnland).

Um 18:30 Uhr heißt es dann „Welcome aboard“ und das Auslaufen der Silja Europa wird zelebriert. Trotz 17 Grad und bewölktem Himmel lässt es sich bei einem Longkero (Lieblings-Longdrink der Finnen) gut auf dem Oberdeck aushalten. Der Weg nach Tallinn führt vorbei an einigen kleinen Schäreninseln und als Bonbon gab’s dann auch noch einen schönen Sonnenuntergang zu sehen.

ESC Fans aus über 20 Ländern haben sich auf dem Schiff eingefunden. Bereits eine halbe Stunde nach dem Auslaufen beginnt die Eurovision Party im Ocean Club mit KJ Ville und ESC Karaoke. Schlag auf Schlag geht es weiter mit einer Eurovision Show von Dance Factory und dann betraten mit Norma John auch schon die ersten ESC Teilnehmer die Bühne. Leena und Lasse aus Finnland haben natürlich ein Heimspiel an Bord und so gab es für das Pop-Duo viel Applaus für ihre Elektro-Pop-Sounds. Sie performten „Home“ und auch „Gravity“, einen Song den Leena für ihren Vater geschrieben hat. Beim Song „Radiaton“ (dt.: Strahlung) müssen sie schmunzeln. Sie berichten, dass es für sie sehr skurril war, diesen Song bei Auftritten in der Ukraine zu performen. Zum krönenden Abschluss gab es die düstere Ballade „Blackbird“. Beim Small-Talk erzählten Leena und Lasse im Anschluss, dass sie sich schon sehr auf November und ihren Auftritt beim ECG Clubtreffen freuen.

Danach wurde es wild: Energiebündel Ruslana betrat den Ocean Club. Dankenswerterweise verzichtete Ruslana diesmal auf politische Botschaften und konzentrierte sich voll auf ihre Show und die hatte es echt in sich. Immer wieder peitschte sie das Publikum auf und forderte „Get wild“. Mit im Gepäck hatte sie Songs wie „Dance with the Wolves“ oder „Magical“. Ihre wilden Choreografien haben dabei durchaus Unterhaltungswert und auch das Schiffs-Mobiliar war nicht vor ihr sicher. In bester Guildo-Horn-Manier stürzte sie sich darauf und heizte dem Publikum ein. Ihr Set begann und endete mit ihrem ESC Siegersong von 2004 „Wild Dances“.

Da die Stimmung bereits am Kochen war (und die Temperaturen im Ocean Club weiter anstiegen), passte der nächste ESC Act wie die Faust aufs Auge: Sunstroke Project. Sie heizten den ESC Fans mit House-Beats ein, natürlich garniert mit den für die Band typischen Geigen- und Saxophon-Einlagen. Auf die Ohren gab es „Revolution in Paradise“ sowie die Premiere ihrer neuen Single „Sun goes down“ für die es viel Applaus gab. Frenetisch gefeiert wurden aber die ESC Kult-Klassiker „Runaway“ und „Hey Mamma“ bei denen der Epic Sax Guy natürlich so richtig aufdrehte.

Inzwischen war es bereits nach Mitternacht und ein weiterer ESC Sieger betrat die Bühne des Ocean Club: Alex Rybak. Gleich als Opener spielte er seinen ESC Winner Song „Fairytale“ mit dem er 2009 in Moskau mit dem Punkterekord von 387 Punkten siegte. Obwohl dies nun schon 8 Jahre her ist hat Alex Rybak überhaupt nichts von seinem jugendlichen Lausbuben-Charme verloren. Neben seiner Violine hatte Alex auch Tänzer aus Litauen mit an Bord. Er dankte den ESC Fans herzlich – ohne sie und den ESC Sieg hätte seine Karriere nicht so einen Drive bekommen. Er performte außerdem „Kotik“, „Oah“ und seinen Filmsong „Into a Fantasy“ aus dem Soundtrack von „Drachenzähmen leicht gemacht“. Zum krönenden Abschluss überraschte er die Fans mit einem ESC Medley im typischen Rybak-Sound.

Eurovision Cruise 2017 – ESC Medley Alexander Rybak

Nach den Auftritten im Ocean Club gab es bis um 6 Uhr in der früh ESC Musik auf die Ohren. DJ Werneri wechselte sich dabei mit DJ Ohrmeister an den Turntables ab. Wer nach dem Feiern noch genug Energie hatte, der konnte dann den Landgang nutzen um die estnische Hauptstadt Tallinn zu erkunden. Besonders die mittelalterliche Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) ist sehr sehenswert. Die Rückfahrt nach Helsinki war auf 12:30 Uhr terminiert – diesmal mit mehr Sonnenschein, dafür aber auch mit deutlich mehr Wellengang als bei der Hinfahrt.

Weiter im Eurovision Programm ging es bereits ab 13:30 Uhr mit der Gewinnerin des OGAE-Vision Song Contests 2017 Rilli Willow. Gegen 14 Uhr betrat dann Lokalmatador Koit Toome den Ocean Club und heimste viel Applaus ein. Charmant präsentierte er seinen ESC Song „Mere lapsed“ von 1998 sowie „Ordinary People“ und „Valged Ööd“, das eigentlich ein Duett mit Getter Jaani ist. Highlight war natürlich „Verona“ – der im Halbfinale 2017 gescheiterte Fan-Favorite Song. Das Publikum sang so lauthals mit, dass es gar nicht groß ins Gewicht fiel, dass Laura nicht mit an Bord war. Wie die meisten anderen ESC Künstler auch, nahm sich der charmante Koit nach seinem Auftritt noch Zeit für Autogramme und Selfies mit den Fans.

Last but not least – stürmten Jukka K und Divet den Ocean Club und lieferten eine furiose Eurovision Drag Show mit unzähligen Kostümwechseln und einem Party-Medley, das es in sich hatte.

Wer erkennt die unten dargestellten ESC Stars von oben nach unten? Gerne könnt ihr eure Lösung in den Kommentaren posten. Tipp: los geht’s mit einer Fan-Favoritin aus 2017, die beinahe gestrauchelt wäre …

Gegen 16 Uhr erreichte die Silja Europa bei Sonnenschein wieder den Westhafen von Helsinki. Dank der günstigen Preise an Bord hatten viele Gäste beim Verlassen des Schiffs gut doppelt so viel Gepäck wie vorher und auch die Eurovision Party war noch lange nicht vorbei. Im Hercules heizte DJ Ohrmeister noch bei der Eurovision Cruise After Party ein.

Damit ein „Bye Bye Baby“ aus Helsinki/Finnland. Danke an den finnischen OGAE Präsident Jouni Pihkakorpi und sein Team für ein tolles Eurovision Cruise Wochenende!