Fan Standing Zone beim ESC 2018: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts!

Leider gab es bei der ersten Live-Show des ESC (Semifinal 1) für die Fans und Zuschauer in der Standing Zone mehrere unschöne Überraschungen: eingeschränkte Sicht, schlechte Akustik sowie Massengedränge – um nur ein paar Ärgernisse beim Namen zu benennen. Hier unser Erlebnisbericht.

Voller Vorfreude auf die Semifinal-1-Live-Show habe ich mich auf den Weg in die Altice Arena gemacht (Foto unten). Da ich ein Fan-Package für 365 Euro für die drei Jury-Finals und die drei Live-Shows erworben hatte, freute ich mich auf ein tolles Erlebnis inmitten der Fans aus aller Herren Länder. Zum ersten Halbfinale, so dachte ich fälschlicherweise, sei der Ansturm sicher nocht nicht so groß wie am Samstag beim Grand Final, so dass ich nicht Stunden vorher in der Arena sein muss. Leider war das ein Trugschluss.

Kaum hatte ich es durch die Security-Checks und die Kontrollen bis in die Fan Standing Zone geschafft, fand ich mich in einem übervollen Bereich wieder. Freunde und Bekannte zu finden, war eine richtige Herausforderung und je weiter man noch vorne wollte, desto weniger gab es ein Durchkommen – so dicht zusammengepfercht waren die Zuschauer.

Dann folgte die nächste Ernüchterung. Ich bin 1,80m groß und konnte wenig bis kaum etwas sehen. Lediglich bei Acts, die eine Hebebühne nutzen (Cesár aus Österreich) oder eine Treppe (Saara Aalto aus Finnland), konnte man einige Blicke erhaschen. Kein Problem, dachte ich, dann schaue ich solange auf die Bildschirme an der Seite und sehe auch gleich wie das Bild am TV aussieht. Links und rechts der Bühne gibt es zwar solche Bildschirme, leider bleiben diese während vieler Auftritte dunkel. Aus der Ferne waren sie auch viel zu klein, um wirklich etwas zu erkennen. Sehr schade.

Dann die Akustik. Diese ist während der Songs ok, aber auch nicht wirklich berauschend. Von den Moderationen hat man während der Live-Show hingegen nahezu gar nichts verstanden oder mitbekommen. Das führte dazu, dass man bei der Verkündung der Ländernamen manchmal nur ein „???…land“ verstand. War da nun etwa Finland oder Iceland oder etwa Ireland gemeint?

Wer frühzeitig in der Fan Standing Zone war, hatte sicher eine deutlich bessere Sicht, bekam aber vermutlich irgendwann Durst oder musste zur Toilette. Dafür musste man sich dann wieder durch die Menge quetschen und durfte sich auf eine Wartezeit an der Getränkebar von bis zu 45 Minuten einstellen.

Grenzwertig wurde die Lage nach dem Ende der Live-Show. Die Fans in der Standing Zone waren eingesperrt. Der einzige Ausgang wurde von der Security blockiert, weil der Korridor zunächst für die Delegationen freigehalten wurde (Foto oben). Die Menge setzte sich natürlich dennoch Richtung einzigem Ausgang in Bewegung und quetschte die Fanmasse eng zusammen. Manche Zuschauer waren kurz davor, Panik zu bekommen. Es gab laute Rufe „Let us out“ und „Not aboard“.

So etwas sollte sich bei den kommenden beiden Live-Shows auf keinen Fall wiederholen. Sicherheitstechnisch hätte eine gefährliche Situation entstehen können. OGAE International wird die Geschehnisse der EBU melden. Für die Fans mit Tickets in der Fan Standing Zone gilt nun vor allem: Ruhe bewahren, nicht drängeln und sich (vorab) auf die Situation einstellen.