„Feel the Fab!“ mit Mikolas & Co auf der Silja Europa

Am letzten Wochenende fand die bereits neunte Eurovision Cruise auf der Tallink Silja Europa statt. Mit Mikolas Josef, Linda Martin, Kati Wolf, Eye Cue und den Hungry Hearts gelang es OGAE Finnland ein sehr hochkarätiges Programm auf die Beine zu stellen. Zusätzlich traten noch Krista Siegfrids, die OGAEvision Song Contest Gewinnerin Grecia Bezzina und als Überraschungsgast Jasmine auf.

Traditionell ging es bereits am Freitag im Club Hercules mit der Pre-Party los. Da Krista Siegfrids (Finnland 2013) aus terminlichen Gründen leider nicht bei der Cruise dabeisein konnte, nahm sie es sich nicht vor der bereits zahlreich anwesenden ESC-Community in Helsinkis größtem Gayclub aufzutreten. Dem Anlass entsprechend gekleidet sang sie neben „Marry Me“ auch ihre beiden Melodifestivalen Titel und sorgte für richtig gute Stimmung. Zum Abschluss sagte sie, dass sie auf jeden Fall nochmal beim ESC antreten möchte und sei es für San Marino. Man merkte, dass sie sich noch voll und ganz mit dem ESC identifiziert und es für sie eine große Freude war mal wieder vor internationalen Fans aufzutreten.

Im Anschluss danach legte Co-Blogger DJ Ohrmeister auf und sorgte wie gewohnt für beste Laune. Bis in den Morgenstunden wurde getanzt und gefeiert und es war wirklich eine tolle Party.

Vor der Hauptcruise am Samstag bietet OGAE Finnland am Nachmittag noch eine Warm-Up Party auf der MS Emma mit einer Hafenrundfahrt an. Im Gegensatz zu den letzten Jahren war in diesem Jahr strahlender Sonnenschein und es dauerte nicht lange, bis wieder zu „Toy“ und „Fuego“ getanzt wurde.

Nach der Warm-Up Party war es schon Zeit sich zum Terminal zu begeben, denn die MS Silja Europa wartete schon. Diese fährt täglich die Strecke Helsinki-Tallinn-Helsinki. Pünktlich um 18.30Uhr legte sie ab und erreichte kurz nach 22Uhr den Hafen von Tallinn, wo die ganze Nacht an Bord gefeiert wird.

An Bord gibt es verschiedene Arten von Kabinen. Eine Vierbettenkabine mit 2 Etagenbetten kann man mit dem OGAE-Rabatt schon ab 60EUR mieten. Wer es gerne etwas luxeriöser hat, dem ist auf jeden Fall eine Doppelkabine mit Meerblick zu empfehlen. So kann man es sich auch richtig gut gehen lassen!

Doch viel Zeit zum Schlafen hat man nicht. Denn es stand ja ein ausführliches ESC Programm an. Den Anfang machten The Hungry Hearts (VE Norwegen 2016). Neben „Laika“ sangen sie noch einige Titel mit gewohntermaßen obszönischen Inhalt. Dabei stand in den Texten sehr oft das weibliche Geschlechtsorgan bei den bekennenden Lesben im Vordergrund.


Bild: Daniel L. (Berlin)

Weiter ging es mit Eye Cue (Mazedonien 2018). Mit ihrem Outfit könnte sich Marija gleich wieder für den Barbara-Dex-Award bewerben. Nach dem stimmungsvollen Auftritt von The Hungry Hearts wirkten sie mit ihrem „Lost and Found“ etwas verloren auf der Bühne.


Bild: Daniel L. (Berlin)

Vor den Hauptacts des Abends trat als Überraschungsgast Jasmine (Finnland 1996) auf. Sie sang ihren damaligen Beitrag „Niin kaunis on taivas“. Man sieht ihr die 22 Jahre die seitdem vergangen sind wirklich nicht an. Sie sang sehr souverän und erntete viel Applaus.


Bild: Daniel L. (Berlin)

Nun war es aber wirklich wieder Zeit zu tanzen. Und wer passte dazu besser als Kati Wolf (Ungarn 2011). Ihr „What about my dreams“ schafft es nach wie vor die Tanzfläche vollkommen zu füllen. Leider sang sie aber ansonsten nur Lieder ohne ESC-Bezug, die ich danach auch schnell wieder vergessen habe.

Vollkommen in Erinnerung blieb dagegen der Auftritt von Linda Martin (Irland 1984, Gewinnerin 1992). Mit einem total auf die Zielgruppe ausgerichtetem Programm sorgte sie für ein Feuerwerk auf der Bühne. Eines der Höhepunkte war die englische Version „Stranger“ von Carolas Främling (Schweden 1983). Linda Martin spielte mit dem Publikum und bezeichnete sich selbst als „Mother of Eurovision“. Ihre eigenen ESC-Titel durften natürlich auch nicht fehlen und bei „Why me“ lagen sich alle Zuschauer in den Armen.

Von seinen Fans lange schon erwartet trat an dem Abend „last but not least“ Mikolas Josef (Tschechien 2018) auf. Mikolas hat ein Restyling gemacht und trägt eine neue Frisur. Vor „Lie to me“ sang er einige ruhige Songs auf Gitarre. Nach seinem Auftritt nahm er sich sehr viel Zeit für Autogramme und Selfies. Ein wirklich sympathischer Typ.


Bild: Daniel L. (Berlin)

Nach dem Showprogramm ging die ESC-Disco noch bis 6 Uhr. Ich blieb bis zum Schluss, so dass ich am Morgen lieber die Zeit zum Schlafen nutze, als einen Ausflug nach Tallinn zu machen. Wer aber wollte konnte zwischen 8 und 12 Uhr das Schiff verlassen und sich die wunderschöne Altstadt anschauen.

Am Sonntagnachmittag trat noch Grecia Bezzina auf. Sie hat im Juli beim Eurovision Weekend in Berlin den dritten OGAEvision Song Contest für Malta gewonnen und sang neben ihrem Siegertitel Everything (Griechenland 2006) noch Diva (Israel 1998) und Angel (Malta 2005). Sie hat eine tolle Stimme und ich bin mir sicher, dass wir sie irgendwann mal beim ESC wiedersehen werden.

Pünktlich um 16:30 Uhr legte das Schiff wieder in Helsinki an. Es war wie immer ein tolles Erlebnis. Ein grosses „Kiitos“ an OGAE Finnland! Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen im nächsten Jahr dabeizusein, wenn die zehnte Eurovision Cruise stattfindet.