Live-Blog Ukraine: Mélovin schafft es im zweiten Anlauf zum ESC

Der 20jährige Nachwuchssänger Mélovin, Gewinner der sechsten Staffel von X-Faktor Ukraine, schafft es im zweiten Anlauf, die Ukraine beim ESC zu vertreten. Bereits im Vorjahr war er Televotingsieger wie auch wieder in 2018, wo das und der zweite Platz bei der Jury für das Ticket nach Lissabon reichten. Hier der Live-Blog des fast fünfstündigen ukrainischen Vorentscheids „Vidbir“ zum Nachlesen.

Aus HH Harvestehude meldet sich Peter. Heute Ukraine, morgen Rumänien – what a weekender.

Die sechs Interpreten, die wir heute Abend sehen werden, heißen

Kadnay
Tayanna
The Erised
Laud
Vilna
Mélovin

Wobei das „wir“ relativ sein wird, möglicherweise sollte ich lieber „ich“ sein, denn am heutigen Super-Saturday fallen die Song-Entscheidungen in vier weiteren Ländern, darunter Fan-Favorite-VEs wie Al Dal in Ungarn und Supernova in Lettland (außerdem Moldawien und Slowenien). Und dann gibt es da ja noch den langerwarteten Auftritt von Mariette in der vierten Mello-Runde in Schweden. Wobei der Mello-Glanz landesintern ein wenig an Strahlkraft verliert. Aftonbladet hat eine große Diskussion angezettelt, die sich nicht allein mehr auf die blassere Qualität der Songs erstreckt (Samir & Viktor können da nicht gemeint sein), sondern auch auf die Abnutzungserscheinungen des Formats und die fallenden Quoten.

Es ist noch ein wenig Zeit, bis „Vidbir“ um 18:00 Uhr deutscher Zeit losgeht, daher möchte ich die versammelte Leserschaft an dieser Stelle zunächst einmal herzlich von WM grüßen, der sich bekanntlich eine Blogger-Auszeit gönnt und nur sporadisch zu Wort meldet, möglicherweise auch noch einmal mit einem Rückblick auf „Unser Lied für Lissabon„. Wir trafen uns heute zum Brunch im Hamburger Alsterhaus (an der Käsetheke) sprachen selbstverständlich über die ULfL-Show und hätten da noch einen Tipp an die Kollegen von Eurovision.de: Wenn man die kontroversen Reaktionen auf die Moderation sichtet (bei uns wie auch überall sonst), wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, auf einen Beitrag wie „Die coolsten Sprüche aus ULfL“ zu verzichten, der dann auch noch mit der Sub-Headline „Wir stehen auf einem Riesenpimmel“ ausgeflaggt wird. Der  S***-Storm unter dieser Veröffentlichung war sehr einfach prognostizierbar.

Peggy March singt „Hey, das ist Musik für Dich“ in Berlin.

Neben dem deutschen Finale 2018 sprachen wir auch über das deutsche Finale 1969, speziell über die Frage, ob die Teilnahme von Peggy beim internationalen ESC in Madrid nicht verhindert hätte, das in diesem Jahr gleich vier Songs gewinnen?!

Nach Peggy wechselte das Gespräch rasch zu ESC Songs und Namen, in denen „Marcel“ vorkommt. Denn ich berichtete WM beeindruckt von der Geburtstagsparty vom überaus charmanten Gastgeber Marcell am Vorabend, die sich sich als die heterosexuellste Party erwies, die ich in langer Zeit erlebt hatte (es wurde sogar Schnupftabak offeriert). 70% der Gäste waren Mädels unter 30 und 80% der anwesenden (in der Minderheit befindlichen) Männer spielen oder spielten Fußball. Der Abend war 100% „gay friendly“ aber dennoch ein echter Kontrast zur Fanparty nach dem deutschen Finale am Vorabend im James June in Berlin (von der wir noch ausführlicher berichten werden), wiewohl dort voXXclub zu fortgeschrittener Stunde den prozentualen Hetenanteil ebenfalls substanziell erhöhten.

