Lissabonner Leben (14) – Pressetour Lissabon

Normalerweise kommt man in den zwei ESC-Wochen nur wenig dazu die Stadt zu sehen. Man verbringt die meiste Zeit im Pressezentrum, bei den Proben und im Euroclub. Als ich das Angebot bekam an der „Best of Lisbon“ Pressetour von der portugiesischen Organisation Amp Associates teilzunehmen, war ich anfangs etwas skeptisch. Schließlich sollte sie den ganzen Tag lang gehen und hörte sich eher wie eine Kaffeefahrt an. Es wurde ein wunderschöner Tag mit jeder Menge bekannten Gesichtern und zahlreichen Eindrücken von Lissabon.

Es klang etwas abschreckend, dass die Tour von 10-24Uhr gehen sollte. 14 Stunden auf den Beinen. Und man wusste nicht, welche Begleiter man mit sich hatte. Doch schon bei Ankunft am Treffpunkt kam mir Dewayne aus Berlin entgegen. Und schon kurz darauf sah ich Flosi, den Präsidenten von OGAE Island und Marcos, den Präsidenten von OGAE Österreich sowie jede Menge ESC-Freunde aus dem Euroclub. Es war also schnell klar, dass es keineswegs eine langweilige Pressetour werden würde.

Los ging es mit der Besichtigung von Vhil’s Steinmosaik der berühmten portugiesichen Sängerin Amália Rodrigues. Diese hat 1920-1999 gelebt und den Fado wie keine andere geprägt. In Portugal ist sie eine absolute Legende.

Weiter ging es dann mit dem Bus zum Museum Art Architecture Technology (maat). Das maat liegt direkt am Ufer des Flusses Tejo und wurde erst vor kurzem (November 2016) eröffnet. Das Museum hat den Anspruch, Raum zu geben für Entdeckungen, für kritisches Denken und für einen internationalen Dialog an der Schnittstelle zwischen den Disziplinen Gegenwartskunst, Architektur und Technologie. Selbst wenn man keine Zeit haben sollte reinzugehen, ist eine Besichtigung des Gebäudes auch von aussen sehr empfehlenswert. Wir verbrachten aber fast zwei interessante Stunden im Museum.

Danach ging es weiter zum Mittagessen im Restaurant Waat. Dort gab es „Seefood“ vom Feinsten und wir hatten die Möglichkeit mit dem Chefkoch Kiko Martins persönlich zu sprechen.

Mittlerweile fand die Gruppe richtig zusammen und nach dem einen oder anderen Glas Wein wurde auch schon angefangen ESC Lieder anzustimmen. Und das schon am Nachmittag!

Doch der Tag sollte noch lange weitergehen. Als Nächstes war eine „Walking Tour“ durch das berühmte portugiesische Viertel „Bairro Alto“ geplant. Am Ende nahmen wir vom Martin Moniz Square aus die bekannte Tram 28, von der aus man jede Menge Sehenswürdigkeiten Lissabons sehen kann.

Natürlich wäre eine Lissabon Tour unvollständig gewesen ohne tatsächlich auch Fado zu hören. Deshalb durften wir am Abend ein Konzert von jungen Künstlern im Associação do Fado Casto besuchen und bekamen auch Filme zur Geschichte des Fados zu sehen. Es gab noch mehr Wein, so dass alle jetzt richtig angeheitert waren und den Abend richtig genossen. Jeder einzelne Künstler wurde mit Standing Ovations verabschiedet. Zum Abschluss wurde im Chor „We got love“ von Jessica Mauboy angestimmt. Die Fado Künstler waren über das Publikum sehr erstaunt, sahen es aber als Kompliment an und feierten mit.

Nach einem abendlichen Spaziergang durch die Altstadt ging es dann zum Dinner in das Trendrestaurant Olivier Avenida. Eigentlich hatten wir nach dem ganzen Tag Essen gar keinen Hunger mehr, aber zu solchen Köstlichkeiten konnte man einfach nicht Nein sagen.

Der Abend klang danach aus mit einpaar Cocktails in der Bar JNcQUOI in der Avenida de Liberdade.

Die Tour war mit Sicherheit eines meiner Highlights des ESC 2018 in Lissabon. Es war ein richtig schöner Tag und eine sehr gute Möglichkeit die portugiesiche Kultur, Musik und Küche kennenzulernen. Lissabon ist eine tolle Stadt, die sehr viel zu bieten hat und ich kann jedem eine Reise dahin nur empfehlen.

Bisher in der Serie „Lissabonner Leben“ erschienen:
(1) Es lebe die Fankultur (BennyBenny)
(2) Nicht dabei und doch mittendrin (Douze Points)
(3) Backstage Tour in der Altice Arena (Marc)
(4) Eurovision Zumba im Euro Fan Café (Salman)
(5) Wie man sich einen Jahrgang schönhört (Peter)
(6) Die Frankfurter Grippe (BennyBenny)
(7) Déjà-vu in Sintra (DJ Ohrmeister)
(8) Die Glücksspirale (Jan)
(9) Ein ESC-Jahrgang ohne persönliches Song-Highlight (Douze Points)
(10) Der Red Carpet ist der heimliche ESC Höhepunkt (Peter)
(11) Partyhopping oder „Wo sind meine Freunde?“ (BennyBenny)
(12) Public Viewing im Eurovillage (Frank)
(13) OGAE Israel Boat Cruise (Marc)