Inför ESC – Schwedens kultiges Previewprogramm geht wieder auf Sendung – Stockholm calling (Teil 1)


Bereits vorgestern lief im schwedischen TV die erste Folge von „Inför Eurovision 2012“, einem Preview-Programm aller ESC-Titel, die von schwedischen „Celebrities“ unter der Leitung von Mr. Melodifestivalen, Christer Björkman, jeden einzelnen Song bewerten.

Das Jury-Panel besteht in diesem Jahr aus folgenden fünf Personen:

Lena Philipsson (Teilnehmerin am ESC 2004 für Schweden sowie am Melodifestivalen 1986, 1987 und 1988), Thomas Lundin (Finnland-Schwedischer Moderatorund Sänger), Gina Dirawi (Co-Moderatorin des Melodifestivalen 2012), Lisette Pagler (Musicalsängerin und Schauspielerin) sowie Måns Zelmerlöw (Teilnehmer am Melodifestivalen 2007 und 2009 sowie Moderator 2010).

Im vergangenen Jahr lag das Panel in einer anderen Zusammensetzung nur, sagen wir mal…….“knapp daneben“, als es Ungarn, Finnland, Schweden, Frankreich und Norwegen zu seinen Favoriten auserkor.

Am Montag abend nun wurden die ersten neun Songs des ersten Semifinales mit Punkten von 0-5  bewertet. Und da kam Erstaunliches zu Tage…..

„Rambo Wolfgang Amadeus Mozart“, wie Lena den Vertreter Montenegros nannte, kam als Allererster überraschend gut weg. Originell, witzig, intelligent – schlicht gut fanden es die meisten, lediglich Lisette wollte nicht mitspielen und gab 0 Punkte. Die anderen vier (Christer ist nicht stimmberechtigt) sammelten immerhin 12 Punkte für „Euro Neuro“ zusammen – wohl der einzige Zwölfer für „RWAM“ in diesem Jahr!

Das isländische Duo wurde ebenso wohlwollend aufgenommen. Måns meinte, den Stil der armenischen Rockband System of a down erkannt zu haben, Thomas nannte den Song „poliertes Ethnostück“, nur Gina bekam beim Zuhören und Zusehen – Angst! Insgesamt 14 für Island.

Griechenland kam sehr unterschiedlich an. Alle verstanden zwar, was Eleftheria von den Zuschauern will, die Ausführung gefiel aber nicht jedem. Von Måns gab es einen Extrapunkt für die Schuhe, allerdings fand lediglich Gina den Song richtig gut. Durchschnittliche 12 Punkte auch hier.

Der „Beautiful Song“ aus Lettland war nun allerdings gar kein Fall mehr für die Fünf. „Unglaublich schlecht, merkwürdig, ein Lied für die Pinkelpause“ war noch das netteste, was gesagt wurde. Nur Thomas interpretierte scharfsinnig, dass diese „Bagatelle“ kalkuliert sein müsse, sonst könnte man so etwas nun wirklich nicht aufführen. Magere 6 Punkte für Anmary.

Rona Nishliu aus Albanien sorgte für einigermaßene Verzweiflung. Måns schlug zum Ende des Songs mit dem Kopf auf den Tisch. Lena hat erst gern zugehört, aber später wollte sie nur noch, dass das Geschrei aufhört. Gina gab einen Punkt für die goldigen Kinder und bezeichnete das Ambiente im Video ansonsten als „kalte albanische Toilette“. Nur der ausgewiesene ESC-Fan Thomas konnte diese Perle erkennen und gab einen Vierer – insgesamt waren es aber auch hier nur 9 Punkte.

Für Rumänien gab es dann aber Punkte von…..bis. Was für Herrn Zelmerlöw DER Sommerhit sein könnte und was Lena „total cool“ fand, rauschte an Thomas und Lisette komplett vorbei, diese Art von Musik erzeuge einfach nur noch Müdigkeit…- immerhin dann aber 17 gar nicht so müde Punkte und Spitzenreiter bis jetzt.

Die Schweiz schnitt dann für mich überraschend ganz gut ab. Alle waren sich einig, dass der Song richtig gut ins Ohr geht, auch wenn das letzte gewisse Extra fehle. Deshalb gute bis durchschnittliche Punkte für Sinplus – insgesamt 14!

Iris aus Belgien konnte einem dann aber ziemlich leid tun. Über diesen Song waren die Juroren fast schon entsetzt. Lena hielt ein Schild hoch (siehe oben), auf dem stand: zzzz – sie fand es also zum Einschlafen. So etwas unengagiertes hätte man schon lange nicht mehr gesehen, Iris bewege sich auch sehr ungelenk auf der Bühne, daran müsse bis Baku noch dringend gearbeitet werden. Zwei Nuller (Måns und Lena) und insgesamt desaströse 3 Punkte!

Schließlich war der Song aus Finnland an der Reihe und man war sich erneut einig, diesmal aber auf der anderen Seite der Skala. Bezaubernd fand es das Panel durch die Reihe weg, vor allem der Text wurde lobend erwähnt. Im Gegensatz zum Rest Europas versteht man sich schwedischerseits ja auch untereinander – hier sicher ein klarer Vorteil. 18 überraschende Punkte für Pernilla Karlsson.

Das Gesamtergebnis der ersten Runde lautet also:

1. Finnland „När jag blundar“ 18 Punkte

2. Rumänien „Zaleilah“ 17 Punkte

3. Schweiz „Unbreakable“ 14 Punkte

3. Island „Never forget“ 14 Punkte

5. Griechenland „Aphrodisiac“ 12 Punkte

5. Montenegro „Euro Neuro“ 12 Punkte

7. Albanien „Suus“ 9 Punkte

8. Lettland „Beautiful Song“ 6 Punkte

9. Belgien „Would you“ 3 Punkte

Ein netter TV-Spaß ohne jegliche Ernsthaftigkeit oder den entferntesten Wunsch oder Versuch, das Ergebnis voraussagen zu können. Hier auf der SVT-Homepage kann man sich die Sendung in voller Länge ansehen. Viel Vergnügen!