 Heidi Brühl – Marcel (beim Grand Prix Eurovision de la Chanson 1963)

Beide Partyabende waren wundervoll und Marcell ist nicht nur ein fantastischer Partyhost sondern auch ein großartiger Yogurtmaker  und ein Besuch seiner beiden YOMARO Locations in St. Pauli (Marktstraße 25) und Eppendorf (Eppendorfer Baum 34) sind ein Unbedingt-mal-vorbeischauen-Must für Hamburger und Hamburg Besucher gleichermaßen, „Liebe auf den ersten Blick“ wie es Bloggerin JohannaCamella zutreffend formulierte.

Nochmal Marcel beim ESC, diesmal in Form des Letztplatzierten beim deutschen Vorentscheid 2000 in Berlin.

Nach diesen off the record „Gesprächsthemen mit WM“ zur Überbrückung der „Vidbir“-Wartezeit kann das nationale Finale in Kiew jetzt gerne beginnen.

Los gehts, Bild und Ton sind da!

Die Interpreten betreten nacheinander das Studio und werden bejubelt.

Ich sollte vielleicht vorausschicken, dass ich diesen Live-Blog „last minute“ übernommen habe, weil der dafür vorgesehene Blogger kurzfristig andere Verpflichtungen hat. Das bedeutet, ich bin kaum vorbereitet und kann Euch als Kommentare nur das bieten, was ich sehe und begreife.

Und zunächst sehe ich erstmal einen Top Eye Candy Moderatoren – das fängt prima an. Der begrüßt zunächst die dreiköpfige Expertenjury, bestehend aus

Jamala
Andriy Danylko (Verka Serduchka)
und
Eugene Filatov (The Maneken), Sänger und Producer und Gründer der Band Onuka

Die sechs ULfL (Ukraine Lied für Lissabon) Finalisten haben sich aus insgesamt 18 Bewerbern in zwei Semifinalshows durchgesetzt.

Die Songpräsentationen starten…

1/ Kadnay – Beat of the Universe

Die Jungs können gerne nach Lissabon kommen, sie sehen alle drei TOP aus, der Leadsänger im Rock am besten. Auf der Bühne werden sie von zwei (drei?) Backgroundsängerinnen unterstützt, die man aber kaum hört. Der etwas spröde Midtempo-Rocksong ist kraftvoll und besitzt die Kantigkeit, die beim deutschen Finale so stark angemahnt wurde. Leider fehlt eine schnell zugängliche Melodie. Teilweise wird das von einer überzeugenden Performance kompensiert, aber für eine gute Platzierung beim ESC reicht eher das nicht, vermutlich nicht einmal für eine Finalqualifikation. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren, dieser Song wird heute Abend vermutlich nicht gewinnen.

Der Song hat sich als Drittplatzierter aus dem Semi 2 qualifiziert und da wir heute die gleiche Jury wie bei den Semifinals am Start haben könnte es – sagen wir mal – zu gewissen Redundanzen in der Kommentierung aber auch in der Bewertung kommen. Ersteres ist allerdings auch relativ egal, weil ich kein Wort verstehe. Wievielen der 4T youtube Zuschauern es wohl genauso geht?

 

2/ Tayanna – Lelya

Jetzt kommt die Favoritin von Leser patrick m – ein VE-Gewinn dürfte für Tayanna also über Handicaps verfügen.

Sie kommt ebenfalls aus Semi 2 ins Finale – als Zweitplatzierte im Semi. Sie ist nicht allein auf der Bühne, sie hat drei Backgroundsängerinnen dabei und zwei Backgroundsänger. Alle tragen goldene Gewänder, bissel „over the top“ aber mir gefällts. Der beige-goldene Hosenanzug von Tayanna ist klasse.

Der Poprocksong ist gefälliger als das Angebot von Kadnay, aber auch beliebiger. Sie knallt ihn zuweilen etwas gepresst aber mit viel Dynamik heraus und bewegt sich irgendwo zwischen rythmisch ansprechend und hektisch.

Wie ich den youtube-Kommentaren entnehme, wird sie von der Jury verdächtigt, nicht live gesungen zu haben, weshalb sie noch einmal einige Zeilen „spontan“ anstimmt. Danach steht Andriy (Verka) und küsst sie. In die Playback-Auseinandersetzung war auch ein Mann im Publikum involviert, der wild gestikulierend aufsteht – vielleicht der Composer oder der Ehemann? So ein Drama hat man im deutschen Fernsehen so gut wie nie, hier tun alle so, als gehört so ein Spektakel in einer Liveshow.

