Gratulation zum 20. ESC, lieber Peter Urban

Heute ist es soweit, Peter Urban kommentiert sein 20. Eurovision Song Contest Finale. In dieser Zeit hat er so viele Höhen und Tiefen der jüngeren deutschen ESC-Geschichte hautnah miterlebt wie niemand sonst aus der deutschen Delegation. Wir gratulieren Peter herzlichst zum 20. Jubiläum und haben ihn unter anderem nach seinen diesjährigen Favoriten gefragt.

Das Aufmacherphoto entstand am Tag des Juryfinales am Rande der Big Five Pressekonferenz mit Levina und dieses Bild während der Stadtrundfahrt der deutschen Delegation in Kiew. Der ESC 2017 in der Ukraine ist der 20., den Peter kommentiert, der erste fand 1997 in Dublin statt. Nur einmal hat Peter zwischendurch ausgesetzt, 2009 sprang Tim Frühling für ihn ein, weil er aufgrund einer Hüft-OP nicht nach Moskau reisen konnte.

Eine ESC TV-Übertragung ist ohne Peter Urban (hier beim deutschen Vorentscheid 2016 mit NDR ESC Chef Thomas Schreiber) kaum vorstellbar. O-Ton Thomas Schreiber: „61 Sendungen des Eurovision Song Contest mit deutscher Beteiligung, dazu als Kommentar 20 Mal der Sound von Peter Urban – liebevoll, ein bisschen zugespitzt und immer kenntnisreich. Peter Urban polarisiert – für viele ist er unverzichtbar, manche ärgern sich über ihn. Für unser Team ist Peter Urban nicht nur `The Voice of ESC´‘, Peter Urban ist gelebte Begeisterung und Wissen auf zwei Beinen.“

Dr. Peter Urban (hier zu sehen beim Dt. VE 2014 mit Barbara Schöneberger und Janine Reinhardt), Jahrgang 1948, studierte in Hamburg Anglistik und Geschichte, wo er 1977 über die Texte der anglo-amerikanischen Populärmusik promovierte. Beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg begann er schon während seines Studiums zu arbeiten. Als Autor und Moderator stand er ab 1974 bei „Musik für junge Leute“ oder auch für die legendäre Sendung „Der Club“ im NDR 2 Studio. Seit 1988 gehörte „The Voice“ zur Musikredaktion der Popwelle. Bei NDR Info verantwortete er als Redakteur darüber hinaus uner anderem die Sendungen „Nachtclub“ und „Nightlounge“. 2013 verabschiedete sich Peter Urban offiziell in den Ruhestand, ist aber weiterhin auf NDR 2 und NDR Info zu hören – und natürlich im Fernsehen als Kommentator des ESC.

Vor drei Jahren erschien zuletzt ein großes, unverändert lesenswerte Interview mit Peter Urban auf dem PRINZ Blog. Wir haben das zwanzigste Kommentatoren-Jubiläum zum Anlaß genommen, ergänzend nach den Highlights aus zwanzig Jahren zu fragen.

Was sind Deine drei liebsten deutschen Stücke aus diesen 20 Jahren als Kommentator und warum?

Erstens Max Mutzkes „Can´t Wait Until Tonight“ aus 2004 – ein toller Song, großartig gesungen.

Zweitens „No No Never“ von Texas Lightning aus 2006 – ohne die Cowboy-Hüte und mit weniger Banjo wäre dieser wunderbare Song in die Top Ten gekommen.

Drittens Lena 2010 in Oslo – ohne Worte!!

Was sind Deine drei liebsten internationalen Stücke aus diesen 20 Jahren und warum?

„Fly On The Wings Of Love“ von den Olsen Brothers zeigte im Jahr 2000, dass man langweilig aussehen und doch gewinnen kann. Ich hatte damals „Fly on the wings of love“ als Sieger getippt…

Loreens „Euphoria“ war 2012 endlich mal wieder ein Siegersong, der komplett in jeder Hinsicht Spitze war.

Und die Common Linnets zeigten in 2014, dass ein völlig untypischer Song beim ESC erfolgreich sein kann, genau wie 2011 der Titel von Raphael Gualazzi,  noch einer meiner Favoriten.

Was war das allerschönste Erlebnis in Deiner Kommentatorenzeit?

Da gab es einige – Sertab Ereners Sieg 2003 für die Türkei, Lenas Sieg in Oslo und auch, großartige Kollegen unter den Kommentatoren kennengelernt zu haben wie den Iren Marty Whelan oder den Österreicher Andy Knoll.

Und was war das allerschlimmste Erlebnis?

Als 1997 in Dublin, fünf Minuten vor der Sendung, die Leitung ausfiel und dann auch noch Polizisten mit Hunden in unseren Kabinen nach Sprengstoff suchten – und als 2011 in Düsseldorf im Semifinale alle Kommentatoren-Leitungen zusammenbrachen, wir per Telefon weitermachen mussten und ich mir am nächsten Tag den Spott der Kollegen ertragen musste: „ja ja Ihr perfekten Deutschen“…

(Ergänzung der PRINZ Redaktion: Als Peter Urban den Halbfinal-Tonausfall spontan mit den Worten „Wir sind doch nicht in Kasachstan“ kommentierte, brachte ihm das eine Beschwerde der kasachischen Regierung ein.)

Hast Du einen persönlichen Favoriten im aktuellen Jahrgang und einen/mehrere Siegertipps?

Ich finde Blanche (Citty Lights) aus Belgien fantastisch, ob sie den Song so gut auf die Bühne bringt, ist aber fraglich…dann Italien und den ans Herz gehenden Song aus Portugal.

Wo wird der deutsche Beitrag von Levina landen?

Ich glaube zwischen Platz 10 und 15.

Levina im Casual-Chic beim PhotoCall der Big Five Pressekoferenz am Tag des Juryfinales, wo auch das Aufmacherbild von Peter Urban entstand.

Noch einmal „Congrations“ zum 20. ESC, lieber Dr. Peter! May The Force Be With You!