Live-Blog ESC 2018: 1. Semi in Lissabon: Wer kommt ins Finale?

Bäämm! Was für eine Dramatik vor dem 1. Halbfinale heute Abend in Lissabon. Plötzlich liegt die Vertreterin Zyperns, Eleni Foureira (Aufmacherfoto) in den Wettquoten vor der Langzeitfavoritin Netta aus Israel. Und als ob dieser Kampf nicht spannend genug wäre, gibt es eine Schlacht wie selten um die letzten zwei, drei Tickets fürs Finale. Aserbaidschan und/oder Armenien? Belgien und/oder Kroatien? Finnland und/oder Albanien? Wir bloggen heute Abend live das 1. Semi des Eurovision Song Contest. Stay tuned!

Der Sender ONE der ARD überträgt das Semi heute Abend und zeigt bereits ab 20:15 Uhr „Spektakulär und schräg – Best of Eurovision Song Contest“. Außerdem gibt’s auf Eurovision.de einen Live-Stream. Wer ohne den Kommentar von Peter Urban die Sendung verfolgen will, kann das bei Eurovision.tv tun.

Und hier melden wir uns aus Hamburg-Hohenfelde. Dabei sind Blogger Peter und Douze Points sowie die ESC-affinen Freunde Carola und Heiner. Wer schauen noch das Vorprogramm auf ARD ONE. Interessant. Dazu lassen wir uns Antipasti und Perliges schmecken. Wir freuen uns auf einen spannenden Abend.

So, jetzt geht’s los. Die Eurovisionsfanfare erklingt. Let the games begin!

In einem Film mit Geräuschen aus der Stadt wird Lissabon selbst präsentiert. Schnitt in die Arena: großer Jubel und gute Stimmung. Und da kommen unsere vier Moderatorinnen, die aussehen wie die Enkelinnen von Baccara. Vielleicht sind es auch Drag Queens aus dem Trumps. Who knows?!

Nach nur 5 Minuten geht es schon los mit dem ersten Beitrag. Die Künstler werden mit Filmen vorgestellt, die in Portugal gedreht wurden.

Da wir die Auftritte und die Outfits schon von den Proben kennen, fokussieren wir uns auf Besonderheiten.

1. Aserbaidschan: Aisel – X My Heart

Aisel glitzert schön und baut eine gute Verbindung zur Kamera auf. Ab dem Pre-Chorus klatschen die Zuschauer mit. Peter meint, dass sie nicht besonders singen würde. Tolle virtueller Glitzereffekte – I like. Carola ist positiv überrascht von der Performance.

26 von 40 Punkte

 

2. Island: Ari Ólafsson – Our Choice

Passt die goldene Uhr wirklich zu dem Outfit? Ari strahlt. Heiner fragt, ob wir nächstes Jahr nach Island fahren. Wir verneinen – bei aller Cuteness. Ari singt sicher, wie wir es von ihm kennen – auch der hohe Ton sitzt. Eigentlich schade, dass wir ihn nicht im Finale sehen werden. Nach dem letzten Ton lacht und weint er überwältigt. Sympathisch.

29 von 40 Punkten (10 davon von Peter)

 

3. Albanien: Eugent Bushpepa – Mall 

Sehr blaues Intro und der Gesang klingt nicht ganz on tune. Aber er fängt sich. Die Klatschbewegung zum Pre-Chorus wirkt etwas aufgesetzt. Zum Refrain wird es richtig stimmstark. Ich finde das Outfit leider schlimm. Und so richtig erreicht mich das Lied auch in der Live-Fassung nicht.

23 von 40 Punkte (9 davon von Peter)

 

4. Belgien: Sennek – A Matter of Time

Sie ist schon speziell – aber nicht auf die Art, die alle anspricht. Zeitweise singt sie an der Kamera vorbei. Carola lobt ihre Natürlichkeit, die auch Heiner sympathisch findet. Peter findet den Auftritt authentisch. Und zum ersten Mal erlebt man die Halle und die Zuschauer als Teil einer Performance.

23 von 40 Punkten

 

5. Tschechien: Mikolas Josef – Lie to Me

Da ist Stimmung und schöne Video-Optik in der Bude. Die unterstützenden Stimmen aus dem Background sind etwas zu laut. Die Performance ist modern, aber sie ist etwas zusammengestokelt. Das Arschgewackel ist asynchron. Man merkt Mikolas gar nicht an, dass er eine Rückenverletzung hatte. Bei der Tanzeinlage am Ende holt er mich wieder ab.