Es ist jetzt wohl eine Werbepause, die Clips sind aber bei youtube nicht zu sehen, der Livestream pausiert also. Wie lange der Break wohl sein wird? Ich bin sehr gespannt auf den Verlauf des Abends, ich kenne von früheren Bloggern, die die Ehre hatten, das ukrainische Finale live zu bloggen, maximal ermüdende Horrorgeschichten.

 

3/ The Erised – Heroes

Nach einer guten Viertelstunde ist der Werbebreak um und es geht weiter mit The Erised und ihrem Song mit dem orginellen Titel Heroes.

The Erised sind nur zu dritt. Leadsängerin (stimmlich schwankend) plus zwei Männer, eine am Synthesizer, einer an den Drums. Schönes Staging mit schwarz/silber-Projektionen, sie trägt passend dazu eine glitzernde schwarz/silber Oversize-Jacke über einem Netz-Body. Sieht sexy aus zu ihren hellblond gefärbten Haaren. Im letzten Drittel des Songs regnet es Unmengen von weißen Federn auf die Bühne.

Die Isnzenierung ist ansprechender als der Song, diese relativ langsame Poprock-Song ist etwas eintönig, funktioniert mglw maßgeblich über den nicht verständlichen Text. Bisher der schwächste Song in der ersten Hälfte.

Bei den internationalen youtube-Sehern kommt der Song nicht so gut weg, gepuscht werden dort hauptsächlich MéloWIN und in zweiter Linie Tayanna und Kadnay.

Aus optischen Gesichtspunkten empfehle ich ebenfalls Kadnay und Laud, aber das ist blanke Theorie, denn wenn es jemanden gibt, für den die Optik so gar keine Rolle spielt…

Immerhin, die Jurylaberpausen sind kürzer als sonst. Es folgt jetzt ein Einspieler mit bereits gewählten Beiträgen aus anderen Ländern und zwar – Tusch – einschließlich Michael Schulte. Und so mittendrin ragt er richtig schön raus, finde ich. Vermutlich, weil ich „You let me walk alone“ am häufigsten gehört habe.

 

4/ Laud – Waiting

Laud ist dran. Der war in der Ukraine bereits im Heintje-Alter ein Top-Star wie man der Einführungs-MAZ entnehmen kann.

Laud hat mit Waiting das erste Semifinale vor The Erised gewonnen.

„He looks like 1 14 year old with a beard.“ Mit diesem Satz werden wir bei youtube in die Ethno Hip Hop Nummer eingestimmt.

Toll inszeniert. Die vier Backgroundsänger sind vier dunkle Schatten vor einer blau illuminierten Wand, das sieht toll aus. Laud ist häufig closeup zu sehen, er hat viel Ausdruck in der Performance, wiewohl die Stimme wenig weich wirkt und mehr Sprechgesang als Melodie ist.

Der Moderator beginnt sich zu Laud auf die Bühne und man erkennt, dass Laud irgendwo bei 166-168cm Körpergröße rangiert. Er trägt ein schwarzes slim fit Jacket über weißen T-Shirt, ein guter Look, der immer funktioniert.

Es ist wieder Werbepause, bevor Vilna und der favorisierte Beitrag von Mélovin starten.

Vier Titel in bislang 90min, well in Schweden wären wir in 90min schon komplett durch mit allem. Wann und wie wird es hier enden?

Es zieht sich. Ich ruf´ mal eben bei Mama an und melde mich bei Fortsetzung der Übertragung wieder.

Wen seht Ihr bislang vorne? Ich denke Kadnay vom Song und Wumms her und Laud von Gesamtpackage incl. Inszenierung aus gesehen.

 

5/ Vilna – Forest Song

Vilna hat das Televoting im Semi 1 gewonnen, war aber kein Juryliebling, weshalb sie sich „nur“ als Dritte qualifizierte. Die Performance ist optisch stark, so eine Art „Game of Thrones“ mit musikalischer Begleitung. Im Hintergrund hauen zwei martialische Maskenmänner mit riesigen Hörnern und langen Zotteln auf gigantische Trommeln.

Ungeachtet der pompösen Inszenierung ist „Forest Song“ das bilang melodischste Angebot. Sie erinnert mich an Faun beim deutschen Finale 2015. Ihr Ethno-Folk ist nicht mein Fall, aber die Mischung kommt sympathisch und authentisch rüber und der Song ist zugänglich, man kann ihn nach 30 Sekunden mitsummen. Keine Ahnung, ob das ankommt – in Kiew oder in Lissabon, aber ich würde das keinesfalls ausschließen.

