Lena Goes Sverige

Das SZ Magazin entwickelt sich langsam aber sicher zur Eurovisionspostille. Nach dem aufsehenerregenden Stück „Baku: Zero Points“ am vorletzten Freitag hat die aktuelle Ausgabe sogar schon auf dem Cover ESC-Bezug. Allerdings steht schon wieder kein Wort über Roman Lob drin. Denn es handelt sich um „Ein Frauenheft“ und konsequenterweise kommt Lena zu Wort, als Repräsentantin der Frauengeneration 20plus. Und sie hat einiges Aufschlussreiches zu sagen…

Zehn Frauen im Alter von 10 bis 100 kommen zu Wort. Lys Assia (die üblicherweise gerne über ihre Großartigkeit redet) ist nicht dabei, auch keine russische Oma, stattdessen u.a. Fotini Markopoulou-Kalamara (über das prickelnde Forschungsgebiet „Quantengravitation“, kein Scherz) und eben Lena.

Und die haut erstmal – durchaus selbstkritisch – raus, dass sie entgegen früherer Bekundungen nun doch weiter Musik machen will: „Ich will es noch einmal richtig versuchen, wie alle anderen Musiker. Auf mich selbst gestellt.“

Das Wording klingt genauso, wie wenn sich ein ehemaliger DSDS-Gewinner beim zweiten Album von Dieter Bohlen emanzipiert (und in der Regel floppt) und so gibt es dann auch Parallelen: „Auf mich selbst gestellt.“ ist ein Synonym für die Abkehr von Stefan Raab: „Mit Stefan habe ich bis jetzt noch nichts Neues geschrieben. (…) Es darf dann irgendwann auch mal anders weitergehen.“

Aber – und das ist die große Nachricht des Interviews – auch Lena greift nach Schweden: „Ich arbeite mit vielen verschiedenen Leuten! Schweden sind dabei, Engländer, natürlich auch Deutsche.“ Dass Lena die Schweden zuallererst nennt, lässt uns hoffen. Handelt es sich bei neuen musikalischen (schwedischen) Partner etwa um Orup? Wird aus Lena die neue deutsche Lena PH?

Lena schliesst nicht einmal aus, Ireen-Sheer-Style-mäßig mit SATELLITE zukünftig Einkaufszentrums- und Möbelhauseröffnungen zu begleiten (mit Einkaufszentren hat sie ja sogar schon Erfahrungen sammeln dürfen). Danach gefragt, ob sie ihren Erfolgssong „ein Leben lang“ singen will, sagt sie: „Ich würde es nicht komplett ausschließen. Wenn ein Architekt einmal ein gutes Gebäude gebaut hat, wird er auch sein Leben lang gefragt, ob er so ein Haus noch mal bauen kann. Und er macht´s einfach. Es ist halt ein Job.“

Lena zeigt sich also nicht nur selbstkritisch, sondern auch durchaus reflektiert und erklärt uns sogar das Michael-Wendler-Phänomen: „Männer werden genauso als Sexobjekte gesehen wie Frauen. Da geht´s doch erstmal nur ums Äußere. Deswegen ist ja auch so einer wie Michael Wendler so erfolgreich – da gibt es unfassbar viele 50-jährige Frauen, die in den mehr verliebt sind als in ihren eigenen Mann.“

Und sie fügt eigene Konzerterfahrungen – wieder sehr souverän – hinzu: „Mein Publikum dagegen besteht größtenteils aus Kindern, die mit ihren Eltern kommen.“ Man möchte ergänzen: Einige PRINZ Blogger sind auch vor Ort.

Das ganze Interview gibt es jetzt auch online, was auch der Anlass ist für diese Notiz. Gerne hätten wir analog zur Vorwoche (Philip Köster shirtless) auch noch Eye Candy aus dem SZ Magazin gezeigt, aber leider Fehlanzeige – also jenseits von Lena, die von Frank Schemmann für das Cover (s.o.) wirklich klasse photographiert wurde. Stattdessen bemüht sich der SZ Magazin fototechnisch um seine Anzeigenkunden und präsentiert auf vielen, vielen Seiten wasserdichte Uhren, die auf den Fotos in irgendwelche bunten Bassins fallen. Das sieht dann z.B. im Falle der Montblanc Damenuhr „Collection Princesse Grace de Monaco“ so aus:

Na, da kriegt man ja einen richtigen tollen Eindruck vom Uhrenlook und -design, das macht die Kaufentscheidung leicht.