Live-Blog Melodifestivalen, 1. Runde: Veteranen nach Stockholm

Eric SaadeJessica Anderson

Nu kör vi! Das Melodifestivalen 2015 hat Fahrt aufgenommen. Am Abend fand in Göteborg die erste von vier Vorrunden statt. Wir haben das Event im Scandinavium verfolgt, erfreuten uns an der (wild frisierten) Sanna Nielsen und am Comedian Robin Paulsson. Jubeln konnten am Ende Eric Saade und Jessica Andersson. Wer kam noch weiter? Hier ist der Liveblog zum Nachlesen.

Lagen Peter und ich im Quickcheck der sieben Songs des heutigen Abends richtig? Hier nachzulesen unter „Schade, Saade!

Sanna Nielsens Co-Moderator Robin Paulsson ist in Schweden seit neun Jahren bekannt durch seine Talkshow „Robins“, wo er insbesondere mit seinen Imitationen von Fußballstar Zlatan Ibrahimovic für Furore sorgte. Dort trat auch die Komikerin Sissela Benn immer mal wieder als freches Mädchen Filippa Bark auf, und diese werden wir wohl auch heute Abend sehen. Filippa ist nämlich die neue Praktikantin beim Mello

Einen schönen guten Abend und god kväll aus Berlin, in einer Minute geht’s los in Göteborg. 🙂

Martin Stenmarck, Gewinner des Mello vor genau 10 Jahren, erzählt ein bisschen über Radiohjälpen – man kann heute Abend ja auch wieder eine besondere Nummer anrufen und damit zugleich Geld spenden. Und los geht’s! SVT steigt mit Highlights vom MF 2014 und von Sannas Erfolg beim ESC in Kopenhagen ein. Und natürlich den Triumph von Conchita Wurst.

Doch das ist alles Schnee von gestern. Jetzt schauen wir nach vorn. Wer vertritt Schweden im Mai 2015 beim 60. Eurovision Song Contest in Wien?

Sanna singt nochmal „Undo“ – mit neuem schwedischem Text: „Hi, ich bin wieder da. So schnell werdet ihr mich nicht los.“ 🙂 Und Robin Paulsson sitzt am Klavier. „Was macht der denn da?“, singt Sanna. „Sieht aus wie ein Statist, Hat aber ein Mikro. Muss ich mit dem die Bühne teilen? Der weiß doch kaum, was das Mello ist.“ Sie ist auf jeden Fall Expertin, schließlich hat sie sieben Mal mitgemacht.

MelodifestivalenMelodifestivalen

Dann nehmen sich beide auch herrlich auf die Schippe: Sie seien als Moderatoren nur „dritte Wahl“. Ein schöner Auftakt, die Bühne füllt sich mit ganz vielen Sängerinnen und Sängern in schwarz mit silbernen Glitzer-Pompons, die vorab offensichtlich auch ans Publikum verteilt wurden.

Sanna und Robin begrüßen uns im Scandinavium in Göteborg und kündigen die sieben Interpreten des Abends an. Schon da kriegt Eric Saade im Saal den meisten Applaus, als nur sein Name fällt. Danach erklärt Sanna die neue Mello-App, über die man auch Stimmen abgeben kann – über ein Herz auf der App. Man kann aber auch ganz „klassisch“ über Telefon und SMS abstimmen, sagt Robin.

Sanna sieht übrigens toll aus in ihrem pinkfarbenen Kleid. Nur der rote Gürtel passt nicht ganz dazu, finde ich. Und wer hat ihre Haare gemacht??

Melodifestivalen

Und schon geht’s los. Das geht heute ja richtig fix. Molly Pettersson Hammar wird angekündigt. Im Einspieler sagt sie, wenn sie ein Tier sein könnte, wäre sie gern ein Pferd. Aha, gut dass wir das jetzt wissen…

1. Molly Pettersson Hammar: I’ll be fine

Ein klasse, bombastischer Eröffnungsauftritt der MF-Debütantin, sicher präsentiert. Die dynamische Soulnummer klingt auch klasse, der Refrain geht sofort ins Ohr. Die letzten hohen Töne hätten nicht unbedingt sein müssen, aber insgesamt ein starker Vortrag. Hat mir gut gefallen.