Die Körpersprache der Jury lässt vermuten, dass diese nicht mega-super-begeistert sind.

Wir warten auf den großen Favoriten. Ich habe während der Juryelogen einen Poll bei Eurovisionworld gecheckt, dort liegt Mélovin wenige Prozentpunkte vor Tayanna und dann folgt mit größerem Abstand Vilna. Das deckt sich mit dem, was ich bei uns und bei youtube lese.

 

6/ Mélovin – Under the ladder

Das (relativ gesehen) beste Englisch im LineUp. Bei „Unter the ladder“ ist eine Windmaschine im Einsatz, die Bühne ist rot illuminiert. Mélovin ist anfänglich nicht optimal bei Stimme, das wird aber sehr viel besser im Songverlauf und als er am Klavier sitzt, singt er stark. Mélovin trägt einen schwarzen Mantel über einem beigen Sweater, den er auf dem Weg zum Klavier nach zwei Dritteln des Songs ablegt. Unter dem Klavier gibt es ein House on fire. Pyro maximum sozusagen.

Die pechschwarz gefärbten Haare und die merkwürdigen Kontaktlinsen mit schwarz-weissen Kreisen, die wohl Vampirassoziationen wecken sollen, wirken auf mich irritierend und tacky. Der Song hat hymnische Elemente, das setzt ihm vom Wettbewerb an. Mélowin trägt ihn clever vor, er treibt die Melodie quasi vor sich hier. Er wird´s wohl machen.

My personal top 6:

Kadnay
Laud
Tayanna
Mélovin
The Erised
Vilna

Insgesamt im Europa-Vergleich ein überdurschnittliches Angebot.

So tippe ich den Ausgang:

Mélowin
Tayanna
Vilna
Laud
Kadnay
The Erised

Wir werden sehen, wie’s kommt. Noch quatscht die Jury.

Es folgt der erste Schnelldurchlauf, dann der dritte Werbebreak, in dem vermutlich die meisten von Euch zur „Konkurrenz“ überlaufen. Sind ja genug Angebote vorhanden, die sechs Live-Blogs untereinander dominieren unsere gesamte PRINZ Blog Homepage.

Danke an Lars E. Hier noch einmal der „richtige“ Link, wo es weiter geht. Auf dem anderen Link werden die Songs noch einmal in Dauerschleife gezeigt.

Derzeit wird geredet und geredet und geredet und geredet.

Eine Stunde später: Sie reden immer noch und reden und reden. Alle Livevideos liegen inzwischen vor, sie sind oben eingeklinkt.

Faszinierend ist: Die reden und reden und reden, aber die Zuschauerzahlen bei youtube haben sich gegenüber den Liveauftritten verdreifacht. Es kommentiert allerdings keiner mehr in Englisch, nur noch in ukrainisch und russisch…

Es dauert noch…

Wow, nach exakt 3 1/2 Stunden Sendezeit stoppen die Backstage-Interviews (mit JEDEM, der nicht schnell genug auf dem Baum kam) und es scheint weiterzugehen.

Tayanna singt den Siegertitel aus dem Vorjahr von Salvador Sobral! Richtig gut und in einem tollen hochgeschlossenen schwarzen Kleid. Für dieses fantastische Cover allein hätte sie den Sieg hier heute verdient.

Kadnay folgen mit WATERLOO. Geil!

The Erised bringen MOLITVA! Was werden die anderen drei Acts an ESC Songklassikern aussuchen?

Well, Mélowin darf sich an RISE LIKE A PHOENIX versuchen. Da hat sich einer ´was dabei gedacht.

Vilna hat die Ehre, den ukrainischen Siegertitel von Jamala neu zu interpretieren.

Und Laud macht auf EUPHORIA. Auch da hätte man drauf kommen können.

Alle Acts gesellen sich zu Laud auf die Bühne. Es gibt einen Einspieler, wo alle sechs noch einmal vorkommen – stark redundant zu dem, was schon war, aber so ist das eben in Kiew.

Weiter geht´s mit einem Backstage Gespräch des schmucken Show Moderators mit einem Mann mit furchtbarem Jürgen-von-der-Lippe-Hemd. Es könnte sich um den Producer der Show handeln. Er sagt mutmaßlich Bedeutungsvolles, who cares.

