Lissabonner Leben (4) – Eurovision Zumba im Euro Fan Café

In der ESC-Zeit kommt man als Journalist in der Regel nur wenig dazu, Sport zu treiben. Tagsüber ist man im Pressezentrum bei den Proben und Pressekonferenzen, am Abend gibt es die Länderempfänge und ESC-Partys. Eine gute Möglichkeit sich etwas auf Trab zu bringen, war das in diesem Jahr von OGAE Island und OGAE Israel organisierte Eurovision Zumba im Euro Fan Café: Definitiv eines meiner Highlights der Woche in Lissabon. 

Zumba wird heutzutage in fast jedem Fitness-Center angeboten. Es ist eine Weiterentwicklung von Aerobic und kombiniert lateinamerikanische mit internationalen Tänzen. Obwohl es auch schon jahrelang in meinem eigenen Fitness-Center Zumba-Kurse gibt, hatte es mich bisher nie gereizt daran teilzunehmen. Bis ich bei der diesjährigen isländischen Vorentscheidung den Präsidenten von OGAE Island Flosi Jón Ófeigsson getroffen habe.

Flosi ist Fitnesstrainer in Reykjavík und gibt seit Jahren Zumba-Kurse zu ESC-Musik. Auch am Nachmittag der isländischen Vorentscheidung wurde ein Eurovision-Zumba-Kurs angeboten. Und Flosi schaffte es, mich zu überzeugen daran teilzunehmen. In Island ist ESC-Musik fest in der Musikkultur verankert. Somit kamen zu dem Kurs nicht nur Fans, sondern auch ganz normale Fitnesscenter-Besucher aller Altersklassen. Es war toll zu sehen, wie die isländische Oma neben mir zu „Glorious“ abgegangen ist. Ich hatte eine Stunde megaviel Spaß und danach das Gefühl, auch richtig etwas für meinen Körper getan zu haben. Somit war für mich klar, auf jeden Fall wieder mitzumachen, wenn es in Lissabon angeboten werden würde.

Und tatsächlich gelang es Flosi einen der begehrten Slots im Euro Fan Café-Programm für Eurovision-Zumba zu ergattern. Mit Gili Taranto von OGAE Israel fand er eine tolle Partnerin, um den Kurs zu leiten. Gemeinsam stellten sie eine Playlist zusammen mit einer guten Mischung aus Partysongs und mittendrin auch langsameren Nummern zum Durchatmen.

Es kamen ca. 50 ESC-Fans aus vielen verschiedenen Ländern. Die Zeit verging wie im Flug und es machte richtig Spaß. Die beiden Trainer hatten zu Beginn klar kommuniziert, dass es nicht darum ging, jede einzelne Bewegung perfekt zu machen. Hauptsache war nur, ständig in Bewegung zu bleiben. Das nahm den Druck raus im Vergleich zu Fitnesskursen, bei denen teilweise nur Dauergäste dabei sind und man sich bei jedem Fehler blöd vorkommt. Hier zählte wirklich nur : Dabeisein ist alles!

Eurovision-Zumba ist für jeden ESC-Fan eine sehr schöne Möglichkeit sein Hobby mit Sport zu verbinden. Würde es hier in Deutschland angeboten werden, wäre ich bestimmt viel häufiger im Fitness-Center. Vielleicht liest ja der eine oder andere ESC-affine Fitnesstrainer hier den Artikel und es gibt ihm Inspiration. Ich wäre auf jeden Fall wieder dabei!

Hier die Top 5 der Eurovision Zumba Playlist:

5.Platz: Sertab – Everyway that I can (Türkei 2003)
4.Platz: Ace Wilder – Wild child (Melodifestivalen 2017)
3.Platz: Ruslana – Wild dances (Ukraine 2004)
2.Platz: Netta – Toy (Israel 2018)
und natürlich (wurde insgesamt 3 Mal gespielt):
1.Platz: Elena Foureira – Fuego (Zypern 2018)

Bisher in der Serie „Lissabonner Leben“ erschienen:
(1) Es lebe die Fankultur (BennyBenny)
(2) Nicht dabei und doch mittendrin (Douze Points)
(3) Backstage Tour in der Altice Arena (Marc)