Kein Quotenaufschwung bei Unser Star für Baku Runde 3

Die Einschaltquoten-Entäuschung der Vorwoche wiederholt sich leider bei Runde 3 der achtteiligen „Unser Star für Baku“ Serie. Trotz des schwachen Wettbewerbsumfelds stagniert das Zuschauerinteresse. Insgesamt sahen die dritte „Unser Roman für Baku“ Runde 1,73 Mio. Zuschauer. Woran liegt die flaue Performance und wie wird es weitergehen?

Auch bei der (für Pro7 ausschließlich relevanten) Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen gibt es kaum Bewegung. In der Vorwoche waren das 1,26 Mio. Zuschauer und bei USFB Folge 3 schauten ungefähr genauso viele Zuschauer zu, nämlich 1,29 Mio.! Interessanterweise gab es auch 2010 bei der Oslo-Song-Selection bei der dritten Sendung eine marginale Verbesserung in der werberelevanten Kernzielgruppe, allerdings auf höherem Niveau, von 1,63 Mio. in Take 2 auf 1,69 Mio. in Take 3. Die Zeitachsen-Quotenkurven verlaufen parallel, 2012 nur auf spürbar niedrigerem Niveau. Bei der Lena-Entdeckungsstaffel lag der Marktanteil deutlich über dem Pro7-Senderschnitt, die gestrigen 10,6 Prozent dürften das Management demgegenüber nicht zufriedenstellen.

Der bescheidene Quotenerfolg dürfte sicherlich zu einem großen Anteil auf den Casting-, Trash- und Talkshow-Overflow in den ersten Januarwochen liegen. USFB befindet sich aus Quotensicht inzwischen in bester Gesellschaft. Auch „The Voice Of Germany“ hat sich inzwischen auf dem Niveau der USFB-Premiere eingependelt und DSDS verliert zu den Vorjahren ebenfalls ca. ein Viertel der Zuschauer – wenn auch in einer anderen Liga. Einzig die Dschungelshow geht ab wie Schmitz‘ Katze, gestern Abend sorgten 6,49 Mio. Zuschauer (incl. der PRINZ Blogger ab 22:45 Uhr) für einen eindrucksvollen Marktanteil von 27,3 Prozent.

Die Castingshow-Quotenverluste gehen allerdings sowohl in der Branchen- als auch in der Publikumspresse unter. Denn alle reden nur über den neuen ARD-Vorabend mit „Gottschalk live“, wo das Zuschauerinteresse nach einer anständigen Premierenshow dramatisch abschmiert.

Wird sich die USFB Quote erholen, wenn die Dschungelshow beendet ist und als Konkurrenz ausfällt? Aus Wettbewerbsgründen eher nicht, denn „The Voice“ und DSDS laufen parallel weiter und werden inhaltlich attraktiver, während bei USFB die Dramaturgie stagniert: Ein oder zwei Kandidaten müssen pro Show gehen (ermittelt nach einem undurchsichtigen und unberechenbaren Blitztabelle-Zufallsprinzip), bis dann am Ende Roman nach Baku fahren darf. Dazu sondert Thomas D immer wieder die gleichen Berufsjugendlichensprüche ab, während in den Vorjahren durch die wechselnde Besetzung der Jury deutlich mehr Abwechslung geherrscht hat.

Zumindest aus Quotensicht hat also das von Raab zunächst als Weltsensation hochgejazzte neue Votingverfahren nicht gezündet. Es macht die Sendung zwar durchgängig spannender, aber der Grenznutzen ist erreicht, wenn am Ende sowieso (und durchaus zu Recht) immer der gleiche Interpret obensteht, wie von Jan Feddersen von Anfang an mit einer Lena-Analogie prognostiziert. Und die rätselhafte Tatsache, dass es rund um den „Arschplatz“ (Sandra R.) jedesmal supereng ist, macht viele Zuschauer auch zunehmend misstrauischer.

Für einen Zuschauerpush taugte das Votingverfahren bislang nicht. Entweder Roman entwickelt kurzfristig eric-saade-like eine boomende Fanbase, die sich einmal die Woche für drei Stunden bei facebook pausiert, um Roman anzuhimmeln (dazu wäre sicher hilfreich, wenn er sein Tattoo noch einmal freilegt) und/oder Brainpool mixt neue Elemente in den monotonen Rhythmus der Show. Haben wir schon mal gesagt, dass man sich dabei auf den Eurovision Song Contest besinnen könnte? Ivi Adamou würde Köln-Mühlheim bestimmt richtig rocken.

Die Ratings von Folge 1 gibt es hier, die Ratings von Folge 2 gibt es hier.