Lena PH Live: „She´s singing in Swedish, you know that?!“

Die wahrhaftig wahre Lena – Lena PH – eine schwedische Schlagerikone seit 25 Jahren, kehrt dorthin zurück, wo alles begann. 1986 begann ihre Karriere mit der Teilnahme am schwedischen Melodifestivalen im Stockholmer Circus,  2011 kommt sie in die Arena zurück und präsentiert das beste aus ihren bislang 25 Jahren als „rampljuset“.

Die PRINZ Blogger waren live dabei – und tief beeindruckt. Lena ist eben nicht gleich Lena. There is only one Super-Lena-PH!

Alle waren da – bei der Premiere der 25-Jahres-Jubi-Show, mit der Lena PH jetzt einige Monate in Schweden unterwegs ist. Für Promis gab´s Red-Carpet-Alert, zahlende Gäste wie wir mussten den Circus über einen Nebeneingang betreten. Auch der Zugang zu der einen oder anderen Champagnerbar wurde uns verwehrt („it´s booked“), zum Champagner selbst glücklicherweise nicht.

So packten wir uns auf ein Sofa gegenüber von der Garderobe und sahen dem Who´s Who der schwedischen Schlagerszene dabei zu, wie sie die After-Show-Geschenke für Lena zwischenlagerten. Gesehen haben wir u.a. Charlotte The Great, Shirley Clamp, Velvet, Sarah Dawn Finer, Edward af Sillen – ganz viel Stockholmer BussiBussi-Melodifestivalen-Crowd.

Die knapp zweistündige Show begann sehr pünktlich und als wir zum Platz hasteten und uns dabei (auf deutsch) unterhielten, unterrichtete uns ein um unsere Sprachkenntnisse besorgter Schwede: „She´s singing in Swedish, you know that?!“

Und wie schön sie gesungen hat! Es war alles dabei, was man von Lena PH so kennt, gleich im ersten Teil kam ihre neue Single IDIOT kombiniert mit einem Kraftwerk-Sample („Wir sind die Roboter.“) Lena verkaufte sich grandios und machte ihrem Ruf als Rampensau (siehe Foto oben) einmal mehr große Ehre.

Dem Publikum – eine All Ages Mischung, die man hierzulande bei Udo Jürgens vermuten würde – gefiels genauso gut wie uns, lediglich die VIPs auf den teuren Plätzen der Premiere (re)agierten ein wenig defensiv. Es ist dann halt doch ein Unterschied, ob man für ein Konzert selbst bezahlt oder nicht.

Zwischen den Stücken redete Lena wahnsinnig viel (auf schwedisch, you know?!) über die letzten 25 Jahren. Sie sprach auch über Eric Saade (während sein Portrait sogar auf einer Leinwand über ihr erschien), leider verstanden wir´s nicht, denn „She´s singing in Swedish,“ ihr wisst schon…

Wenn Lena nicht sang oder sprach, zog sie sich (insgesamt achtmal) um und das Publikum wurde derweil von ihren Tänzern (überwiegend und fast durchgängig shirtless) erfreut, auch deshalb lohnt sich die Show. Gleich am Anfang tranieren die Jungs gut eingeölt in einer Art Fitness-Studio als Bühnendeko, a little bit tacky aber ganz kurzweilig.

Als wäre Singen (ganz fetzig übrigens LENAS ANTHEM), Tanzen, Umziehen und Erzählen nicht genug, fing Lena dann auch noch an, auf der runden Drehbühne ein Selbstportrait zu malen, was sie wiederum veranlasste, während der Ölbild-Session eine Anekdote nach der anderen loszutreten. Währenddessen drehte sich die Bühne mehrfach um sich selbst, so dass jeder einen Blick aufs Bild werfen konnte, was nicht zwingend erforderlich gewesen wäre.

Das selbstfabrizierte Kunstwerk wurde dann hinterher im Publikum verlost, denn es schloß sich das Quiz „Wie gut kennst Du Lena?“ an, was der Regie Gelegenheit gab, zahlreiche Fernsehauftritt aus Lenas bewegter Karriere auf der Großleinand vorzuführen. Für die letzte Frage musste dann einer ihrer Tänzer ihr pinkfarbenes Kleid aus Istanbul tragen…

Es gab also viel zu sehen für die knapp 600 SEK/Ticket.

Vor dem fulminanten Finale setzte sich Lena dann auch noch ans Klavier (sie kann also auch musizieren) und während sie improvisierte, gab´s noch einige bissige Elvis-Scherze über die Göttin, die mit ihrem Programm „Elvis Barbra & Jag“ einen Tag später ihre Stockholmer Premiere feierte (und – fur Kurzentschlossene – noch weitere drei Wochen im Tyrol/Grönalund zu sehen ist).

Das Finale selbst war dann – wie gesagt – FANTASTISCH. Zunächst sang Lena in pink den besten Song, den das Melodifestivalen her hervorgebracht hat: KÄRLEKEN ÄR EVIG. Dazu wurde auf der halbrunden Leinwand über ihr der fulminante 1986er Auftritt im Circus gezeigt und parallel imitierte Lena direkt darunter live die Original-Choreo vom Mello. Supersynchron, supergroovy, supersexy.

Es folgte DET GÖR ONT, ihr grösster Hit in Schweden überhaupt (7 Wochen No. One in 2004). Dazu wechselte sie in einen Catsuit (siehe Photo oben) und tanzte rund um ein ca. fünf Meter hohes Mikro, während ihre Tänzer (erneut shirtless) an drei weiteren Mikrostangen über die Halle verteilt Sportübungen vollzogen.

Richtig toll wurde es dann bei DANSE I NEON, 1987 nur knapp ein Top 10 Hit, aber heute ein Schlagerklassiker. Dazu gab es eine erneut perfekt-synchrone Show mit ca. einhundert Tänzerinnen, die alle einen weißen Overall und eine pinkfarbene Perücke trugen und sich anschliessend über das ganze ca. 1.700 – inzwischend stehend feiernde – Fans fassende Forum verstreuten. Exzellent! Fazit: Unbedingt hingehen.

Was bleibt noch:

1. Der Schnauzer ist zurück. In der männlichen  Zielgruppe unter 39 war der Oberlippenbart in der Trendmetropole Stockholm das prägende Accessoire der Saison.

2. Mangelnde Schwedischkenntnisse müssen kein Manko sein. Erstens mussten wir so gewisse Anzüglichkeiten über die Göttin nicht verkraften und zweitens meine Jürgen (bislang nicht MF-erfahren) trocken, dass auf diese Art und Weise (wenig erträgliche) schlichte Schlagertexte nicht den Musikgenuß trüben. (Was aber nicht für alles das gilt, was Orup für Lena geschrieben hat.)

3. Von Charlotte bekam Lena eine Flasche Schampus in goldener Tüte (die mit den Henkeln). Sie zwinkerte uns zu.