30 von 40 Punkten (Peter gibt 10 und ich 9)

 

6. Litauen: Ieva Zasimauskaitė – When We’re Old

Sehr gefühlige Einstellung mit den leuchtenden Handys in der Halle und der Fahrt zur Sängerin. Die Hologramme der fremden Personen wirken gut. Der Refrain und das Ge-Echo-e sind auf die Dauer etwas nervig. Sie lächelt nicht ins Publikum bei der Umarmung ihres Mannes.

30 von 40 Punkte (Heiner gibt 9 Punkte, Peter 10)

Schalte in den GreenBlue Room. Auf einem Kinderpiano spielt Aisel ganz spontan „X My Heart“. Die Moderatorin ignoriert Ari, um die Tattoos von Eugent zu bewundern.

 

7. Israel: Netta – Toy

Der Auftritt beginnt als absoluter Hingucker. Herrlich, Pyro gleich beim ersten Refrain. Die Tänzerin wirken zum Teil etwas zu sehr durchgedreht. Heiner spontan: „Das ist geil!“ Netta spielt gut mit der Kamera. Ein kräftiger letzter Ton.

37 von 40 Punkten

 

8. Weißrussland: Alekseev – Forever

Alekseevs Gesang ist ziemlich schlimm. Das Englisch bekanntermaßen auch. Er bemüht seine Hundeaugen. Schlimmer Ausdruckstanz. Und die Rose zittert so komisch in Alekseevs Hand. Das Schlussbild mit den Rosen auf bzw. aus dem Rücken erzeugt Ausrufe des Ekels.

13 von 40 Punkten

 

9. Estland: Elina Netšajeva – La Forza

Heiner mutmaßt, dass Elina etwas mit dem Vater von der Belgierin hatte. Begeisterungsrufe bei der Beleuchtung des Kleides. „Toll!“ „Das Kleid kann was!“ Der Gesang ist natürlich hervorragend und die Spirale des Todes am Ende funktioniert.

Frank meldet, dass es Riesenapplaus für „La Forza“ im Eurovision Village gab.

31 von 40 Punkten (Peter gibt 10)

 

10. Bulgarien: Equinox – Bones

Sehr düstere Performance. Alles durchdacht und dadurch etwas kühl. Positiv gesprochen könnte man sagen: das Lied steht im Fokus. Die einzelnen Künstler kommen nicht wirklich sympathisch rüber. Die Präsentation ist ungewöhnlich, und das Lied nimmt einen nicht so richtig mit.

24 von 40 Punkten

 

11. Mazedonien: Eye Cue – Lost and Found

Wie immer bin ich von dem Wechsel der Musikstile irritiert. Und das Kleid der Sängerin sieht aus, als hätte sie es falsch herum angezogen. Das Lied kommt nicht so richtig aus dem Quark. Drei Lieder zum Preis von einem, leider überzeugt keins davon. Heiner meint, dass die Sängerin den Kleiderwechsel besser sein gelassen hätte.

18 von 40 Punkten

 

12. Kroatien: Franka – Crazy

Also, wenn Franka etwas an ihrem Aussehen hat machen lassen, dann ist es gut gelungen. Auch das Kleid kriegt große Zustimmung. Der Sprachpart klang, als ob er von jemand anderen gesprochen worden wäre. Die Windmaschine macht auch einen guten Job. Man kann darüber fast das Lied vergessen. James-Bond-Rufe werden laut.

32 von 40 Punkten (10 Punkte von Peter, 9 von Heiner)

Schalte in den Green Room. Das Geheimnis des Rucksacks soll gelöst werden. Nein. Dafür ein schöner Beat-Box-Rap, der auf „we hope to see you in the Czech Republic“ endet. Alekseev schenkt der Moderatorin eine … Rose.

 

13. Österreich: Cesár Sampson – Nobody But You

Ebenfalls ein sehr dunkler, aber interessanter Einstieg mit der Beleuchtung. Der Refrain wirkt, als sänge Cesár mit angezogener Handbremse. Zum zweiten Refrain ist mehr Bums dahinter. Das Hologramm von ihm selbst irritiert allerdings. Schön, dass man bei ihm auch mal das Publikum sieht. Schönes Finale und er lächelt am Ende.

34 von 40 Punkten (10 Punkte von Peter)

 

14. Griechenland: Yianna Terzi – Oneiro Mou

Der Auftakt ist szenisch wenig spektakulär umgesetzt. Die zweite Strophe ist sehr griechisch in blau und weiß gehalten. Trotz ihres Charismas ist der Auftritt nicht so beeindruckend wie der von Franka. Irgendwie ganz schön, aber nicht wirklich bewegend.

26 von 40 Punkten (10 von Peter)

 

15. Finnland: Saara Aalto – Monster

Herrliche Drehung am Glücksrad. I like! Die Tänzer sind leider ziemlich bedrohlich angezogen. Stimmlich vermutlich Saaras beste Performance – sie liefert zum richtigen Zeitpunkt. Das Lied berührt nicht, aber ich fühle mich gut unterhalten.

