Eurovision Song Contest 2015: Die Straße nach Wien (8)

Elisabeth Andreassen Tor Endresen Norwegen 2015
Europaweit nehmen die Vorbereitungen für Wien mehr und mehr Gestalt an, nach bereits fertig absolvierten Vorentscheidungen in den einen Ländern wurden in anderen zwischenzeitlich die Vorrunden eingeläutet – Zeit, mal wieder nachzusehen, wo sich etwas getan hat. Hier die aktuellen Infos zu den europäischen Vorentscheidungen:

Dänemark

Das dänische Fernsehen bricht mit einer alten Regel und veröffentlicht die zehn Songs des Melodi Grand Prix 2015 (am 7. Februar in Aalborg) bereits gut zwei Wochen vorher, am kommenden Montag im Laufe des Tages. Den Gastgeber des letztjährigen ESC werden wir dann mit einem „Straße nach Wien – SPEZIAL“ ehren und die Kandidaten kurz vorstellen.

In den vergangenen Jahren gab es vor der eigentlichen Sendung allenfalls 30 Sekunden-Snippets, diesmal sollen die Zuschauer Gelegenheit haben, sich zumindest akustisch schon einmal mit dem Angebot vertraut zu machen.

Estland

Die estnischen „Songs für Österreich“ sind zwischenzeitlich auch online:

Semifinale 1 (7. Februar):

Karl-Erik Taukar – Päev Korraga (STUDIO)
Miina – Kohvitassi Iugu
The Blurry Lane – Exceotional
Liis Lemsalu & Egert Milder – Hold On
Airi Vipulkumar Kansar – Saatuse Laul
Maia Vahtramäe – Üle Vesihall Taeva
Robin Jukhental & The Big Bangers – Troubles
Elephants from Neptune – Unriddle Me (STUDIO)
Elisa Kolk – Superlove
Blue Stocking – Kordumatu

Semifinale 2 (14. Februar):

Wilhelm – Light Up Your Mind
Kruuv – Tiiu Talu Tütreke
Demie feat. Janice – Kuum
NimmerSchmidt – Kellega Ma Tutvusin?
Elina Born & Stig Rästa – Goodbye To Yesterday
Daniel Levi – Burning Lights
Triin Niitoja & John4 – This Is Our Choice
Kali Briis Band – Idiot
Luisa Värk – Minu Päike
Mari – Koim Päeva Tagasi

Aus Estland gibt es auch in diesem Jahr wieder viele Songs, die irgendwie „anders“ sind und völlig ESC-untypisch. Ich glaube aber, am Ende wird es auf einen Sieg von Elina Born & Stig Rästa hinauslaufen. Aber da haben viele von Euch sicher auch eine andere Meinung. Das Finale steigt am 21. Februar in Tallinn mit 10 Songs.

Finnland

Semifinale 1 (7. Februar):

Hans on the bass – Loveshine
Vilikasper Kanth – Äänen kantamattomiin
Norlan El Misionario – No voy a llorar por ti
Pertti Kurikan Nimipäivät – Aina mun pitää
Pihka Ja Myrsky – Sydän ei nuku
Satin Circus – Crossroads

Semifinale 2 (14. Februar):

Jouni Aslak – Lions and lambs
Eeverest – Love it all away
Otto Ivar – Truth or dare
Opera Skaala – Heart of light
Shava – Ostarilla
Siru – Mustelmat

Semifinale 3 (21. Februar):

Aikuinen – Kyynelten Iahti
Ida Bois – Kumbaya
Järjestyshäiriö – Särkyneiden sydänten kulmilla
Angelo De Nile – All for victory
Heidi Pakarinen – Bon voyage
Solju – Hold your colours

Der Youtube-User „Eurovision Goddess“ (ich wusste gar nicht, dass Carola einen eigenen Kanal hat…) hat schon mal seine persönlichen TOP 18 zusammengeschnitten, damit bekommt man einen guten ersten Eindruck der Songs. Ich denke, das Rennen wird tatsächlich ausgehen zwischen Siru und Satin Circus. Das Finale findet am 28. Februar statt.

Griechenland

Noch keine konkreten Infos gibt es aus Athen. Allerdings kann es sein, dass die ursprünglich angedachte Vorentscheidung ausfällt, wenn es im Rahmen der in Kürze stattfindenden Parlamentswahlen noch einmal zu Umwälzungen beim momentanen Staatssender NERIT kommt. Dann würde man offenbar auf eine interne Auswahl zurückgreifen, wenn nicht eine neue Regierung desn Sender wieder „platt macht“, wie anscheinend bereits angekündigt…

Das Ding ist noch nicht in trockenen Tüchern, würde ich sagen.