Die nächste MAZ befasst sich mit Jamala. Why not, wir haben ja alle Zeit ohne Limit. Liebe Ukraine, bitte nehmt Euch alle Zeit der Welt, die Ihr zum Auswählen braucht. Wir warten gerne.

Jamala darf jetzt auch live singen. Richtig, das war angekündigt. Sowas vergisst man dann noch knapp vier Stunden schon einmal.

Liebe Jamala, take your time! Wir harren der Dinge, die da gewählt werden in Kiew. Du brauchst Dich nicht auf Deinen neuen Song zu beschränken. Sing alle Songs von Deinem aktuellen Album. Ach ´was, sing alle Songs, die Du jemals gemacht hast.

Die Jury ist geflasht von Jamala, es wird gebusselt. Die Künstler werden vollständig auf die Bühne gebeten, wird es jetzt ernst?

Ja, es wird ernst. Gewählt wird 50% Jury, 50% Televoting.

Verka wird pathetisch!

Letzter/Sechster (1 Punkt) für Vilna.

2 für The Erised.

3 für Kadnay.

Wie gesagt, bislang Jury only.

Die Jury redet sich einen Wolf. Unfassbar. Das dauert länger als 43 Jurywertungen beim internationalen Finale.

4 Jurypunkte für Laud.

Wie prognostiziert sind Tayanna und Mélowin die beiden, die das Lissabon Ticket unter sich ausmachen werden.

5 für Mélowin, das ist unerwartet.

Die Juryfavoritin ist also Tayanna, verkündet von Jamala.

Das 1-2-3-4-5-6 Punkte Televoting kann dieses Ergebnis noch drehen, mal sehen wann das kommt. Jetzt darf erstmal wieder die Jury predigen, während die Acts sichtbar nervös weiter auf der Bühne rumstehen.

Obwohl schon vier Stunden um sind, ist die Punktevergabe momentan in Kiew sichtlich spannender als vorgestern in Berlin. Es ist halt richtig, richtig, richtig – wie Konsti hier schon schrieb – im zweiten Wertunglauf niedrige und hohe Punktzahlen am Start zu haben.

Wieder Werbung, dramaturgisch nicht ungeschickt, nach vier Stunden plus am Rechner aber nicht zwingend stimmungsaufhellend. Aber, was soll’s, liebe Leute. Wir haben Zeit, über den Sinn es Lebens nachzudenken.

Wer soll in Lissabon gewinnen? Wo wollten wir immer schon mal hinfahren? Wenn Ihr mich fragt, Tel Aviv wäre klasse. Brighton auch, aber that won’t happen. Hier geht’s jetzt mal nur um die Destinations, nicht um die Songs. Warschau wäre spannend, Bukarest auch. Oder Hamburg.

Oops, nachdem ich den Stream refreshed habe, werden wieder Gespräche geführt – auf der Bühne! Danach kommt ein Standbild! Wir lassen uns zum Televoting-Ergebnis noch ein wenig Zeit. Die fünf Stunden machen wir auch noch voll. Carpe diem.

Jetzt wird bei youtube das Bühnenbild mit Ton übertragen. Aus dem Publikum schallen Mélovin Sprechchöre. Ist das ein Indikator fürs Televoting?

Eine blonde Frau mit rotem Kleid mit Zettel in der Hand tritt auf die Bühne. Liest sie die Televoting-Punkte vor? Nein, erstmal wird ne Runde gequatscht.

1 Punkt für The Erised

2 Punkte für Laud

3 Punkte für Vilna

4 Punkte für Tayanna – das ist shocking, Schreie im Publikum

5 für Kadnay – I like

und damit fährt Mélovin mit der Höchstpunktzahl im Televoting nach Lissabon!

Das Endergebnis sieht also wie folgt aus:

MéloWIN: 11

Tayanna: 10

Kadnay: 8

Laud: 6

Vilna: 4

The Erased (funny I know): 3

Das war der Live-Blog Ukraine. Ein Wort der Freundschaft noch an meine Co-Blogger: Nächstes Jahr – so viel ist sicher – gewähre ich Euch beim Live-Blog Ukraine gerne den Vorzug.

Wir sehen uns morgen beim Live-Blog Rumänien.

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