Fit for Eurovision – Playlist für den sportbegeisterten ESC-Fan (6): 2014

Armen Laufband 2014

Im Herbst letzten Jahres hatte ich euch in 5 Runden verschiedene Playlists vorgeschlagen, die euch auf dem Cross-Trainer oder Laufband für die ESC-Season fit machen sollten. Diese Serie wird nun fortgesetzt mit zwei neuen aktuellen Teilen. Zunächst rennen wir durch Kopenhagen – will sagen: die Playlist ist ausschließlich bestückt mit den Songs vom ESC 2014.

Ich hatte zuerst große Bedenken, ob ich für eine Playlist überhaupt ausreichend Lieder zusammenstellen kann. Die 2014er Ausgabe des ESC ist ja doch sehr balladenbelastet. Aber es fanden sich genügend. Letzte Woche habe ich mich auf dem Laufband mal bewusst durchgeklickt und aussortiert.

Armen Laufband

Ich habe mich bewusst wieder für das Laufband entschieden, weil man da im Gegensatz zum Crosstrainer nicht auf so viele Dinge (wie Widerstand oder Geschwindigkeit halten) achten muss. Auf dem Laufband stellt man nur die Geschwindigkeit einmal ein und rennt los.

Für die Frühaufsteher gilt: So ganz ohne was im Magen sollte man nicht so drauflos joggen. Weil der Kohlehydratspeicher über Nacht komplett aufgebraucht ist, greift der Körper nicht nur auf Fette zurück, sondern auf auch Eiweiße, also auf bestehende Muskeln. Das wollen wir nicht. Also lieber eine kleine Banane essen. Und dann das Training nicht so kräftig angehen, sondern lieber im unteren Herzfrequenzbereich. Es kommt ein wenig drauf an, wie trainiert man ist, langsames Joggen oder schnelles Gehen können angemessen sein. Wenn man rennt, geht der Körper an die Eiweiß-Speicher.

Abends sollte man drauf achten, dass man in den 1 bis 2 Stunden vor dem Training nichts Schweres gegessen hat. Wenn es noch länger her ist, sollte man wieder eine Banane parat haben. Dafür darf man abends grundsätzlich etwas schneller gehen – also Gummi geben.

20140702_071618

Es gibt grundsätzlich kein richtig oder falsch für den Trainings-Zeitpunkt. Das liegt ganz allein an den persönlichen Bedürfnissen. Lasst euch im Zweifel von euren Trainern Ratschläge geben, wegen der Herzfrequenz, nicht dass jemand einen Herzinfarkt kriegt.

So fangen wir an: 

Zu Beginn möchte ich einen Song, der zunächst langsam startet und dann Gas gibt. Gleichzeitig sollte es ein Lied sein, das mich mitreißt und das Joggen am frühen Morgen erleichtert. Dafür habe ich mir einen Fan-Favourit ausgesucht, der leider im Semi hängen geblieben ist: Mei Finegold!

Israel 2014: Mei Finegold – Same Heart

Flott geht’s weiter, die erste Motiviation muss gehalten werden. Die Ukraine hatte nicht unbedingt einen optimalen Startplatz. Aber der Song und die Darbietung waren wohl so zwingend, dass Mariya einen respektablen 6. Platz erreichen konnte. Einen Platz besser als die wenig geliebten russischen Nachbarn.

Ukraine 2014: Mariya Yaremchuk – Tick Tock

So – wir schwitzen hoffentlich schon ein wenig. Nun kann uns nichts mehr aufhalten. Einfach weiter rennen und „Coming Home„. Ja richtig, das maltesische Lied passt überraschend gut zum Training. Leider schnitten Firelight nicht so gut ab, wie ich erhofft hatte.

Malta 2014: Firelight – Coming Home

Donatan & Cleo hatten vielleicht nicht den eingängigsten Song – und zugegebenermaßen, ich mochte das Lied am Anfang nicht so sehr. Aber die Performance war einfach der Hammer und ich finde, es gehört in eine sportliche Playlist, weil es gute Laune bereitet. Ebenso gute Laune verbreitet der portugisiesche Song von Suzy. Es ist zwar ein wenig Lambada-Abklatsch, aber man kann super dazu tanzen und joggen.

Polen 2014: Donatan & Cleo – My Slowianie

Portugal 2014: Suzy – Quero ser tua

Lange, sehr lang war mein Favourit Dänemark. Schon als ich die dänischen Snippets gehört und darüber berichtet habe, fand ich Basims Lied klasse. Als er dann den dänischen Vorentscheid gewonnen hatte, fühlte ich mich nicht nur bestätigt, sondern es stand für mich fest, das erreicht mindestens Top5, wenn nicht sogar ein zweiter Sieg für Dänemark in Folge möglich ist. Ich kann nicht sagen, woran es genau lag, aber am Final-Abend sprang auch für mich der Zauber, den Basim (oder wie die Dänen sagen: Bähsim) im Vorentscheid noch sprühte, nicht über. So war dann der 9. Platz auch ok. Aber für mich gehört „Cliché Love Song“ definitiv in die Playlist.