Molly Petterson

Molly sah in dem roten Kleid auch gut aus, und der Lichterkranz hinter ihr ergänzte das ganze sehr gut. Am Schluss kamen dann auch noch Backgroundsängerinnen dazu. Alles in allem: Ein prima Einstieg ins Mello 2015. Ich gehe 5/5 Punkte.

Molly PettersonMolly Petterson

Ach, da kommt ja schon „Praktikantin“ Filippa in einem Einspieler. Naja, es sind ja dieses Jahr nur sieben Songs und die Show ist genauso lang wie voriges Jahr mit 8 Liedern, da muss SVT ein bisschen Zeit schinden.

Weiter geht’s.

2. Daniel Gildenlöw: Pappa

Der Frontmann von Pain of Salvation mit einem schwedischen Song. Und wie beim MF vor 5 Jahren tritt er wieder barfuß auf. Schön inszeniert: Er sitzt ganz in schwarz gekleidet auf einem Podest, zunächst sieht man ihn nur im Profil, er dreht sich erst bei der ersten Bridge zur Kamera. Eine ganz ruhige, schöne Nummer.

Daniel GildenlöwDaniel Gildenlöw

Auch weitgehend sicher vorgetragen – und die paar stimmlichen Wackler passen ja zum Text. Schlicht, aber irgendwie berührend. Was mir übrigens auch gut gefällt, ist dieser angedeutete „Catwalk“ ins Publikum mit den Strahlern. 4/5 Punkte

Daniel Gildenlöw

3. Elize Ryd & Rickard Söderberg: One by one

Man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll: den vielen Nebel, die überraschend kleinen Augen in Rickards Gesicht (macht vielleicht das Make-up), das silbernweiße Kleid von Elize. Wie ein Duett wirkt das ganze nur stellenweise, gegen Ende, als sich Elize an Rickard schmiegt. Erst stehen sie weit voneinander entfernt und singen halt eine Rock-Musicalnummer.

Elize Ryd & Rickard Söderberg:Elize Ryd & Rickard Söderberg:

Stimmlich alles okay, aber so richtig zündet das zumindest bei mir nicht. Große Gesten vor allem von Rickard, aber das wirkt so einstudiert. Naja… Das Lightning mit den Regenbogenfarben am Ende sind hübsch. 2/5 Punkte

Elize Ryd & Rickard Söderberg:

4. Dolly Style: Hello Hi

Die drei drehen sich anfangs kurz steif in ihren Spieluhren, und dann geht’s los. Erst stehen sie noch in ihren Spieluhren, und ab Mitte des Liedes kommen sie dann nach vorn und tanzen. Eine „Bubblegum-Pop“-Nummer mit drei teils piepsigen Aqua-Stimmen. An sich finde ich das Lied gar nicht schlecht, aber die drei Mädels sind nur mäßig gute Livesängerinnen (weil die ihre Namen ja ständig singen, weiß ich auch, welche die schwächste Sängerin ist: Holly).

Dollie StyleDollie StyleDollie Style

Die ganze Optik ist halt nicht so meins, das spricht vermutlich eher Kinder an. (Und manchen PRINZ Blogger.) Weil die Melodie ganz gut ist und man schnell mitwippt, gibt’s noch 2/5 Punkten.