31 von 40 Punkten (10 von Peter)

 

16. Armenien: Sevak – Qami 

Sevak scheint sich seinen Pulli von dem einen bulgarischen Sänger geliehen zu haben. Das Bühnenbild ist ziemlich harmonisch. Das Outfit fällt nicht in den Geschmack der Anwesenden. Das Lied ist für drei Minuten etwas zu lang.

24 von 40 Punkten

 

17. Schweiz: Zibbz – Stones 

Guter, spannender Auftritt. Die Kameraschnitte sitzen nicht alle. Das Outfit der Sängerin ist etwas 80er, passt laut Peter aber zum Song. Eine Handfackel wird von beiden Geschwistern vor dem Finale in die Luft gestreckt. Imposant. Anständige Inszenierung.

24 von 40 Punkten

 

18. Irland: Ryan O’Shaughnessy – Together

Die Klavierspielerin wirkt etwas sehr steif. Und bei Ryan sitzt nicht jeder Ton. Großer Applaus, als die beiden männlichen Tänzer die Bühne betreten. Dann wird das Lied doch etwas langweilig. Was würde dieses Lied nur ohne die Tänzer bei der Inszenierung machen?

28 von 40 Punkten (10 von Peter)

 

19. Zypern: Eleni Foureira – Fuego 

Die neue Favoritin. Die Haare fliegen wild. Heiner fragt: „Warum erinnert einen das an Amanda Lear?“ Dafür, dass es eigentlich „nur“ eine Tanzchoreo ist, ist es ein wirklich abwechslungsreicher Auftritt. Virtuelles und echtes Feuer. Da gibt es kein Zuviel! Zum Ende atmet Eleni dreimal schwer ins Mikro.

35 von 40 Punkten (10 von Peter)

 

Schnelldurchlauf. Und nicht alle Länder haben sich für den richtigen Ausschnitt entschieden. Unser Favorit ist Netta mit 37 Punkten. Eleni mit 35 Punkten knapp dahinter. Das Schlusslicht ist bei uns Alekseev aus Weißrussland mit 13 Punkten.

Wir Deutschen dürfen heute ja nicht abstimmen. Also drücken wir aus der Ferne unseren Favoriten die Daumen. Österreich und die Schweiz natürlich ganz vorn mit dabei.

Toller Gänsehautmoment: einige Teilnehmer des letzten ESC-Jahrgangs singen auf Portugiesisch in einem Videozusammenschnitt den letztjährigen Siegersong.

Zwei der Moderatorinnen verweisen noch einmal auf die Eurovision-App. Dann der zweite Schnelldurchlauf. Die Litauerin spielt bei der Einblendung etwas zu sehr die Couple-Karte.

Die Moderationen wirken wirklich spontan … not. Oh je, da hat das Budget wohl nicht mehr für einen anständigen Intervall-Act gereicht. Die Runde hier ist über den Telefon-Gag fassungslos.

Endlich, die Votingphase ist vorbei. Es folgt ein „Planet Portugal“-Einspieler, der im Stil von David Attenborough der portugiesischen Seele auf den Grund geht. Lustig ist anders. Trotzdem hätte man es mal für die deutschen Zuschauer untertiteln können. Aber sei’s drum.

Nächste Maz im Doku-Stil. Jetzt geht es um den Eurovision Song Contest. Wieder mal ein Zusammenschnitt mit den „ungewöhnlichsten“ Auftritten. Und dann noch Werbung für das Eurovision-Brettspiel. Fremdschämen bei den Moderatorinnen.

Die bereits qualifizierten Beiträge werden vorgestellt. Cláudia Pascoal spielt auf einer Ukulele die ESC-Fanfare, dann wird ein Ausschnitt von ihrem Auftritt gezeigt. Amaia und Alfred sind wieder zuckersüß. Und SuRie ist auch da. Die Moderationen sind wirklich etwas „SuRie-al“.

Jetzt muss Jon Ola Sand noch sagen, dass alles ok ist. Macht er auch.

Und jetzt kommt das Ergebnis. Diese Länder sind weiter:

Österreich

Estland

Zypern

Litauen

Israel

Tschechien

Bulgarien

Albanien

Finnland

Irland

 

Das ist überraschend. Russland muss am Samstag den irischen Auftritt zeigen – super!

Aserbaidschan ist kein Immer-Qualifizierer mehr. Mehr Analysen dann später.

Das war der Live-Blog vom ersten Halbfinale. Weiter geht’s am Donnerstag. Da wird es zwar auch spannend, ein Favoritensterben kann es dabei aber kaum geben. Gute Nacht!