Island

Seit wenigen Tagen sind nun auch die 12 Songs online, die ab kommender Woche gegeneinander um das Ticket nach Österreich fighten:

Semifinale 1 (31. Januar):

Stefanía Svavarsdóttir – Ást eitt augnablik
Elín Sif Halldórsdóttir – Í kvöld
Friðrik Dór – Í síðasta skipti
Erna Hrönn Ólafsdóttir – Myrkrið hljótt
Björn og félagar – Piltur og stúlka
HINEMOA – Þú leitar líka að mér

Semifinale 2 (7. Februar):

Regína Ósk – Aldrei of seint
Bjarni Lárus Hall – Brotið gler
SUNDAY – Fjaðrir
CADEM – Fyrir alla
María Ólafsdóttir – Lítil skref
Haukur Heiðar Hauksson – Milljón augnablik

Jeweils drei Titel qualifizieren sich aus jedem Semifinale für den finalen Showdown am 14. Februar. Eine „alte Bekannte“ im Line-Up ist Regína Ósk, die 2008 als weiblicher Part des Duos „Euroband“ in Belgrad dabei war.

Unter den 12 Acts sind durchaus 5 bis 7 Stück, die ich mir durchaus beim ESC vorstellen könnte. Meine Favoritin ist Erna, die bereits mit Yohanna in Moskau und mit Hera Björk in Oslo auf der Bühne stand und die mit einem zeitlosen ESC-Song antritt, der zumindest bei mir alle Knöpfe drückt. Mein Tipp ist aber, dass es am Ende Haukur Hauksson schafft. Hört einfach mal rein und bildet euch eure eigene Meinung!

Lettland

In Riga wurden kürzlich die Teilnehmer der Vorentscheidungsshow „Supernova“ bekanntgegeben. Es sind:

Antra Stafecka – It’s the Night
Ornella – Angel
Katrina Bindere – Run to You
Aminata – Love Injected
Markus Riva – Take Me Down
Gunars Gaumigs – Life Lines
Atis Levins – Catfish
Minta – Nefelibata
Martins Ruskis & Ginta Krievkalna – Desesis
Rihards Berzens – Your Eyes
Euphony – Home
Signe – Sweet Girl
Dima Milenin feat. Kamilla – Colours of Love
Linda Kaukule – Save our Love
Lana Svilpe – Lions
Katrina Cirule – Bass
Framest – Ziema
The Stones – Free Your Mind
Elektro Folk – Dieva Deli
Riga Metro – High Heels

In den ersten beiden Sendungen am 1. und 8. Februar werden aus jeweils 10 Songs 5 ausgesiebt, am 15. Februar werden diese 10 Songs dann auf 4 reduziert. Das Finale mit also lediglich 4 Titeln findet dann am 22. Februar statt.

Moldau

Aus 68 Songs wurden 20. In einer Audition wählte eine Jury aus allen Einsendungen (!) folgendes Acts aus, die in die nächste Phase des Wettbewerbs, nämlich die Halbfinals am 24. und 26. Februar einziehen:

Carolina Gorun – Sublime
Cezara – Am devenit straini
Dana Markitan – Love me
Diana Brescan – Up and Down
Doinita Gherman – Inima fierbinte
Domenico Protino – Let me fly
Doredos – Maricica
Edict – Our Star
Eduard Romanyuta – I want your love
Glam Girls – Magia
Irina Kitoroagă – I’m gonna get you
Julia Sandu – Fire
Kitty Brucknell – Remix
Lidia Isac – I Can’t Breathe
Marcel Roşca – Feelings Will Never Leave
Mihaela Andrei – About Love
Miss M – Lonely Stranger
Raby – Hero
Serj Kuzenkoff – Danu Nazdravanu
Stela Boţan – Save me
Sunstroke Project & Dj Michael Ra – Day after day
Valeria Paşa – I can change all my life
Vera & Diana Popa – Faith
Vitalie Todiraşcu – Tu singura

10 Songs werden dann am 28. Februar um die Bahnfahrkarte nach Wien streiten.

Norwegen

In der vergangenen Woche teilte auch der norwegische Sender NRK mit, wer am 14. März in Oslo beim Norsk Melodi Grand Prix antritt. Hier ist das Line-Up mit einigen interessanten Namen:

Alexandra Joner – Cinderella
Contrazt – Heaven
Erlend Bratland – Thunderstruck
Ira Konstantinidis – We don’t worry
Jenny Langlo Next to you
Karin Park Human Beings
Marie Klåpbakken Ta meg tilbake
Mørland & Debrah Scarlett – A monster like me
Raylee – Louder
Staysman & Lazz – En godt stekt pizza
Tor & Bettan – All over the world

Die Links verbinden mit einer Seite, auf der die Songs für gut 15 Sekunden im Hintergrund zu hören sind. Das ist sicher nicht sonderlich aussagekräftig, aber ich meine dennoch einen Favoriten ausgemacht zu haben, und zwar Mørland & Debrah Scarlett.

Karin Park ist übrigens die Komponistin von Margret Bergers „I feed you my love“ vom ESC 2013. Ihren Song „Human Beings“ hat sie mit dem Haus- und Hofautoren von Robbie Williams, Guy Chambers, verfasst.

