Kristian Kostov im PrinzBlog-Interview: „Früher war ich schüchtern und wenig selbstbewusst“

Der jüngste Teilnehmer des ESC-Jahrgangs Kristian Kostov tritt im 2. Halbfinale am 11. Mai 2017 in Kiew für Bulgarien an. Seit der Veröffentlichung des Songs gehört „Beautiful mess“ mit zum Favoritenkreis. In Israel traf sich PrinzBlogger Marc mit Kristian zum Interview.

PrinzBlog: Hallo Kristian! Du singst über „Beautiful mess“ – Bist Du selbst eigentlich manchmal unordentlich oder chaotisch?

Kristian Kostov: (lacht) Du solltest mal zuhause einen Blick in mein Zimmer werfen. Dann siehst du ein herrliches Durcheinander („Beautiful mess“). Und dann bin ich leider auch unglaublich tollpatschig. Wenn irgendwo ein Loch auf der Straße ist, kannst du dir fast sicher sein, dass ich hinein falle. Ich habe mir auf diese Weise erst vor einem Monat den Arm gebrochen.

Du bist zwar der jüngste Teilnehmer des ESC 2017, wirkst aber trotzdem schon erstaunlich reflektiert und auch selbstbewusst.

Danke, aber das war nicht immer so. Es war zwar schon als kleines Kind mein Traum zu singen, aber ich war damals ein dicker Junge und wurde viel gehänselt. Ich war schüchtern und wenig selbstbewusst. Die Mitschüler machten sich über mich und mein Aussehen lustig und sagten, dass ich nicht singen kann. Ich war so schüchtern, dass ich Probleme hatte mich vorzustellen und anderen in die Augen zu schauen.

Wie kamst Du aus diesem Teufelskreis heraus?

Als mein Bruder anfing Klavier zu lernen habe ich einfach mitgemacht. Ich habe schnell bemerkt, dass ich mich durch die Musik ausdrücken kann und in meiner Welt sein kann. Dann kam das Singen hinzu. Die Musik hat mir über diese Zeit sehr hinweg geholfen und ich muss auch meiner Familie danken, meinen Großeltern, meinem Vater und ganz besonders meiner Mutter, denn sie haben immer an mich und meine Musik geglaubt und mich dadurch stärker gemacht.

Beeinflusst Dich die Erfahrung aus der Kindheit in Deinem heutigen Auftreten?

Absolut. Ich weiß es dadurch sehr zu schätzen, was es bedeutet Musik machen zu dürfen und Konzerte zu geben und Fans zu haben. Das gibt mir sehr viel Kraft und diese Energie möchte ich auch gerne mit den Fans teilen – vor allem über Social Media. Außerdem nehme ich mir immer sehr viel Zeit für die Fans und mache wirklich gerne mit jedem ein Selfie oder gebe Autogramme oder unterhalte mich auch gerne. Ich genieße das inzwischen sogar richtig. Ich würde es so bezeichnen: durch die Musik habe ich mein eigenes Ich gefunden.

Was war denn das Lustigste was Du über Dich in den Social Media bisher gelesen hast?

Also am meisten amüsiere ich mich über die angedichteten Love Stories. Manche Leute sind da echt kreativ und behaupten ich hätte heimliche Beziehungen. Das ist manchmal sehr bizarr. Stell dir vor, es gab sogar das Gerücht, ich hätte was mit Britney Spears. Ich mag Britneys Musik, aber sie könnte meine Mutter sein (lacht).

Und mit wem aus dem aktuellen ESC Jahrgang verstehst Du Dich besonders gut?

Ich verstehe mich mit allen, aber besonders gut finde ich bei den Mädels Alma, Anja und Jana und bei den Jungs Manel und Nathan.

Das diesjährige Motto lautet „Celebrate Diversity“. Das passt doch gut zu deiner Herkunft und Deinen Wurzeln, oder?

Ja, genau. Meine Mutter kommt aus Kasachstan und mein Vater aus Bulgarien, daher trete ich mit „Beautiful Mess“ auch für Bulgarien an. Dann war ich einige Zeit in Russland bei „The Voice Kids“. Wenn sich meine Familie trifft, dann kommen auch immer unterschiedliche Religionen zusammen: Christen und Moslems. Das ist für mich ganz normal.

Hast Du schon Pläne für die Zeit nach dem ESC?

Ich habe ein Stipendium für ein Studium in den USA bekommen. Das ist ein großer Traum von mir. Ich bin schon voller Vorfreude, denn ich wollte schon immer mal in den USA leben. Ich bin zwar erst 17, aber ich ziehe im Sommer 2017 in die USA um.

Herzlichen Glückwunsch Kristian zum Stipendium. Aber was passiert, wenn Du den ESC gewinnst? Du gehörst schließlich mit zu den Favoriten.

Ich freue mich sehr über die positiven Reaktionen zu meinem Song. Ich schätze das sehr und ich habe mir tatsächlich Gedanken gemacht und die Entscheidung getroffen, dass ich auf jeden Fall in die USA umziehen werde. Das ist mein Weg.

Vielen Dank für das Interview Kristian sowie viel Erfolg für Kiew und für das Studium!

Bulgarien 2017: Kristian Kostov – Beautiful Mess

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