5. Behrang Miri feat. Victor Crone: Det rår vi inte för

Ich muss mich konzentrieren, Victor lenkt mich ab. 😉 Eigentlich zwei Lieder in einem: der Rap-Teil von Behrang gefällt mir nicht so, der gesungene Teil von Victor dafür umso besser. Er singt vor allem am Anfang gleich eine ganze Strophe, später allein den Refrain. Stark vorgetragen, und die Steigerung am Ende gibt dem ganzen noch ein besonderen Punch. Die Grafik mit dem großen „DET RÅR VI INTE FÖR“-Schriftzug hatte Peter ja schon beim Quickcheck erwähnt, auch ein Pluspunkt der Performance. Wenn halt nur der Rap nicht wäre. Die DJane im Hintergrund darf auch nicht fehlen. Nun gut. 3/5 Punkte (wegen Victor)

Behrang Miri feat. Victor CroneBehrang Miri feat. Victor CroneBehrang Miri feat. Victor Crone

6. Jessica Andersson: Can’t hurt me now

Jessica singt die große Pomp-Ballade des Abends. Was stehen da für große Lampen da hinter ihr? Der silberne Glitzermikrofonständer fällt gar nicht so groß auf, wie ich am Donnerstag noch dachte. Jessica sieht immer noch top aus, und das goldene Kleid steht ihr auch gut. Die Töne sitzen sowieso, da muss man bei Jessy nichts weiter sagen.

Jessica Anderson

Die Nummer ist recht klassisch, hat einen ganz leichten Countryballaden-Touch, das kommt wohl von Aleena Gibson, die das Stück geschrieben hat – wie schon manche fürs Mello. Mir gefällt’s ganz gut, aber ob das direkt fürs Finale reicht? 4/5 Punkte

Jessica AndersonJessica Anderson

7. Eric Saade: Sting

Hmm…. Eric singt eine recht durchschnittliche Pop-Dance-Nummer, wie es sie in den letzten Jahren beim Mello immer wieder gab. Das kommt sicher weiter – aber das liegt dann vor allem auch an Eric. Würde „Sting“ z.B. von Eddie Razaz oder Anton Ewald gesungen, würde es heute Abend auf Platz 6 oder 7 landen.

Eric SaadeEric Saade

Immerhin hat man die Performance – wohl wissend, dass das Lied allein nicht 100%ig überzeugt – ordentlich gepimpt, mit riesigem Schattenspiel am Abend und (vorab aufgezeichneten?) Nahaufnahmen von Eric. Und natürlich am Ende mit dem „Ufo“, mit dem er über dem Publikum in den ersten Reihen schwebt. (Naja, hat Sarah Dawn Finer 2009 auch schon ähnlich gemacht.) Eric sieht in dem weißen Anzug gut aus, übrigens. Tanzen klappt auch gut. Aber wie gesagt: Das Lied selbst kommt BEI WEITEM nicht an „Popular“ heran! 3/5 Punkte

Eric SaadeEric Saade

Jetzt’s gibt den ersten Schnelldurchlauf.

Während die erste Abstimmung läuft, erzählt Sanna singend Robin, wie ihr Jahr 2014 verlaufen ist. Nett. „Was für ein Jahr!“ Und auch Robin darf ein bisschen darüber singen, was er so erlebt hat (den Kühlschrank abgetaut, zum Beispiel). Vilket år!

Sanna NielsenMelodifestivalen

Dann darf Filippa im Green Room die Künstler des Abends belästigen, wie man hier sieht:

Melodifestivalen

Das Resultat ist da – und Robin und Sanna streiten sich, wer den magische Satz „Sverige, vi har ett resultat“ sagen darf. Am Ende machen es doch beide zusammen.

Weiter in Runde 2 des Abends sind:

– Dolly Style: Hello Hi
– Behrang Miri feat. Victor Crone: Det rår vi inte för
– Elize Ryd & Rickard Söderberg: One by one
– Eric Saade: Sting
– Jessica Andersson: Can’t hurt me now

Ups, schon eine Überraschung: Molly Petersson Hammar mit ihrer Power-Soulnummer ist raus. Daniel Gildenlöw auch – er ist letzter geworden. Molly landete auf Platz 6.

Nun muss abgestimmt werden, welche zwei Songs direkt ins Finale nach Stockholm am 14. März in der Friends Arena kommen und welche zwei Songs eine Woche zuvor in der Andra-chansen-Runde nochmal um Finalplätze kämpfen dürfen.