Dänemark 2014: Basim – Cliché Love Song

2010 waren Paula & Ovi auch schon beim ESC in Oslo. Damals fand ich das Lied total mitreißend und höre es heute noch total gerne. Aber Miracle halte ich einfach nur für Lärm. So war ich über ihre Qualifikation für das Finale nicht begeistert. Dort sind sie dann immerhin noch 12. geworden. Ich musste bei meiner Recherche überrascht feststellen, dass es im Semifinale für „Miracle“ für 125 Punkte und den 2. Platz gereicht hat… Da ich aber weiß, viele mögen es diesen Song, nehme ich das Lied natürlich in die Playlist mit rein.

Rumänien 2014: Paula & Ovi – Miracle

Das estnische Lied wird auch nie zu meinen Lieblingsliedern gehören, aber es gefiel mir immer besser, je öfter ich es hörte und ich muss zugeben, sie hat das schon „Amazing“ gesungen. Ein sicherer Kandidat für das Finale war Tanja für mich nie gewesen.

Estland 2014: Tanja – Amazing

Tijana hatte zwar einen guten Song (ich weiß, die meisten stimmen hier nicht mit mir überein) aber die Performance war echt schlecht. Die Inszenierung kühl und stimmlich unterirdisch. Schade. Aber zum joggen eignet sich „To the sky“ super…

Mazedonien 2014: Tijana – To the sky

So – gegen Ende unseres Trainings gehören hier noch 2 Kloppet mit rein:

Die Griechen galten als heißer Tip für eine Top10-Platzierung. Wer darauf sein Geld gesetzt hat, hat womöglich viel verloren. Na, das ist man in Griechenland ja gewohnt. „Rise up“ zählte von Anfang zu meinen absoluten Favoriten, es macht mir immer Laune es zu hören (und zu sehen). Das einzige was ich lächerlich fand, war die Idee mit dem Trampolin. Ich verstand die Intention dahinter, fand sie aber nicht gut… anyway…

Welches Lied aus Kopenhagen ist geradezu prädestiniert für eine Playlist zu der man joggen will?? Ja klar: „Running“ – das wird unser letztes Lied vor der Ballade und dem Abkühlen. Neben Basim gehörte das Lied aus Ungarn zu meinen heißen Tips auf einen Sieg. Alle Statistiken sprachen dafür: guter Startplatz, guter Sänger, guter Song, One-Word-Title, von Anfang favorisiert, András erzählt eine Story und zu guter Letzt: er war wie bis dato alle ESC-Sieger nicht in Amsterdam zum Eurovision in Concert. Diesen Bericht lesen hoffentlich meine holländischen Freunde nicht.  Aber Conchita machte diese Statistik zunichte. Für András reichte es für Platz 5.

Griechenland 2014: Freaky Fortune feat. RiskyKidd – Rise Up

Ungarn 2014: András Kállay-Saunders – Running

Es ist nicht so schwer, diese Liste zusammenzustellen, weil es gar nicht so viele geeignete Uptempo-Songs gibt. Eine Qual der Wahl ist jedoch die richtige Ballade für den Schluss des Trainings auszuwählen. Es gibt viele gute Möglichkeiten: Norwegen, Schweden oder auch Aserbaidschan?

Aber hey… es drängt sich einfach auf. Ihr Sieg beim ESC war letztlich zwingend, aber nur die wenigsten sahen es kommen. In den letzten Tagen vor dem Finale gab es in Kopenhagen keine österreichischen Flaggen mehr zu kaufen und jeder setzte auf einen Sieg Conchitas. Aber wer hatte ernsthaft im März oder April sein Geld darauf setzen wollen?!

Jedenfalls ist „Rise like a Phoenix“ ein krönender Abschluss für dieses Training. Man fährt seinen Puls wieder runter, schaut huldvoll auf die anderen Trainierenden. Ich versuche ja immer ein wenig Choreographie in mein Training aufzunehmen. Nicht zu offensichtlich, bestenfalls werde ich schräg angeschaut – im schlimmsten Fall im Spezial-Kittel abgeschleppt. Lange Rede, kurzer Sinn: Conchita Wurst.

Österreich 2014: Conchita Wurst – Rise like a Phoenix

Und hier nochmal die komplette Liste Fit for Eurovision/ESC 2014 im Überblick:

1. Israel: Mei Finegold – Same Heart
2. Ukraine: Mariya Yaremchuk – Tick Tock
3. Malta: Firelight – Coming Home
4. Polen: Donatan & Cleo – My Slowianie
5. Portugal: Suzy – Quero ser tua
6. Dänemark: Basim – Cliché Love Song
7. Rumänien: Paula & Ovi – Mirakel
8. Estland: Tanja – Amazing
9. Mazedonien: Tijana – To the sky
10. Griechenland: Freaky Fortune feat. RiskyKidd – Rise Up
11. Ungarn: András Kállay-Saunders – Running
12. Österreich: Conchita Wurst – Rise like a Phoenix

Vorschau: Nächste Woche erwartet uns die skandinavische Trainingsversion der zurückliegenden Saison mit vielen Mello-Hits.

Armen Laufband 2014
Diese Playlists „Fit for Eurovision“ sind bereits erschienen:

Teil 1: die 80er-Jahre (für den Crosstrainer)
Teil 2: die 50er- und 60er-Jahre (für den Crosstrainer)
Teil 3: die 70er-Jahre (für den Crosstrainer)
Teil 4: die 90er-Jahre (für den Corsstrainer)
Teil 5: die 2000er (für das Laufband)