Helene Fischer: Das neue Album FARBENSPIEL der Königin ist da!

Cover FARBENSPIEL von der Königin

Es ist da! Zwei Tage vor der offiziellen Veröffentlichung traf das Album der Königin bei uns ein, weshalb wir es schon einen Tag früher am Tag der Deutschen Einheit vorstellen können. Was gut passt, kaum jemand verbindet Ost und West harmonischer miteinander als unser aller Helene. Fragt sich, was zum neuen Album zu sagen ist, abgesehen davon, dass die Königin ihren neuen Look in Richtung eines Crossovers aus Sylvie van der Vaart und Nscho-tschi entwickelt hat. FARBENSPIEL – wie gut ist der neue Output der Königin?

Zunächst einmal haben wir uns sehr gefreut, dass trotz Auslieferungssperre bis zum 4. Oktober 2013 ausgerechnet die „limitierte ultimative Fan Edition“ (LUFE)  „durchgekommen“ ist und vor offiziellem Release-Termin eingetroffen ist. Die anderen Bestellungen der regulären CD und der mit Bonustracks und Bonus-DVD gepimpten „Special Editon“ hat amazon zurückgehalten. (Logischerweise haben wir jede einzelne FARBENSPIEL Variante bestellt, mit denen Universal die Fans melken will. Universal, it works!)

Helene Fischers limitierte ultimative Fan Edition

Die auf 3.500 Exemplare angelegte LUFE hat es in der Tat in sich: Für etwa 75 Schleifen gibt’s die CD mit 16 Titeln, ein Sommerkonzert auf der Berliner Waldbühne auf BlueRay, DVD und Audio-CD (also dreimal das Gleiche auf unterschiedlichen Datenträgern) und einen Helene-F.-Monatskalender 2014 – das ganze montiert in den stabilen Holzrahmen der Rückseite einer handsignierten großen Leinwand mit einem irritierenden, nicht sonderlich hübschen Königinnenportrait (das Königinnen-Sortiment ist auf dem Foto oben zu sehen – Danke an Georg für die sympathische Präsentation – die Vorderseite der Leinwand mit dem Großportrait folgt weiter unten). Alles in allem eine heftige Materialschlacht, die amazon dann noch mega-aufwändig dreimal bruchgesichert verpackt hat, da fragt man sich, verdient da einer überhaupt noch was (also außer amazon, denn die verdienen ganz bestimmt)?

Vor einigen Jahren gab es so ein Prunk-Bundle schon einmal anlässlich des Erscheinens des Best-Of-Albums mit THE ENGLISH ONES als Bonus-CD. Das wäre eine gute Investition gewesen, bei ebay ging das Ding jüngst für’s Vierfache des Anschaffungspreises weg.

Die HF-Promo-Marketingmaschine rollt also an. Bereits seit mehreren Tagen gibt’s bei großen Elektronikmärkten Hörstationen, wo man bereits in das Album hineinhören kann, obwohl es zum Zeitpunkt dieses Point-Of-Sale-Promo-Kickoffs noch nirgendwo zu kaufen war.

Helene FARBENSPIEL Album Promo 1Helene FARBENSPIEL Album Promo 2

Die EMI-Akquise durch Universal dürfte sich allein dank Helene Fischer gelohnt haben. Die Königin dürfte für Universal eine ausgewachsene CashCow sein und man spürt an vielen Stellen, dass in das Projekt FARBENSPIEL richtig investiert wird. Parallel zum Verkauf der CD gehen auch die Tickets für die Herbsttournee 2014 in den Handel, deren Termine wiederum in und auf der CD prominent ausgelobt werden, Cross-Promotion at it’s best.

Einzigartig ist sicher auch, dass das neue Album Branchenmultiplikatoren und Presse erstmals in einem Clubkonzert (im frisch renovierten Deutschen Theater in München) vorgestellt wurde, das deutschlandweit in 25 Kinos übertragen wurde, die dafür Tickets (für stolze 15 Euro) an interessierte Fans verschacherten. Keine Ahnung, wie gut das funktioniert hat, aber allein das Konzept ist beeindruckend und dürfte – mangels Nachfrage – mit keinem anderen deutschsprachigen Künstler umsetzbar sein. (Überflüssig zu erwähnen, dass dieses Konzert selbstverständlich auch auf DVD erscheinen und vermarktet wird.)

Helene Fischer als Nscho-tschi

Zum FARBENSPIEL-Marketingfeuerwerk gehört auch ein neuer Helene-Look. Die Fotos dafür hat Sandra Ludewig irgendwo in mediterranem Ambiente (Malle?) gemacht, Helene hat dazu das passende sonnengebleichte Haar. Die Accessoires sind zuweilen ein wenig gewöhnungsbedürftig, das Bild oben mit den akzentuiert dunkel geschminkten Augen und dem Indianerschmuck erinnert uns an eine Melange aus Sylvie van der Vaart (sagt WM) und Winnetous Schwester Nscho-tschi. Ist nicht jedem zu empfehlen, aber Helene steht so gut wie alles.

Helene Fischer Farbenspiel Shooting

Auf einigen dieser Bilder (wie diesem hier) sieht „Fräulein Zuckerguss“ (SZ) dann wieder einfach prima aus und man möchte sie vom Fleck weg heiraten (Flo?). Die (auch hier veröffentlichten) Bilder werden im LUFE-Package vielfältig eingesetzt und sicher 2014 noch intensivst zum Einsatz kommen, definitiv ist etwa mit einer Fortsetzung des Helene-Fischer-Magazins PARADIES zu rechnen (hier dazu eine sehr erfrischend-qualifizierte Rezension).