Der zweite Schnelldurchlauf zeigt uns die fünf übriggebliebenen Songs. Ich trauere noch um Molly. In der Zwischenzeit zeigt SVT, wie Sanna und Robin bei Mello-Chef Christer Björkman um eine Lohnerhöhung bitten. Schließlich seien dieses Jahr im MF nur 7 statt 8 Lieder und da bleibe also mehr Zeit für die Moderatoren, und darum müssten diese mehr Geld kriegen.

Ich hätte ja gedacht, dass jemand Sanna – während der Show oder wenigstens während des Schnelldurchlaufs – mal eine Bürste reicht. Die Nicht-Frisur irritiert mich ein wenig.

Dafür geht’s jetzt wieder zu Filippa in den Green Room, wo jetzt noch die 5 sitzen und, wie man sieht, mäßig Lust haben, mitzumachen – außer Behrang Miri. Aber Filippa lässt die Künstler ja ohnehin nicht zu Wort kommen.

Greenroom MelodifestivalenMelodifestivalen 2015 Dolly Style

Sverige, vi har ett resultat!

Der erste Beitrag, der sich direkt fürs Stockholmer Finale qualifiziert hat, ist:

Eric Saade: STING

Der „Kopfnässer“ von 2010 gibt Jessy noch ein Küsschen auf die Stirn und dann geht’s auf die Bühne. Undfreut sich mit seinem Team (darunter Fredrick Kempe) sehr:

Eric Saade Fredrik Kempe

Eric wird ja – wie üblich beim Mello – sein Lied nochmal singen. Die weiße Leinwand fürs Schattenspiel holt SVT nicht nochmal raus, das muss jetzt bei der Reprise ohne gehen. In sein Flugobjekt steigt Herr Saade aber nochmal ein. Die Tänzer kommen auch alle wieder auf die Bühne.

Beim zweiten Mal Hören finde ich das Lied ganz okay, es ist sicher das Beste des Abends. Aber das beste des gesamten Melodifestivalen 2015? Das bleibt noch abzuwarten!

Jetzt geht’s erst mal um Andra chansen. Wer wurde in die Trostrunde gewählt?

Melodifestivalen

Der erste für AC ist:

Dolly Style mit „Hello Hi“ – die Barbiepuppen bekommen also noch ’ne Chance.

Der zweite Song für AC ist:

Behrang Miri feat. Victor Crone mit „Det rår vi inte för“. Schön, dass wir Victor nochmal sehen. 😉

Jetzt ist die Frage: Duett mit Rockmusical oder Jessica mit der klassischen Ballade? Wer darf ins Finale?

Melodifestivalen

Es ist: JESSICA. „Can’t hurt me now“ ist die zweite Nummer, die sich direkt für Stockholm qualifiziert. „One by one“ von Elize & Rickard ist also auf Platz 5 gelandet und scheidet damit aus dem MF aus.

Herzlichen Glückwunsch an Eric und Jessica. Zwei Mello-Veteranen haben also ihre Finaltickets gesichert. Frau Andersson darf nochmal ihre Ballade vortragen. Hier freut sie sich riesig – die oben schon erwähnte Komponistin Aleena Gibson steht links mit ihrer blonden Mähne.

Melodifestivalen Jessica Anderson

God natt, Sverige, wünschen Robin und Sanna, und auch ich verabschiede mich von der ersten Vorrunde Melodifestivalen 2015. Insgesamt eine schöne Show – schade um Molly Petterson Hammar, aber ansonsten geht das Ergebnis schon in Ordnung. Ich freue mich vor allem für Jessica Andersson.

Nochmal die Übersicht:

FINALISTEN:
Eric Saade, „Sting“
Jessica Andersson, „Can’t hurt me now“

ANDRA CHANSEN:
Dolly Style, „Hello Hi“
Behrang Miri feat. Victor Crone, „Det rår vi inte för“

Das dänische Finale „Dansk Melodi Grand Prix“ läuft noch, BennyBenny bloggt parallel und freut sich, wenn ihr zu ihm rüberwechselt. Einen schönen Abend noch!