Lissabonner Leben (13) – OGAE Israel Boat Cruise

Was sind die Highlights, wenn man einen ESC live vor Ort erleben darf? Natürlich freut man sich auf die ESC-Acts, die Live-Shows, den blauen Teppich, die Partys im Euroclub und Eurocafé und vieles mehr. Besonders schön sind aber rückblickend auch die Highlights, die sich spontan ergeben haben oder die man vorher gar nicht auf der Rechnung hatte. So avancierte beim ESC 2018 z.B. der OGAE Israel Boat Cruise zu einem meiner persönlichen Highlights.

Es ist Mittwochabend zwischen den beiden Semifinals. Um die Gunst der Fans vor Ort in Lissabon konkurrieren die OGAE International-Party im Eurocafé sowie WiwiJam von Wiwibloggs im Hard Rock Café. Das wird also sicher eine lange Nacht, aber immerhin bestand für Donnerstag die Option zumindest ein klein wenig ausschlafen zu können.

Doch dann ergab sich im Eurocafé die Chance spontan noch Resttickets für eine Bootstour zu erwerben, die von OGAE Israel organisiert wurde. Blogger Salman und ich griffen zu, denn feiern können die Israelis ja und wer weiß, vielleicht ist ja auch Netta an Bord? Das Ausschlafen war somit allerdings passé, denn der Treffpunkt war bereits Donnerstag früh um 10 Uhr.

Das frühe Aufstehen hat sich allerdings mehr als gelohnt. Es sollte ein wunderschöner Sommertag mit sonnigen 27 Grad in Lissabon werden – ideale Voraussetzungen also für die Rundfahrt mit dem Schiff „Principe da Beira„.

Die Tour war restlos ausverkauft. Neben den OGAE Israel Mitgliedern waren insgesamt weitere 200 Tickets für nicht-israelische OGAE-Mitglieder verkauft worden.

Was wurde geboten? Für 30 Euro bekam man eine knapp 3-Stündige Tour entlang der Tejo-Mündung inklusive israelischer Snacks sowie kostenfreier Drinks (Softdrinks und Alkohol).

Leinen los hieß es dann am Praca do Comercio mit Blick auf das Eurovision Village und den Euroclub. Immer wieder ergaben sich wunderschöne Ausblicke vom Wasser auf die Altstadt. Die pastellfarbigen Häuser strahlten im Sonnenlicht und hoch oben auf den Hügeln erblickte man das imposante Castelo de São Jorge.

Die Tour führte uns dann weiter nach Belem, wo am Sonntag zuvor der Empfang am blauen Teppich stattgefunden hatte. Immer wieder ergaben sich tolle Ausblicke auf den Verteidigungsturm „Torre de Belem“ sowie das Denkmal für Seefahrer und Entdecker.

Eines der Wahrzeichen von Lissabon ist die Hängebrücke Ponte 25 de Abril. Sie erinnert an die Golden Gate Bridge von San Francisco. Unter ihr hindurchzufahren war ein schöner Gänsehautmoment.

Neben den Sehenswürdigkeiten war natürlich die Stimmung an Bord ein absolutes Highlight. An so einem heißen Sommertag muss man natürlich viel trinken. Und so waren bereits nach rund einer Stunde die Bier-, Sekt- und Weißweinvorräte aufgebraucht. Nur der Rotwein hielt sich bis zum Ende. Die Mittagssonne brutzelte dann auch noch heiß wie „Fuego“ vom Himmel, sodass sich mancher Gast gezwungen sah, sich seiner Kleidungsstücke zu entledigen.

Netta war übrigens leider nicht an Bord (Foto oben: Israeli Party). Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Ihren Song „Toy“ spielte der DJ an Bord trotzdem auf Heavy Rotation, genauso wie „Fuego“ und „Golden Boy“. Die Passagiere sangen teilweise so lauthals mit, dass sogar die Musik übertönt wurde.

Nach rund 3 Stunden ging dann eine kurzweilige, stimmungsvolle und interessante Bootstour zu Ende. Vielen Dank an die Organisatoren Itzik Fishely, Shay Cohen and Nir Lahav von OGAE Israel für dieses tolle Event!

Bisher in der Serie „Lissabonner Leben“ erschienen:
(1) Es lebe die Fankultur (BennyBenny)
(2) Nicht dabei und doch mittendrin (Douze Points)
(3) Backstage Tour in der Altice Arena (Marc)
(4) Eurovision Zumba im Euro Fan Café (Salman)
(5) Wie man sich einen Jahrgang schönhört (Peter)
(6) Die Frankfurter Grippe (BennyBenny)
(7) Déjà-vu in Sintra (DJ Ohrmeister)
(8) Die Glücksspirale (Jan)
(9) Ein ESC-Jahrgang ohne persönliches Song-Highlight (Douze Points)
(10) Der Red Carpet ist der heimliche ESC Höhepunkt (Peter)
(11) Partyhopping oder „Wo sind meine Freunde?“ (BennyBenny)
(12) Public Viewing im Eurovillage (Frank)