Groß, größer, astronomisch: Die ESC-Bühne in Wien

ESC Wien 2015 Bühne Design

Downsizing des ESC? Nicht, wenn’s um die Bühne geht! Nicht weniger als 1.288 Einzelstelen werden zusammen ein riesiges Auge formen, in dessen Mittelpunkt die Künstler auftreten werden. Dazu gibt’s LEDs – oben, unten, links und rechts. Das sollte jedem Land die Möglichkeit geben, optimal in Szene gesetzt zu werden.

Es ist für Außenstehende auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Aber das Motto Building Bridges spiegelt sich im Bühnen-Design für den 60. Eurovision Song Contest in Wien. „Das Auge [das die Stelen um die Bühne stilisieren, Anm. d. Red.] bildet eine Brücke zwischen den Künstlern, ihren Delegationen und den Zuschauern in der ganzen Welt“, erklärt der Lichtdesigner Al Gurdon, einer beiden kreativen Köpfe hinter dem Entwurf. Der andere ist Showdesigner Florian Wieder, der bereits für die ESC-Bühne in Düsseldorf verantwortlich zeichnete.

Zu erkennen ist aber auch für Nicht-Experten die Gigantonomie der Bühne. Diese ist insgesamt 44 Meter breit, bis zu 14,3 Metern hoch und 22 Meter tief. Die tatsächliche Auftrittsfläche für die Künstler verkleinert sich auf 14,2 Meter, da um sie herum nicht weniger als 1.288 Einzelstelen drapiert werden, die das besagte Auge bilden.

Die Künstler stehen auf einem LED-Boden mit einem Durchmesser von elf Metern und vor einer 26 Meter breiten – genau! – LED-Wand, die sich wie in Düsseldorf in der Mitte auseinanderschieben lässt. Ob sich dahinter wieder der Greenroom befindet? In der Pressemeldung zum Bühnendesign heißt es ganz richtig, dass all das zusammen als „Ganzes“ die Wiener Stadthalle dominiert.

ESC 2015 Wien BühneLED soweit das Auge reicht. Der große Vorteil: Wie schon in Kopenhagen im letzten Jahr lassen sich so grandiose visuelle Effekte generieren, die viel mehr leisten können als nur den jeweiligen Act ins rechte Licht zu rücken. Es können Gefühlswelten geschaffen werden, die die Lieder und Auftritte perfekt unterstützen.

Was für die Fernsehzuschauer ein Highlight werden dürfte, könnte bei dem einen oder anderen Zuschauer in der Halle eine zeitweise Erblindung hervorrufen. Denn die Stelen sind horizontal ausgerichtet und schießen ihr Licht direkt ins Publikum.

Die Stelen lassen auch noch eine weitere Frage offen: Laut Pressemeldung stehen „die unzähligen Stelen symbolisch für die teilnehmenden Nationen“. Diese sind aber gar nicht unzählig, sondern mit 39 exakt beziffert. Nur, ob 39 Stelen auch so hübsch ausgesehen hätten?