Die EBU sagt: „Facebook“ geht nicht!

Der Ausrichter des Eurovision Song Contests hat schnell reagiert: San Marino muss sein eben erst präsentiertes Lied für Baku ändern. Die Ralph-Siegel-Nummer steht somit auf der Kippe – der Text ist auf jeden Fall erst mal einkassiert.

Erst am Freitag vorgestellt, muss San Marino seinen ESC-Beitrag für Baku schon wieder anfassen: Die European Broadcasting Union (EBU) hat beanstandet, dass der Text des Liedes, „Facebook uh oh oh“, gegen die Regeln des Wettbewerbs verstößt. Darauf hatten wir hier im PRINZ-Blog ja bereits hingewiesen.

Wie eurovision.tv meldet, untersuchte die „Reference Group“ des Song Contests am Samstag den vom sammarinesischen Fernsehen intern ausgewählten Beitrag und urteilte, dass er die Regel 1.2.2.g des Wettbewerbs bricht. Darin heißt es: „No commercial messages of any kind shall be allowed. A breach of this rule may result in disqualification.“

Die Reference Group befand, dass wegen des Liedtitels und wegen der wiederkehrenden Erwähnung des Markennamens „Facebook“ das Lied eine kommerzielle Botschaft enthalte und daher nicht zum Eurovision Song Contest zugelassen werden dürfe.

Um die Teilnahme San Marinos zu unterstützen, räumte die Reference Group dem Sender SMRTV die Möglichkeit ein, entweder den Text des bestehenden Liedes zu ändern – also einen Text zu liefern, der nicht Facebook erwähnt – oder einen ganz neuen Song einzureichen. Dafür erhielt SMRTV eine Frist bis Freitag, 22. März, 12 Uhr mittags (CET).

„Facebook uh oh oh“ ist eine Komposition von Ralph Siegel, der Text stammt von Timothy Touchton und José Juan Santana Rodriguez. Der Song war intern von SMRTV ausgewählt worden.

Es erstaunt, dass dem deutschen Altmeister – seit Jahren beim ESC (mal mehr, mal weniger) dabei – dieser Schnitzer unterlaufen sein soll. Oder sollte das gar Marketing sein: man macht erst mal mit einem schwachen Lied auf sich aufmerksam, von dem man weiß, dass es wegen des Textes zurückgewiesen wird, und dann kommt man mit dem echten Klopper um die Ecke? Lassen wir uns überraschen.

Ich würde jedenfalls empfehlen, gleich ein ganz anderes Lied auszuwählen. Denn auch die Musik von „Facebook uh oh oh“ ist ziemlich „unterdurchschnittlich“; meiner Meinung nach zählt das Lied zu den schwächsten Kompositionen, die wir von Siegel je gehört haben. Leid tut mir in dieser ganzen Sache jedenfalls Sängerin Valentina Monetta. Aber vielleicht bekommt sie ja jetzt noch ein wirklich gutes Lied verpasst.