Auch Merchandising findet bei der Königin auf Champions-League-Level statt – und ist dank ausgedehnter Tourneen mit hoch sechsstelligen Besucherzahlen im Jahr ein veritables Profit Center. Was uns persönlich noch fehlt, ist ein Helene Fischer Kochbuch – zum Beispiel mit den Einflüssen der russischen Küche ihrer geliebten Mama.

Helene Fischer nackt (irgendwie ein bissel)

Was ist zum Album selbst zu sagen? Zunächst einmal ist das Outputvolumen zu loben, 16 neue Songs kommen auf eine Spielzeit von fast 69 (!) Minuten. (Was Sakis Rouvas wohl dazu einfallen würde?) Das ist Value for Money!

Um es vorweg zu nehmen: Das ist ein Album, dass man komplett durchhören kann – es gibt keine wirklichen Hänger. Klar ist der eine oder andere Titel weniger stark als die anderen, aber Ausfälle gibt es keine. Das Package ist eine typische Jean-Frankfurter-Produktion mit dem klassischen Mix von ergreifenden Balladen, catchy Uptempo-Nummern, die sofort ins Ohr gehen, und extrem tanzbaren Popschlagern, die sofort in die Füße gehen.

Verschiedentlich hat Producer Frankfurter prominente Unterstützung bei Komposition und Text bekommen. Der Graf von Unheilig (für uns wie Helene selbst ein Kandidat für Kopenhagen 2014) hat den Schlusssong des Albums beigesteuert (EIN KLEINES GLÜCK) und Peter Plate – mit Rosenstolz sogar ESC-VE-erfahren – hat die (wirklich guten) Texte zu zwei Titeln geschrieben, nämlich UNSER TAG und IN DIESEN NÄCHTEN.

Während es im Netz bislang wenig vom Album zu sehen gibt, ist die wunderbare Peter-Plate-Ballade IN DIESEN NÄCHTEN als Bestandteil des Previewkonzerts im Deutschen Theater in München (derzeit) verfügbar:

Die Burnerballade IN DIESEN NÄCHTEN (geschrieben von Peter Plate) bei der Helene Fischer FARBENSPIEL Album Preview im Deutschen Theater in München

Wieder sehr umfänglich hat Kristina „Ich bin schwierig“ Bach auch bei diesem Album mitgeholfen. Für vier Songs hat die zuweilen zickige Grande Dame und Strippenzieherin des deutschen Schlagers die Texte geschrieben, der 4/4-Technofox ATEMLOS DURCH DIE NACHT kommt sogar komplett von ihr.

Nach einem Tag Durchhören gefallen mir spontan die schnelleren Sachen besser als die Balladen. So ergreifende Klassiker wie CO-PILOT, WÄR‘ HEUT MEIN LETZTER TAG oder DU LÄSST MICH SEIN haben sich bei mir spontan beim bisherigen Abspielen von FARBENSPIEL noch nicht eingebrannt, aber vielleicht kommt das noch.

Untern den Uptempo-Groovern befinden sich aber eine ganze Reihe von Songs, die auf Augenhöhe mit meinen bisherigen Lieblingsstücken der Königin (VON HIER BIS UNENDLICH, DU FÄNGST MICH AUF, FIEBER SPÜRN, PHÄNOMEN) ins Ohr gehen, allen voran die fantastische Hyme UNSER TAG, außerdem MARATHON, MIT KEINEM ANDERENTE QUIERO und selbstverständlich die erste Singleauskopplung FEHLERFREI.

Die Texte von Helene waren – gemessen am Genre-Standard – immer schon sehr gut, heuer sind sie – auch dank der o.g. prominenten Unterstützung – noch besser geworden. Peinliche Aussetzer gibt es logischerweise auch („Auf der Autobahn mit 300 fahrn, das kann ich mit keinem anderen“), wär‘ ja auch schade, wenn nicht!

Fazit: The Queen has delivered, ein tolles Album in der Tradition der erfolgreichen Fischer/Frankfurter-Collaboration mit modernen Akzenten und hohem Fun- und Partypotenzial!

Richtig verstört hat mich eigentlich nur das Foto auf der LUFE-Leinwand (siehe Foto, das folgt). Einer sehr blassen Helene wachsen darauf bunte Federn und Schmetterlingsflügel aus dem linken Auge. FARBENSPIEL – schon klar, aber was soll mir das sagen? Helene scheint von diesem „Art“work auch erschrocken zu sein, denn sie guckt auf dem Bild sehr ernst.

Helene Fischer signierte Farbenspiel Leinwand

Immerhin trägt dieses großformative Portrait ein Original-Helene-Fischer-Autogramm (unter dem ablösbaren Aufkleber unten rechts) und ist somit ein Collectors Item. Weshalb ich beschlossen habe, die Leinwand an einen PRINZ ESC Blog Leser zu verschenken. Und die CD vom Waldbühne Konzert gibt’s dazu!

Die/der Erste, der als Kommentar unter diesem Beitrag hinterlässt, bei welcher Dorstener Kneipenwirtin mit prominentem Namen (es reicht der Vorname) der Autor dieser Zeilen zum ersten Mal von Helene Fischer gehört hat, bekommt Leinwand mit Autogramm plus Live-CD von uns zugeschickt (Tipp: ist nicht schwer, steht hier irgendwo auf dem Blog). Bitte nicht die Adresse im Kommentar dazuschreiben, wir nehmen mit Dir Kontakt auf.

Helene-Fischer-Pressefoto
P.S.: Unser eindringlicher Appell an „Germany´s Goldkehlchen“ (Zeit Online), doch bitte eine ESC-Teilnahme in Erwägung zu ziehen, findet sich hier.