Schön auch die Teilnahme zweier richtig alter Hasen: Tor (Endresen) & Bettan (Elisabeth Andreassen), letztere sogar ihres Zeichens ESC-Siegerin (1985 mit Bobbysocks). Das sind übrigens die „älteren“ Herrschaften, die Ihr auf dem Aufmacherbild findet…

Für den 55-jährigen Tor ist es der 12. Anlauf beim MGP. In seinem achten Versuch hat er es 1997 zum ESC nach Dublin geschafft, ging dort aber dann mit „San Francisco“ und 0 Punkten komplett unter. Bettan (56 Jahre alt) hat fast so viele Versuch auf dem Buckel, darunter auch in ihrer Heimat Schweden. Sie schaffte es hingegen ganze vier Mal auf das internationale Parkett, für Schweden 1982 und für Norwegen 1985, 1994 und 1996. Bei ihrem bisher letzten Auftritt beim Melodifestivalen 2011 wurden sie und ihr Song „Vaken i en dröm“ gnadenlos versenkt, trotz immer noch glockenklarer Stimme. Ein Name zählt auf Dauer eben auch in Skandinavien nichts, aber Schwamm drüber – offenbar gibt es immer ein nächstes Mal.

Rumänien

Das rumänische Fernsehen gibt am 12. Februar die 12 Acts bekannt, die dann am 8. März bei der Selectia Nationala antreten. Wie immer, wird der Sieger durch 50 % Televoting und 50 % Jury ermittelt.

Slowenien

In der letzten Woche hat auch das slowenische TV bekanntgegeben, dass es eine Vorauswahl geben wird, und zwar mit diesen 8 Acts:

Alya & Neno Belan, Clemens, I.C.E., Jana Šušteršič, Maraaya, Martina Majerle, Rudi Bučar und Tim Kores-Kori

Insbesondere Martina Majerle ist nun wirklich ein alter ESC-Hase. man kann fast gar nicht mehr zählen, wie oft sie als Begleitsängerin mit slowenischen ESC-Acts auf der Bühne stand. 2003, 2007, 2008, 2011, 2012 und 2014 war sie dabei, in Moskau 2009 war sie sogar Hauptsängerin der Gruppe Quartissimo.

Die Vorentscheidung findet am 28. Februar statt. Eine Jury pickt aus den 8 Titeln zwei heraus, die dann zur Entscheidung den Televotern zum Fraß vorgeworfen werden. Merkwürdiges Verfahren…

Serbien

Bojana Stamenov, Danice Krstić und Aleksa Jelić werden am 14. Februar unter sich ausmachen, wer im Mai für Serbien in Wien antritt.

Der Song wird exklusiv von dem Komponisten des ESC-Siegersongs von 2007, Vladimir Graić, beigesteuert.

Tschechien

Eine Vorentscheidung werden die Tschechen bei ihrer überraschenden Rückkehr zum ESC nicht veranstalten. Stattdessen hat man einen der erfolgreichsten Komponisten des Landes, Ondrej Soukup, damit beauftragt, drei Songs zu schreiben. Das tschechische TV wird dann einen davon aussuchen und auch den Interpreten festlegen, da hat der Komponist dann nichts mehr zu melden.

Hoffen wir, dass es diesmal besser läuft für unser Nachbarn als von 2007-2009 und dass sie vielleicht diesmal nicht ganz hinten landen…

Ungarn

Co-Blogger Matthias hat die 30 Songs, die ab heute Abend in Budapest zum Wettsingen antreten, ja freundlicherweise schon einmal separat vorgestellt.

Für mich eine sehr schwer vorhersagbare Vorentscheidung, da die meisten Songs ein ziemlich hohes Niveau haben, aber gelegentlich auch ein bisschen maintramig daherkommen. Meine momentane persönliche Favoritin ist Bogi („World of violence„). Das klingt ein bisschen nach James Bond, und das finde ich meistens gut!

Zypern

Die zypriotischen TV-Zuschauer haben sich durch mehrere Vorrunden mit allerlei überflüssigem Krimskrams durchgearbeitet, jetzt geht es mit großen Schritten auf das Finale am 1. Februar zu. Die folgenden 6 Acts kämpfen jetzt noch um die Flugkarte nach Wien:

Doody – Magic
Niarchos Evangelou feat. Haris Savva – Deila den agapo
Minus One – Shine
Giannis Karagiannis – One thing I should have done
Hovig – Stone in a river
Panagiotis Koufogiannis – Without your love

Das wird sicher eine schwierige Entscheidung für dei Zyprioten. Ich schätze, es wird ausgehen zwischen den starken Balladen von Niarchos & Haris, Hovig und Panagiotis.

Bisher in der Reihe „Die Straße nach Wien“ erschienen:

Die Straße nach Wien – Teil 1 (alle Länder)
Die Straße nach Wien – Teil 2 (UK, IRL, ICE, ISR, MLT, MAZ)
Die Straße nach Wien – Teil 3 (Malta Spezial)
Die Straße nach Wien – Teil 4 (ALB, BOS, MLD, MTG, NED, SMR, SER, BLR)
Die Straße nach Wien – Teil 5 (ALB, LAT, LIT, NOR, AUT, SUI)
Die Straße nach Wien – Teil 6 (EST, GEO, ICE, NED, AUT, BLR, CYP)
Die Straße nach Wien – Teil 7 (ITA, LIT, HUN)