Leserbrief von Thomas Schreiber mit weiteren Details zur deutschen Vorentscheidung 2019

In den vergangenen Tagen hat sich im Hinblick auf die deutsche ESC-Vorentscheidung 2019 einiges getan. Dabei sind auch Fragen offen geblieben, die die PRINZ-Blog-Leser in den Kommentaren gestellt oder die Blogger in ihren Beiträgen aufgeworfen haben. NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber hat sich die Zeit genommen, einige davon in Form eines Leserbriefes zu beantworten. Er geht dabei auch auf die Frage ein, ob Barbara Schöneberger die deutsche Vorentscheidung 2019 moderieren wird.

Liebe Prinz-Blogger,
liebe Leserinnen und Leser,

auf die zahlreichen Fragen, Theorien und Aussagen versuche ich mal in Form
eines Leserbriefes zu antworten:

1. @Lucius fragt, ob man erfahren kann, wer die 50 besten Acts der
Eurovisions-Jury sind?

Das geben wir nicht bekannt, weil weder die 198, die wir dieses Jahr der Eurovisions-Jury präsentiert haben, noch die 50 Bestbewerteten wissen, dass sie dabei sind. Erst wenn die Fach-Jury gewählt hat (was derzeit stattfindet), kontaktieren wir die von beiden Juries als die 20 am besten bewerteten Acts.

Manche davon haben sich beworben, andere wurden vorgeschlagen, und einige haben wir redaktionell ausgesucht. Anhand der Ergebnisse versuchen wir alle 20, dabei eben auch die, die sich nicht beworben haben und nicht wissen, dass wir sie ins Verfahren genommen haben, davon zu überzeugen, am Workshop teilzunehmen.

Wie eine Jury-Sitzung abläuft, sieht man auf Eurovision.de.

2. Zu dem, was digame mobile mit Simon-Kucher & Partners mit dem Schweizer
Kollegen macht:

Nein, das sehe ich anders. In Deutschland suchen wir Künstler, um dann die richtigen Songs zu entwickeln etc. In der Schweiz wird der Song zuerst gesucht, und dann die Künstler. Grundsätzlich anderes Ziel.

3. Zum deutschen Vorentscheid:

Am Ende der Jury Sitzung zeigen wir den Jury-Mitgliedern ein Video von Barbara Schöneberger (ebenfalls bei Eurovision.de veröffentlicht), eine Ansprache an die 100 Jury-Mitglieder, die uns auf unserem Weg begleiten und unterstützen, und die im Februar im deutschen Vorentscheid zu sehen sein werden. Deutlicher kann ein Sender wohl kaum sagen, wer moderiert und in welchem Zeitraum die Show stattfindet.

Sendedatum und Sendeort geben wir bekannt, wenn die dafür notwendigen Entscheidungen (also z.B. Kalkulationsverhandlungen mit den unterschiedlichen Studiobetreibern, Anzahl der Teilnehmer etc.) getroffen wurden.

Unser Song 2017 PK Barbara Schöneberger Moderation und Thomas Schreiber Chefredaktion
Jetzt offiziell: Barbara Schöneberger und Thomas Schreiber werden bei der deutschen Vorentscheidung 2019 wieder vereint sein.

4. Zur Road Show:

Das ist ein Angebot des NDR, ins Gespräch zu kommen. Man kann das nutzen, man muss es nicht. Unser Ziel ist, unseren Weg, die handwerklichen Fragen und Kriterien so transparent wie möglich zu erklären – ausführlicher, als man das in Interviews machen kann.

Außerdem nehmen wir Kritik auf, die im persönlichen Gespräch im Allgemeinen ziviler geäußert wird als in anonymen Kommentaren in asozialen Netzwerken, wo dann irgendein Lucius (siehe oben) schon mal AfD-mäßig zum Stürmen meines Hauses (das ich nicht habe) mit Fackeln und Mistgabeln auffordert. [Anmerkung: Herr Schreiber bezieht sich auf einem Kommentar unter diesem Beitrag.]

Anregungen werden – wo sinnvoll – aufgenommen: die Bezeichnung „Eurovisions-Jury“ hat ein Besucher unserer Roadshow im vergangenen Jahr in Berlin vorgeschlagen.

Im Übrigen geht der NDR häufig zu Gesprächen mit unseren Zuschauerinnen und Zuschauern in alle Gegenden des Sendegebietes: letzte Woche haben wir unseren neuen „Tatort – Borowski und das Haus der Geister“ in dem Dorf in Stormarn in einer open air Kinovorführung vorgestellt, wo große Teile gedreht wurden. Ein Kollege war diesen Mittwoch zu einer Diskussion in Mecklenburg-Vorpommern, etc. etc..

D.h. die Road Show ist keine isolierte Einzelanstrengung, sondern Hauspolitik. In der Vergangenheit bin ich zu Veranstaltungen der ESC-Community gegangen, wenn ich eingeladen wurde. Ich halte es aber für sinnvoll, immer wieder das Gespräch anzubieten, und nicht auf Einladungen zu warten.

Weitere Fragen gerne.

Thomas Schreiber

Wir danken Herrn Schreiber für die Informationen und offenen Worte.